Trend aus Down Under

A2-Milch: Wunder- oder Lebensmittel?

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Weiß ist sie immer, egal ob H-Milch, Frischmilch, Bio- oder Heumilch. Und jetzt könnte noch die A2-Milch dazukommen.

Allgäu - In Australien macht eine Firma riesen Gewinne mit der sogenannten A2-Milch, die gut verträglich sein soll. Kommt der Trend auch zu uns?

VON SUSANNE KUSTERMANN

„Es funktioniert“, sagt Jonathan Scherzer, „zum Test habe ich zwei Liter von der A2-Milch über eine Woche getrunken, und keine Symptome bekommen.“ Seit seinem 15. Lebensjahr leidet Scherzer, der in der zweiten U23-Mannschaft des FC Augsburg spielt, an einer Eiweißunverträglichkeit. Käse, Joghurt, Milch, Quark: Nach dem Genuss aller Milchprodukte hat er Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen bekommen. Tests beim Arzt haben ihm bestätigt, dass er den Kuhmilch-Eiweiß-Bestandteil Kasein nicht verträgt. Anfangs war er skeptisch. Jetzt holt er schon mehrere Monate die Milch von Andreas Kraus in Deubach (Landkreis Augsburg) und hat keine Probleme mehr.

Seit circa eineinhalb Jahren bietet Landwirt Kraus die A2-Milch in seinem Automaten an. „Davor war ich genervt vom Milchautomaten“, sagt der 33-Jährige, „so viele Leute gaben mir Rückmeldung, dass sie Milch nicht vertragen.“ Dann hat Kraus von der A2-Milch gehört, seine Tiere testen lassen und dahingehend gezüchtet. Rund 90 seiner 200 Kühe geben heute reine, als A2/A2 bezeichnete Milch. Sie unterscheidet sich in der Eiweiß-Zusammensetzung von A1-Milch. Genauer gesagt macht die genetische Struktur des enthaltenen Beta-Kaseins den Unterschied. Dieses ist generell aus 209 Aminosäuren zusammengesetzt. An Position 67 sitzt beim A1-Betakasein die Aminosäure Histidin und bei A2-Betakasein die Aminosäure Prolin. Ob eine Kuh A1- oder A2-Milch gibt, ist genetisch bedingt und kann mit der Domestikation der Rinder zusammenhängen. Auch die Mischform A1/A2-Betakasein kommt vor. In der gängigen hiesigen Milch sind beide Beta-Kaseine gemischt.

Rinderrassen wie die des Zebus, des Guernseys oder des Jerseys produzieren fast ausschließlich A2-Milch. Auch bei den europäischen Rinderrassen gibt es Unterschiede. Während 60 bis 65 Prozent der Fleckviehkühe A2-Milch geben (manche Quellen sprechen auch von 70 Prozent), sind es bei Braunvieh zwischen 80 und 85 Prozent. Bei den schwarz-weißen Holstein-Kühen sind es am wenigsten, die A2-Milch geben, nämlich 60 bis 70 Prozent.

Kraus, der auch der Vorsitzende im Wertinger Zuchtverband ist, verkauft seine Milch unter dem Namen „Wohlfühlmilch“. Von rund 20 seiner Kunden weiß er, dass sie vorher keine Milch vertragen und mit der A2-Milch keine Probleme haben.

Um herauszufinden, was an der Milch dran ist, hat er zuerst nur eine Kuh separat gemolken und je einen Liter davon einem Dutzend Leuten gegeben, denen Milch Probleme macht. „Es war schwierig, die Leute dazu zu bringen, die A2-Milch zu testen“, sagt der Bauer, „die Symptome sind ja teils so schwer, dass sie sich die Sache schon genau überlegt haben.“ Die Resonanz war durchweg positiv. Das hat Kraus davon überzeugt, weiter in diese Richtung zu gehen, auch wenn viele seiner Landwirtskollegen skeptisch sind. Er hat separate Milchleitungen in seine Melkroboter eingezogen, seine Kühe testen lassen und einen speziellen Kühltank angeschafft. Insgesamt 20.000 Euro hat er investiert. Heute kommen die Leute teils von weit her, um seine Milch zu zapfen.

"Der Tag ist jetzt planbar"

Carina Klein aus Graben, einem Ort zwischen Augsburg und Landsberg, kommt immer vorbei, wenn sie ihre 30 Kilometer weit entfernte Verwandtschaft in der Nähe besucht. Schon als Baby hatte ihr Körper nach dem Abstillen nicht gut auf Kuhmilch reagiert. Richtig schlimm wurde es bei ihr im Kindergartenalter. Auch bei ihr verursacht Milch Bauchschmerzen, Blähungen, Unwohlsein, Durchfall und wenn es ganz schlimm ist, auch Übelkeit. Das Ergebnis eines Tests beim Arzt: Laktoseintoleranz. Dabei wird zu wenig vom Enzym Lactase produziert. So wird der Milchzucker, das heißt, die Laktose, nicht in die verwertbaren Zuckerarten D-Galaktose und D-Glukose gespalten. Die Vergärung der ungespaltenen Laktose im Dickdarm führt dann zu Blähungen und Durchfall. 

Weil der eine mehr, der andere weniger Lactase produziert, fallen die Symptome unterschiedlich aus. „Bei mir war es teils so schlimm, dass ich den ganzen Tag auf der Couch oder der Toilette verbracht habe“, sagt Klein. An manchen Tagen geht es aber auch ganz gut und sie hat „nur“ Bauchschmerzen. Da in Hartkäse durch den Reifeprozess keine Laktose mehr vorhanden ist, kann Klein diesen Käse essen. „Komischerweise geht warmer Käse aber überhaupt nicht.“ Das stimmt sie nachdenklich. Eine weitere Frage, die hier auftaucht: Was hat die Struktur des Beta-Kaseins mit der Laktoseintoleranz zu tun? A2-Milch hat einen normalen Milchzuckergehalt.

Fällt das Stichwort A2-Milch, wird auch das Beta-Casomorphin-7 diskutiert. Es entsteht, wenn das Betakasein der A1-Milch aufgespalten wird. Da die Aufspaltung bei A2-Milch anders verläuft, sei sie „besser verträglich und eignet sich auf für Laktoseintolerante Personen“, so schreibt jedenfalls Stefanie Sick vom Tiroler Braunviehzuchtverband in ihrem Artikel. Sie weist aber darauf hin, dass die Zusammenhänge noch nicht wissenschaftlich gesichert sind. Landwirt Kraus hat die Hypothese, dass von den Menschen mit Laktoseintoleranz nur drei bis vier Prozent tatsächlich auf die Laktose reagieren. Der Rest habe eine A1-Milch-Unverträglichkeit. „Aber das ist nur eine grobe Einschätzung von mir“, sagt er, „wo ich mir jedoch sicher bin, das ist die Unverträglichkeit, die im Jugendalter entsteht. Da ist es garantiert das Beta-Kasein.“ Eine gewagte These. Einen Test gibt es dafür bisher nicht.

In Neuseeland schreibt die A2-Milch jedenfalls eine Erfolgsgeschichte. Der Umsatz der „a2 Milk Company“, die ausschließlich A2-Milch produziert, stieg seit 2007 stark an und verdoppelte sich vom Jahr 2015 auf 2016 sogar. Das Unternehmen vermarktet im Inland und setzt auf den Export nach Australien, China, die USA und seit 2016 auch nach England. Was hat es also mit der Milch auf sich? Könnte diese Milch noch mehr Menschen helfen? Warum ist sie in Australien so erfolgreich, während man bei uns kaum darüber spricht?

Eine Anfrage bei der Allgäuer Herdebuchgesellschaft (AHG), einerm Zuchtverband, der die Bauern bei der Vermarktung und Aufzucht von Rindern unterstützt, soll erste Informationen liefern. Dr. Franz Birkenmaier, der Zuchtleiter Organisation, die hauptsächlich mit Braunvieh züchtet, zeigt sich grundsätzlich interessiert. Das könne eine Chance für die hiesigen Landwirte werden. „Ich sehe das immer im Interesse des Braunviehs“, sagt er. Die genomische Selektion, die jetzt zur Zucht eingesetzt werde, zeige, dass die Braunviehkühe bei uns zu rund 90 Prozent A2-Milch liefern. Mit der neuen SNP-Chip-Typisierung könne jeder Landwirt, der seine Kühe genomisch auf alle wichtigen Zuchtmerkmale testen lasse, sehen, ob sie A1-, A1/A2- oder A2-Milch liefere. Doch schließt sich Birkenmaier der „offiziellen Lesart in Bayern an“, die von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) herausgegeben wird: Es fehlten Studien, die effektive Aussagen liefern.

Im Papier „Monitoring von Beta Kasein über die Genomische Selektion“, an dem Autoren der LfL beteiligt sind, legen sie dar, dass es zu dem Thema bisher erst zwei Studien mit 40 bzw. 45 Probanden in China gebe, was nicht aussagekräftig sei. Auch weisen sie auf die negativen Folgen für andere Zuchtmerkmale hin, die eine reine Selektion der Rinder auf das A2/A2-Merkmal zur Folge hätten.

Das Max Rubner Institut urteilt im Jahr 2016, dass die in den Medien popularisierten „Aussagen zur besseren Verträglichkeit von A2-Milch bei Laktoseintoleranz jeder wissenschaftlichen Grundlagen entbehren“. AHG-Zuchtleiter Birkenmaier erklärt sich den Erfolg der „a2 Milk Company“ mit dem Marketing. „Das muss man halt bewerben, dann hat es auch Erfolg. Wissenschaftlich belegte Fakten sind dabei noch nicht ganz so entscheidend. Wenn aber etwas dran ist, wird die A2-Milch sicherlich auch bei uns ein Thema. Es muss nur die erste Molkerei damit anfangen.“

Bei einem Landwirt aus der Eifel ist das bereits der Fall. Seine „Eifeler Urmilch“ steht seit Kurzem in den Regalen der dortigen REWE-Märkte, wofür auch geworben wird. Anders ist es bei Manuela und Rainer Held aus Schwarzenberg im Bregenzerwald. Sie haben die Werbetrommel nur wenig gerührt, wie sie sagen. Doch kommen auch auf sie viele Leute zu, die wieder Milch vertragen können. Seit zwei Jahren verkaufen die Helds die Milch nun im Hofladen und auf Bauernmärkten. Zehn ihrer 15 Kühe sind A2-Tiere; alle tragen Hörner und bekommen kein Kraftfutter.

Wie aussagekräftig sind die Daten?

Eine Studie ist in dem Papier der LfL und der ZuchtData aus Österreich und bei der Beurteilung durch das Max Rubner Institut nicht berücksichtigt. Die großangelegte Untersuchung ist erst später erschienen. 600 chinesische Probanden, die bei sich selbst eine Laktose-Intoleranz festgestellt haben wirkten mit. Sie tranken im Abstand von sieben Tagen einmal 300 Mililiter A1- und einmal dieselbe Menge A2-Milch oder anders herum. Auf einer Skala von 0 bis 9 urteilten sie über den Schweregrad der Symptome (Blähungen, Magenschmerzen, Stuhlfrequenz und -beschaffenheit und Magenknurren), die sie nach dem Milchkonsum empfanden. Während gerade die Blähungen und das Magenknurren bei A1-Milch mit einem Schweregrad von durchschnittlich 3 beurteilt wurden, war es bei A2-Milch 1 oder 2. Beim Stuhl stellten die Probanden bei A2-Milch keine Symptome fest. A1-Milch erreichte hier Schweregrade bis 2. Bauschmerzen traten insgesamt wenige auf. Jedoch hier schnitt die A2-Milch durchschnittlich um einen Punkt besser ab. 

Es wurde bei der Untersuchung aber auch getestet, wie die Probanden Laktose aufspalten und somit vertragen. Die Forscher unterschieden die Testpersonen in jene, die Laktose schlecht und gut aufspalten können. In beiden Gruppen schnitt die A2-Milch besser ab. Die Autoren der Studie schlagen daher die Hypothese vor, dass bei einigen der Teilnehmer nicht die Laktose Probleme bereitet, sondern das A1-Beta-Kasein. Auch sie schreiben, dass noch mehr Studien nötig sind. Die Crux an der Sache. Auch diese Untersuchung wurde von der „a2 Milk Company“ finanziert.

Franz Kuhnert, Lebensmittelingenieur aus Opfenbach bei Isny, der von den positiven Erfahrungsberichten einzelner fasziniert ist, nahm sich dem Thema in seiner Bachelorarbeit an. Er untersuchte in einer Machbarkeitsstudie, auf welchem Weg man den Zusammenhängen zwischen dem Konsum von A1- und A2-Milch und Wohl- bzw. Unwohlsein auf die Spur kommen kann. Für ihn haben die in China vorgenommenen Studien keine Aussage für Europa, da es dort einen ganz anderen ernährungskulturellen Bezug gebe. Auch für die LfL ist das ein Argument.

Während in Europa ungefähr 15 bis 20 Prozent aller Menschen an einer Laktose-Intoleranz leiden, verträgt ein Großteil der asiatischen Bevölkerung Laktose nicht. Die Minderbildung der Lactas ist hier genetisch Bedingt. Ob Symptome auftreten, hängt bei vielen Betroffenen damit zusammen, wie viel Laktose sie aufnehmen. Geringe Mengen bereiten nicht allen Probleme.

"Im Endeffekt entscheidet der Verbraucher"

Milch ist in China gerade stark gefragt. Die Chinesen orientieren sich an der europäischen Ernährungsweise, weil sie glauben, dass Milch die Menschen groß wachsen lässt und die Knochen stärkt. Wegen des Melamin-Skandals, bei dem im Jahr 2008 300.000 chinesische Babys starben, hat die landeseigene Milch dort keinen sehr guten Ruf. Die Chinesen schätzen ausländische Milchprodukte. Große europäische Milchkonzerne vermarkten dort Milchpulver-Produkte, die es bei uns teils gar nicht gibt. Auch die „a2-Milk-Company“ ist dort sehr erfolgreich.

Könnten sich auch Allgäuer Molkereien vorstellen, eine A2-Milch-Linie zu eröffnen? Direktvermarkter Kraus hat, wie er sagt, bereits viele Molkereien in Bayern abtelefoniert, um herauszufinden, ob sie A2-Milch vermarkten möchten. Oft hieß es, wenn eine andere Sparte ausläuft, vielleicht. Gerade für große Molkereien ist es kostenintensiv, eine neue Linie zu eröffnen. Es braucht dafür eigene Tankwagen, Leitungen und einen neuen Milchweg. Die Flüssigkeiten dürfen ja nicht vermischt werden.

Das sagt auch Gerhard Boscher, Milcheinkäufer bei Ehrmann. Für ihn ist die A2-Milch eine durchaus sinnvolle Nische, „aber nicht für uns als Großverarbeiter“. Er sieht sie eher in Kleinmolkereien. Voraussetzung: „Das muss einer wirklich vermarkten können.“ Boscher spricht auch von den nötigen Investitionskosten. Es ist eine Kostenfrage für alle Beteiligten, „im Endeffekt entscheidet der Verbraucher“. Der Milcheinkäufer berichtet, dass einzelne seiner Lieferanten immer mal wieder über dieses Thema diskutieren. Konkrete Nachfragen gebe es aber noch keine. Auch von Verbraucherseite sind noch keine Anfragen an das Unternehmen gegangen.

Ähnlich sieht es bei der Allgäuer Hof-Milch GmbH in Missen-Wilhams aus. Matthias Haug, einer der beiden Geschäftsführer der Heumilch-Molkerei, hat bisher nur einmal eine Anfrage vom Handel erhalten. Auch er sieht die A2-Milch eher in der Direktvermarktung und hat auch eine ganz pragmatische Frage: „Versteht der Kunde, was hinter dieser Milch steckt?“

"Wir zerreden das Thema, bis wir überrannt werden"

Dr. Thomas Grupp, Geschäftsführer der Bayern-Genetik GmbH, sieht in der A2-Milch und mit ihr auch im chinesischen Markt eine Chance für die hiesigen Landwirte. Die Bayern-Genetik züchtet Schweine und Rinder und vertreibt deren Samen. In ihrem von der „a2 Milk Company“ lizensierten Labor können Landwirte testen lassen, ob eine Kuh A1-, A2- oder A1/A2-Milch gibt. Auch A2/A2-Bullen hat die Bayern-Genetik im Samen-Angebot. Und die Nachfrage sei da. „Es gibt eine ganze Reihe von Landwirten, die konsequent auf A2-Milch züchten“, sagt Grupp. Er versteht nicht, warum die Studien aus China nicht relevant sein sollen. „Durch unsere hiesigen Erfahrungen wissen wir, dass es sehr wohl Menschen mit vermeintlicher Laktose-Intoleranz gibt, die die A2-Milch vertragen, Mischmilch aber nicht.“

Ein weiteres Argument, das für ihn die Verträglichkeit der A2-Milch bestätigt, ist Indien. Dort leiden mindestens 70 Prozent der Bevölkerung unter Laktose-Intoleranz. Gleichzeitig ist das Land der größte Milcherzeuger der Welt. Die Menschen dort haben anscheinend keine Probleme mit dem Milchkonsum. „80 Prozent der indischen Milch stammen aus A2/A2-Tieren“, erklärt Grupp, „also Büffeln, Ziegen, Kühen, von denen wiederum 80 Prozent Bos Indicus, also Zebus, sind.“

Der Geschäftsführer rechnet mit einem steigenden Nachfrage nach Milch. Einen weiteren „Push“ werde diese durch „die Erkenntnis bekommen, dass Menschen in der südlichen Hemisphäre Milch von A2/A2-Kühen vertragen, andere jedoch nicht“. Grupp hat Angst, dass hierzulande der Trend verschlafen werde.

Dass es bisher noch keine von allen anerkannte Untersuchung über die Wirkung von A2-Milch gibt, kann Fußballer Scherzer nicht nachvollziehen. „Bei mir hat es geholfen. Ich hoffe, dass man die unterschiedliche Wirkung von A1- und A2-Milch noch nachweisen kann“, sagt er. Er sieht durchaus Potential, dass die A2-Milch noch mehr Menschen mit Kasein-Unverträglichkeit helfen kann. „Es gibt viele Leute, die die gleichen Probleme haben wie ich, man muss es halt testen lassen“, sagt er.

Carina Klein, die an Laktoseintoleranz leidet, gefällt an ihrem neuen Milchlieferanten, dass sie sehen kann, wie es den Tieren geht. Die Haltung ist ihr wichtig. Was die Wissenschaft letztendlich über die A2-Milch sagt, dagegen nicht: „Mir hat die Milch geholfen. Das ist mir genug“, sagt sie.

Im Moment laufen zwei Studien zum Thema, die vielleicht Licht ins Dunkel bringen können. Das Unternehmen AgResearch Limited untersucht mit der Universität von Auckland mögliche präventive Effekte von A2-Beta-Kasein auf den menschlichen Darm. Und auch in Bayern wird geforscht. Die Wissenschaftler des KErn – Kompetenzzentrum Ernährung in Freising bei München sitzen an der Literaturstudie „A1 und A2 Beta-Casein und mögliche Wirkungen auf die menschliche Gesundheit“. Die Daten sind im Moment noch in Bearbeitung und sollen voraussichtlich im April veröffentlicht werden.

Lebensmittelchemikerin Simone Hörrlein, die an der Studie beteiligt ist, hat auch eine Theorie, warum A1-Milch Menschen mit Laktose-Intoleranz mehr Probleme bereiten könnte. Das A1-Beta-Casein-Spaltprodukt Beta-Casomorphin-7 könne von den meisten Enzymen im Darm nicht weiter aufgespalten werden. Das führt dazu, dass sie an Opiat-Rezeptoren im Darm andocken. Bewiesen ist, dass das Beta-Casomorphin-7 die Darmperestaltik dadurch dämpft und somit die Verweildauer der Nahrung und auch der Laktose im Darm verlängert. Die Betroffenen bekämen die Folgen der Laktose-Vergärung dadurch stärker zu spüren als bei A2-Milch, wo die Peristaltik schneller arbeite, so Hörrleins Theorie.

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