"Endlich keine Presslufthammer mehr"

"Die unendliche Geschichte der Straßensanierung" in der Stiftsstadt findet ein Ende

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Für den einen „historisch“, für den anderen „Stein des Anstoßes“. Auf dem neuen Pflaster feierten am Freitag die Bewohner der Stiftsstadt
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Eine Schautafel zeigte die Straßenzüge in unsaniertem und aufgehübschtem Zustand.

Kempten – Herbstliche Sonnenstrahlen, Countrymusik und Gegrilltes. In entspannter Atmosphäre feierten am Freitagnachmittag die Bürger der Stiftsstadt an der Kreuzung Brachgasse/Lorenzstraße/Schleienweiher auf Einladung der Stadt.

Seit 1991 waren in der westlichen Stiftsstadt Presslufthammer, LKW und Bagger am Werk gewesen. Ende September sind die letzten Handgriffe bei den Ausbauarbeiten beendet worden.

Oberbürgermeister Thomas Kiechle bedankte sich bei allen Anwohnern für ihre Geduld und ihr Verständnis und der Verwaltung für die geleistete Arbeit. In dem Viertel wohnten einst die Bediensteten der Fürstäbte. Bis in die Neunzigerjahre hatte sich die Bezeichnung „Glasscherbenviertel“ gehalten, für den ärmlichen, lauten und baufälligen Stadtteil.

Nun sind alle Straßen barrierefrei ausgebaut, viele davon barrierefrei, ein Spielplatz bereichert das Viertel. „Das Granitpflaster bewahrt den historischen Charakter“, sagte der Oberbürgermeister, der sich darüber freute, dass mit den Bauarbeiten auch private, teils geförderte Investitionen in Gang gekommen sind. Mittlerweile ist das Viertel bei den Bürgern beliebt. Silvia Bohlinger von den stets mahnenden Stiftsstadtfreunden trug mit einem Gedicht von Vorständin Ilse Rosmanith-Mitterer zur Feier bei. Sie hatte die Verzögerungen bei den Bauarbeiten in Reime gegossen: „Löcher und Straßensperrungen hielten die Bürger auf Trab. […] Am Ende war das Licht zu hell, da Sprang die Stadt ganz schnell.“ Auch sie sprach ihren Dank aus und erwähnte, wie nett Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann den Stand der Bauarbeiten stets erklärt hätte.

Viele der Anwohner zeigten sich gelassen und genossen die Feier. „Bausachen dauern einfach“, „Auf was Gutes und Schönes muss man warten können“ waren Stimmen. Aber auch Kritisches war zu hören. Manche hätten sich ein weniger „monotones“ Pflaster und mehr Grün gewünscht. In der Bauphase hatten auch die Ausbaubeiträge für Ärger gesorgt.

Susanne Lüderitz

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