"Unbefriedigendes Verfahren"

In der Kritik: Die Pläne für den Umbau des Brauhaus-Geländes stoßen beim Architektur-Forum Kempten weiterhin auf wenig Gegenliebe. Archiv

„Offensichtlich haben sich die Planungen seitdem nicht zum Positiven entwickelt.“ Mit deutlichen Worten hat sich das Architekurforum Kempten jetzt erneut gegen die Planungen für das Brauhaus-Gelände ausgesprochen. Seit Beginn der Planungen sei ein „unbefriedigendes Verfahren mit einem ebensolchen Zwischen(?)-Planungsstand zu konstatieren“, heißt es in einer Pressemitteilung der Architekten.

Bezeichnend dafür sei bereits der Umgang mit dem Sudhaus, das zunächst abgerissen werden sollte, mittlerweile aber als „ortsbildprägend“ gilt. Zwar teile man diese Einschätzung, aber mit dem Erhalt des historischen Gebäudes werde es unmöglich, „einen zentralen Platzbereich im Quartier, wie im Wettbewerbsergebnis vorgesehen, zu schaffen“, schreiben die Architekten. Damit sei ein „wesentliches Qualitätsdenkmal“ allerdings nicht mehr gegeben, heißt es weiter. In letzter Konsequenz müsse daher auch der Bebauungsplan für das Areal in Frage gestellt werden. Gefahr der Versperrung Kritisch bewertet das Architekturforum außerdem die Ausweisung der Wege im Gelände. „Die unattraktive Wegeführung über den Anliefer- und Tiefgarageneinfahrtshof des Zentralhauses zur Beethovenstraße, die nichtöffentliche Verbindung durch das Zentralhaus zur Bahnhofstraße und das Versperren von Bereichen oder gar des ganzen Areals bergen die Gefahr, dass das Quartier aus dem städtischen Gefüge ausgeschlossen wird und eine 'gated community' entsteht“, heißt es weiter. Es sei zu hinterfragen, ob der angestrebte „Ressortcharakter“ für die Stadt und ihr soziales Gefüge sinnvoll sei. Weitere Hinweise auf die Schwächen der Planung sieht das Forum in der städtebaulichen Struktur, vor allem der verglasten Schallschutzwand gegenüber dem Zentralhaus. Hierbei handle es sich um „Notbehelfe, die erst durch die Baukörperanordnung entstehen“, schreiben die Kemptener Architekten. Widersprüche wollen die Fachleute auch in den Planungen zur Kellerstraße ausgemacht haben. Diese ende im Anlieferhof in einer Sackgasse. Zum Schluss weist das Architekurforum darauf hin, dass es seine Kritik als positive verstanden wissen will. „Das Architekurforum ist, wie viele andere Bürger und die Entscheidungsträger auch, sehr an einer qualität vollen Entwicklung dieses für Kempten so wichtigen Gebiets interessiert“, heißt es dazu.

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