Neubaugebiet Heiligkreuz Süd

Klimaschutzauflagen: "Zwang" sorgt für Diskussionsstoff

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Die Häuser im Neubaugebiet Heiligkreuz Süd sollen allesamt mit PV-Anlage auf dem Dach gebaut werden.

Kempten – Für die am südlichen Ortsrand von Heiligkreuz geplanten 14 Einfamilienhäuser soll es laut Beschluss des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz zukunftsweisende Vorgaben in puncto Klimaschutz geben. Vorausgegangen war allerdings eine wenngleich sachliche, so doch längere Diskussion.

Gegenstand der Diskussionen war einmal ein (da sonst für den Anbieter unrentabel) für alle Bauwerber Pflicht-Anschluss ans bereits vorhandene Nahwärmenetz, wofür laut Baureferent Tim Koemstedt „nur noch die kleinen Stiche nötig sind“; zum anderen eine ebenfalls verbindliche PV-Anlage, was aufgrund der einheitlich nach Süden ausgerichteten Dächern als sinnvoll gesehen wird und wodurch im Paket die Förderkriterien für die KfW-40-Verordnung zu 100 Prozent erreicht würden.

Nicht nur aus Sicht von Klimaschutzmanager Thomas Weiß bietet sich das wertige Neubaugebiet für auch höhere Klimaschutz-Vorgaben an und sah hier auch die Kosten als für die Bauherren zumut- und stemmbar. Dieter Zacherle (FW) setzte auf Freiwilligkeit und wollte diese „nicht zu sehr knebeln“, denn es ist ein „Unterschied, ob man kann oder muss“. Mit dem „Zwang“ hatte auch Birgit Geppert (CSU) ein Problem. Lothar Köster (SPD) erinnerte an den Masterplan und daran, dass es beim städtischen Klimaschutz nicht mehr viele Möglichkeiten gebe und man deshalb „sehr viele private Mitmacher“ brauche. Er sah es als „unsere Aufgabe“, das einzufordern. Fraktionskollegin Ingrid Vornberger ging davon aus, dass sich die Bewerber die Maßnahmen schon von sich aus leisten würden, da sie „die Kosten über Einsparungen wieder hereinbekommen“.

Dass die Stadt bei Bauvergaben eigentlich „ständig Zwang“ ausübe, verdeutlichte OB Thomas Kiechle, der darauf hinwies, dass laut Punktekatalog zum Beispiel einer ohne Kinder „überhaupt keine Chance hat, ein Grundstück zu bekommen“. Und Theo Dodel-Hefele (Grüne) sah eine ungleich höhere Freiwilligkeit, als er es von früher kenne, und viele Private, vor allem Familien mit Kindern wie hier, „wollen ja was machen“. Dem Vorschlag von Dr. Dr. Robert Wiedenmann (FW) folgend wurden die beiden Maßnahmen zu guter Letzt getrennt voneinander abgestimmt und – befürwortet; der obligatorische Anschluss an die Nahwärmeversorgung einstimmig, die Pflicht zur PV-Anlage und damit zur Förderfähigkeit nach KfW40 mit fünf zu vier Stimmen.

Christine Tröger

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