Sorge um das gemeinsame Haus Erde

Sehen – Urteilen – Handeln

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Mit einer Wasserverkostung, um den Unterschied zwischen Wasser aus Plastikflaschen und Leitungswasser festzustellen, begannen (v.l.) Ludwig Hörmann, Christoph Wessel und Anton Stegmair den Abend über die Umweltenzyklika des Papstes.

Kempten – Anhand von zehn Thesen setzte sich der Umweltbeauftragte der Diözese, Christoph Wessel, vor den Zuhörern im Pfarrsaal St. Hedwig, Kempten, mit den Anliegen der Umweltenzyklika des Papstes Franziskus „Laudato si“ auseinander. Sein Kollege Anton Stegmair, zuständig für das Referat Weltkirche, zeigte im Anschluss auf, wie die Organisation Misereor, Gedanken des päpstlichen Schreibens weltweit umsetzt.

Veranstalter des Abends war die Außenstelle des Bischöflichen Seelsorgeamtes. Pastoralreferent Ludwig Hörmann moderierte den Abend.

Wessel wies darauf hin, dass der Papst in seiner Enzyklika völlig neue Ansätze einbringe. Schon bei seiner ersten Vorstellung habe sich der Papst als einer, der vom anderen Ende der Welt komme, bezeichnet. So tritt er vor allem für die ein, die in den nicht technisierten, fortschrittlichen Ländern leben. Umweltbewusstsein verknüpft Franziskus mit dem Ruf nach einer gerechten Verteilung der Güter und Ressourcen.

Im päpstlichen Schreiben, so Wessel, sei der Dreischritt Sehen – Urteilen – Handeln erkennbar. Es gehe um die aktuellen Bedrohungen unseres Planeten, Ursachenanalyse und die Entwicklung praktischer Handlungsfelder.

Das bischöfliche Hilfswerk Misereor kämpfe seit 1958 gegen Hunger und Krankheit in der Welt. Stegmair wies darauf hin, dass die in der Enzyklika geforderte Nachhaltigkeit dort immer Thema gewesen sei. Heute beschäftigt sich Misereor vor allem mit den Themen Klimawandel, Wasserversorgung, Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit.

Der Ansatz sei Hilfe zur Selbsthilfe. Es werde vor allem in Kleinstrukturen vor Ort investiert. Geladene Gäste, stellten eigene gelungene Umweltprojekte vor. Josef Rist, Pfarrgemeinderat und Geschäftsführer der Firma Solux, brachte das ökologisch ausgewogene Konzept seiner Firma mit Kapiteln der Enzyklika in Verbindung. Die Maßnahmen seiner Firma reichten dabei von einem wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern bis hin zu umweltverträglichen Baustoffen und Naturfarben.

Xaver Brack berichtete von den Bemühungen des Weltladens, der seit 30 Jahren fairen Handel als Beitrag zum Weltfrieden und zur Bewahrung der Schöpfung leiste. Beeindruckende Zahlen nannten Erwin Merz, Kirchenpfleger, und Heinz Löhning, Mesner, aus der Pfarrei St. Martin in Lagerlechfeld. Sie ließen sich ehrenamtlich bei der Diözese Augsburg zu Umweltauditoren ausbilden und senkten in Folge mit vielen kleinen Schritten den Heizölverbrauch der Gemeinde von 20 000 Litern auf 4000 Liter.

Mit engagierten Texten wies Liedermacher Reinhard Pargent auf die Verpflichtung des ein-zelnen zu aktivem Umweltschutz hin.

Eva Dörr-Schratt

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