Viele Modelle für ein lange selbstbestimmtes Leben 

Wie wir im Alter leben – Teil 2

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Senioren-WG, Pflegeheim, häusliche Pflege, Tagespflege.... die Angebote sind heute vielfältig. Eine Herausforderung bleibt die Pflegesituation für unsere Gesellschaft dennoch – nicht nur unter finanziellen und personellen Aspekten.
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Vielfältige Angebote für ältere Menschen in Kempten und hilfreiche Adressen finden Seniorinnen, Senioren und gegebenenfalls Angehörige in der Broschüre „Älter werden in Kempten“, herausgegeben von der Stadt Kempten.
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Erst vor Kurzem wurde auch eine Broschüre mit Angeboten speziell im Kemptener Westen herausgebracht.

VON STEFFI KOLLER

Die heutigen Senioren sind fit wie nie. Trotzdem mag sich kaum einer Gedanken über das Alter machen. Doch das wäre dringend nötig, denn Experten sprechen vom drohenden „Pflexit“. Was muss passieren, um den Pflegenotstand zu beenden? Können und wollen wir uns als Gesellschaft schlechte Pflege leisten?

Ein großes Thema für Senioren ist die Einsamkeit im Alter. Ich erinnere mich an meine Oma, als sie plötzlich pflegebedürftig wurde und die Wohnung nicht mehr allein verlassen konnte. Früher ging sie mit uns Enkeln täglich im Wald spazieren. Plötzlich war sie darauf angewiesen, dass wir zu ihr kamen. An einem monotonen Tag, den sie auf dem Fernsehsessel verbachte, war dann ein paar Stunden jemand zum Reden da. So geht es vielen alten Menschen. Schlimm ist es insbesondere für diejenigen, die keine Familie haben. 

Zusammen ist man weniger allein

Allein sein ist schwer zu ertragen und die Tage können lang sein. Das berichten auch Altenpfleger im ambulanten Dienst. „Für viele alte Menschen bin ich der einzige persönliche Kontakt am Tag“, erzählt Altenpfleger Markus in der ZDF Dokumenation „Mehr als satt und sauber“. Auch ich erinnere mich daran, wie erleichtert meine Oma war, wenn endlich „jemand kam“. Leider ist Zeit für gute Gespräche in der Pflege meist Mangelware. Wenn es überhaupt möglich ist, Hilfe zu finden. 

Das erlebt auch Krankenschwester Ingeborg Petrich, die im Entlassmanagement arbeitet. Seit Oktober 2017 sind Krankenhäuser dafür zuständig, dass eine lückenlose ambulante Behandlung an den Aufenthalt anschließt. Doch es seien heutzutage immer weniger Menschen bereit, ihre Angehörigen zuhause zu pflegen. Und der ambulanten Altenpflege fehle das nötige Personal. So werde es immer schwieriger, ältere pflegebedürftige Menschen aus dem Krankenhaus zu entlassen, da die Anschlussbetreuung nicht gesichert werden kann.

Diese Probleme kennen auch die Johanniter. „Durch unsere Arbeit in der ambulanten Pflege sind wir täglich mit den Sorgen und Ängsten der älteren Mitbürger konfrontiert“, erklärt Markus Adler, Mitglied des Regionalvorstands der Johanniter im Allgäu. Er kennt die typischen Fragen, die sich Senioren im Alter stellen. Man wolle den Kindern nicht zur Last fallen, aber sein selbstbestimmtes Leben auch nicht aufgeben.

Die Johanniter bieten deshalb ein neues „Wohnprojekt“, ambulant betreute Senioren-WGs in der Region an. Jeder Bewohner hat ein eigenes Appartement. Küche, Gemeinschaftsraum und Bad werden gemeinsam genutzt. Die Wohnungen seien ganz bewusst in bestehenden Mehrfamilienhäusern, um eine Heim-Atmosphäre zu vermeiden. Damit das Zusammenleben gut funktioniert, sollen sich die Bewohner frühzeitig kennen lernen. Erst wenn eine harmonische Gemeinschaft gefunden ist, geht es los mit der Alters-WG.

Auch in Holland macht man sich Gedanken, wie ein gutes Leben im Alter aussieht. „Brücken bauen zu den Jungen“ soll das „Woonstudenten“-Projekt im Altenheim „Humanitas“ in Deventer, nahe der deutschen Grenze. Sechs Studenten leben dort gemeinsam mit 160 Senioren. Als Gegenleistung für kostenfreies Wohnen verbringen sie 30 Stunden pro Monat mit den Senioren. „Wir müssen aufhören, Ältere aus der Mitte unserer Gesellschaft an den Rand zu drängen”, erklärt Direktorin Gea Sijpkes ihr Konzept. Und es funktioniert: Umfragen unter den Bewohnern zeigen, dass sich ihr Wohlbefinden deutlich verbessert hat. Die „Jungen“ erklären den Senioren, wie E-Mails funktionieren, machen Ausflüge mit ihnen oder hören einfach zu. Dabei gewinnen beide Seiten: Die Studenten finden Wohnraum und die Senioren bekommen Zuwendung. Und die Gemeinschafts-Erlebnisse vertreiben die gefürchtete Einsamkeit. Vielfältige Freitzeit-Aktivitäten, Ausflüge und kulturelles Veranstaltungen sind deshalb heute auch in klassischen Pflegeheimen an der Tagesordnung. Und wie sieht es mit dem Angebot an stationären Heimplätzen in Kempten aus? Ich frage beim Seniorenbeauftragten Köster nach. „Die Einrichtungen sind sehr unterschiedlich, man muss sich sein eigenes Bild machen, was einem am besten gefällt“, meint er. Doch qualitativ seien sie alle gut. „Ähnlich wie bei den Kita-Plätzen, dämmert es mir. Muss man sich eigentlich alles erst einmal vorab anschauen und dann hoffen, dass man auch einen freien Platz ergattert, wenn man plötzlich einen braucht?

Wer soll das bezahlen?

Mit den Pflegestärkungsgesetzen von 2015 wird vor allem Pflege zu Hause gestärkt. Doch wenn das nicht mehr geht und ich von heute auf morgen in ein Pflegeheim ziehen muss? „Das ist erfahrungsgemäß schwierig“, weiß Stadtdirektor Benedikt Mayer vom Referat für Jugend und Soziales, „mit etwas Vorlauf lässt sich in Kempten ein Platz in einer betreuten Wohnanlage finden“. Aktuell seien jedoch 90 Prozent der Pflegeeinrichtungen in Kempten ausgelastet. Wenn man von „jetzt auf gleich“ einen Platz benötigt, wird es eng, berichte ich meinem Mann. „So schnell geht das ja nicht“, wiegelt er ab. „Da ist erst mal Reha und Kurzzeitpflege angesagt.“ Hilft das zur Überbrückung? „Auch bei der Kurzzeitpflege gibt es viel zu wenig Plätze in der Region“, berichtet mir Lothar Köster. Das bedeutet für Betroffene, dass sie weit weg von ihrem Wohnort untergebracht sind. „Da kann man schon mal 100 Kilometer weit fahren müssen“,sagt er. 

Ingeborg Petrich bestätigt dieses Bild, auch sie findet nur mit Mühe freie Plätze für die entlassenen Patienten. Hat man einen Platz im Pflegeheim gefunden, wird man über die Kosten erschrecken. Immerhin gibt es finanzielle Unterstützung von der Pflegekasse. Doch Heimplätze sind teuer, circa 3000 Euro im Monat sind normal. Die Kosten der Unterbringung mit Vollpension muss der Bewohner tragen. „Wieso ist das denn so teuer?“, frage ich Indra Baier-Müller, Geschäftsführerin der Diakonie. „Gute Pflege braucht viel Personal, da sind die Kosten entsprechend hoch“, erklärt sie. Und Unterbringung und Vollverpflegung kommen hinzu. „Falls wir pflegebedürftig werden, wird das teuer. 

Wir sollten nochmal ordentlich sparen“ eröffne ich meinem Mann. Er lächelt milde, denn der Hauskredit wird uns noch ein paar Jahrzehnte begleiten. „Wenn ich in ein Pflegeheim muss und wir das nicht bezahlen können, muss mein Mann dann aus dem Haus ausziehen?“, frage ich erschrocken bei Köster nach. Nein, beruhigt er mich, das Eigenheim zähle zum „Schonvermögen“. Neben rund 5000 Euro, die noch auf dem Konto sein dürfen. Ausserdem werden dann die Kinder zur Kasse gebeten. Für den Rest springt das Sozialamt ein. Die Pflegekosten sind bei uns in Deutschland also Familien-Angelegenheit, wie auch die Pflege selbst, denke ich. Doch es gibt auch zerrüttete Familien, in denen die Bereitschaft zur Bezahlung von Elternunterhalt sicher nicht besonders groß ist. Rein rechtlich sind Kinder jedoch in der Pflicht, zumindest einen Teil der Kosten für ihre Eltern zu tragen.

Was sollte eine Gesellschaft "leisten"?

Ganz anders ist Pflege bei den Nachbarn im Norden aufgestellt. In Holland und Skandinavien ist sie eine komplett öffentliche Aufgabe. „Das ist bei uns in Deutschland ein gesellschaftliches Problem“, sagt die Politikwissenschaftlerin Cornelia Heintze im Interview mit dem Deutschlandfunk. Wir haben laut Heintze „die schlechteste Pflegesituation im internationalen Vergleich“. 

Die neue Bundesregierung verspricht, Pflege zu stärken. Es sollen etwa 8000 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Doch man hört keinen tosenden Applaus in der Pflege-Branche. „Die geplante Soforthilfe geht völlig am Bedarf vorbei“, erklärt Heintze. „Das sind im Schnitt nur 0,6 Stellen pro Pflegeeinrichtung“, rechnet sie vor. Sie sieht das eigentliche Problem in der Pflege ganz woanders: „Die Politik formuliert für die Einrichtungen Ziele, die durch die vorherrschenden Rahmenbedingungen und die Finanzausstattung systematisch verfehlt werden.“ Anders als bei den Vorzeige-Ländern Holland und Skandinavien ist Pflege bei uns eben keine Aufgabe der Kommune, sie wurde stattdessen „an den Markt delegiert“. Wie kann eine sinnvolle Finanzierung auch bei uns aussehen? 

Heintze spricht sich für eine Mischfinanzierung aus Steuergeldern und höhere Beiträge aus. Aktuell zahlen wir zwischen 2,5 und 2,8 Prozent für die Pflegeversicherung. Doch das reicht für den steigenden Bedarf nicht aus. In Holland sei dreimal so viel Geld in den Pflege-Kassen. Das sieht auch Johanna Knüppel vom deutschen Berufsverband für Pflegeberufe so. 

„Die Versorgung einer alternden Gesellschaft ist eben eine gesellschaftliche Aufgabe“, so Knüppel. „Und es ist im deutschen Grundgesetz verankert, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.“ „Was uns gut tun würde, ist ein langfristiger Blick auf das Alter und die Lebensleistung der Menschen“, sagt dazu der Seniorenbeauftragte Lothar Köster. Kinder und alte Menschen, die vermeintlich „aktuell“ nichts „leisten“, haben in unserer Gesellschaft einen niedrigen Stellenwert. Obwohl sie unseren heutigen Wohlstand erarbeitet haben und zukünftig unsere Renten bezahlen sollen.

Pflexit – who cares?

Ganz schön verfahren, das Thema. Vielleicht ist die „optimistische Verweigerungshaltung“ meines Mannes nicht ganz verkehrt. Da kann man schon mal hoffen, dass einem das Ganze erspart bleibt. Doch letztendlich haben Pflege-Experten recht. Der Fachkräfte-Mangel betrifft uns alle. Wir können nicht darauf bauen, dass unsere Kinder sich schon kümmern werden. 

Experten sprechen bereits vom „Pflexit“ – denn viele Fachkräfte wandern in Nachbarländer ab, die attraktivere Arbeitsbedingungen bieten. Die TU Berlin hat das mit der Studie „Pflege wandert aus“ belegt. Der Personalbedarf kann nicht mit örtlich ausgebildeten Fachkräften erfüllt werden. Es fehlen laut Caritas 53.400 Pflegende bis zum Jahr 2030. Das spüren Pflegekräfte jeden Tag, fällt jemand aus, wird’s eng auf den Stationen. Bei den Dagebliebenen wächst die Arbeitsbelastung. Jeden zweiten freien Tag werde man angerufen, ob man einspringen könne, erzählen Pflegefachkräfte aus dem Arbeitsalltag. Rund ein Drittel der Studien-Teilnehmer gab an, emotional erschöpft zu sein. 

Im Schnitt sind Pflegekräfte nur 8,3 Jahre im Beruf. Dann wechseln sie die Branche oder das Land. Das bestätigt die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 2007. Stellen für examinierte Alten-Pfleger sind im Schnitt 167 Tage unbesetzt. Das sind 67 Prozent mehr als beim Durchschnitt aller Berufe.

Auch Indra Baier-Müller von der Diakonie Kempten sucht dringend mehr Personal. „Uns fehlen vor allem Pflegefachkräfte“, erzählt sie. „Wir können unsere Einrichtungen nicht voll belegen, wenn wir nicht das nötige Personal haben. Vorgeschrieben sind mindestens 50 Prozent Fachkräfte in einer stationären Einrichtung. Und der Markt ist völlig leergefegt, auch bei den ambulanten Diensten“, berichtet sie. Schaut man sich bei den Kollegen von Kaufbeuren bis Oberstdorf um, zeigt sich das gleiche Bild. „Wir bilden schon überproportional viele Lehrlinge aus“, so Baier-Müller. „Der Bedarf kann aus eigener Kraft aber nicht gedeckt werden. Dabei ist die Altenpflege ein attraktives, verantwortungsvolles Berufsfeld“, findet sie.

Mehr Wertschätzung für die "Unermüdlichen"

Anscheinend ist der Beruf nicht attraktiv genug, um den Bedarf zu decken. Liegt es am zu geringen Gehalt? Fachkräfte in der Altenpflege verdienen bundesweit im Median 2621 Euro. Viele Experten sagen, ja, es brauche für den verantwortungsvollen Job deutlich mehr Geld. Auch Politiker sprechen sich für mehr Lohn aus. Die freien Wähler Oberallgäu fordern eine Anhebung des Tariflohns auf den Bundesdurchschnitt (rund 3700 Euro) und auch die Grünen finden die aktuellen Pflege-Gehälter unangebracht. Die große Koaltition will zunächst die Tarifbindung stärken. Experten wie Knüppel und Baier-Müller zweifeln an der Wirksamkeit. Die wenigsten Einrichtungen seien tarifgebunden. Niedrige Gehälter sind für sie nicht der Hauptgrund, weshalb so viele aus dem Beruf aussteigen. Die Arbeitsbelastung müsse reduziert und neue Kräfte rekrutiert werden, so Knüppel. 

Wie sind wohl die aktuellen Schülerzahlen in der Ausbildung? „Wir hätten schon noch freie Plätze in Kempten “, berichtet mir Direktorin Sonja Löffler von den Berufsfachschulen für Altenpflege. Der Beruf muss also für mehr Menschen attraktiv werden, aber wie? Eine Ausbildungsreform soll helfen. „Die neue Ausbildung soll Fachkräfte besser auf die veränderten Herausforderungen vorbereiten und neue Berufs- und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen“, schreibt das Bundesministerium zu seiner Reform. 

Die Fraktion der Grünen sieht darin ebenfalls die Chance, „Care Berufe“ aufzuwerten. Die neue generalistische Pflege-Ausbildung startet 2020. Diesen Sommer soll der Ausbildungsrahmen feststehen, erklärt Sonja Löffler. „Die Ausbildung ist dann EU-weit wettbewerbs- und anschlussfähig“, erzählt sie weiter. „Bei der dreijährigen Ausbildung mit dem Abschluss Pflegefachmann oder -frau lernen die Schüler selbstständige, umfassende und professionelle Pflege von Menschen aller Alterstufen.“ Danach gebe es durch Weiterbildung weitere Spezialisierungsmöglichkeiten. Dann haben die Absolventen die Möglichkeit, in allen Pflegeeinrichtungen tätig zu sein. „Sicherlich wird den Absolventen von ihren Ausbildungsbetrieben eine Stelle angeboten“, meint Löffler.

Kann man noch etwas tun, um den Beruf attraktiver zu machen? Ich frage Baier-Müller, wie sich denn die Diakonie engagiert, um als Arbeitgeber zu glänzen. „85 Prozent unserer Beschäftigten sind weiblich. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist also besonders wichtig. Wir versuchen, flexible Arbeits-Modelle für unsere Mitarbeiter anzubieten.“ Von den 450 Köpfen bei der Diakonie ist ein Großteil in Teilzeit tätig.“ Das hört sich nach einem ziemlich großen Verwaltungsaufwand an. 

„Man muss auch als Arbeitgeber flexibel sein, um gutes Personal zu bekommen und zu halten“ weiß Baier-Müller. „Der Beruf ist emotional und physisch fordernd. In der Pflege könnte man, wie in der Automobilindustrie üblich, eine 35- oder 32-Stunden Woche anstreben“, schlägt Baier-Müller noch vor. „Bis zur Rente hält das ohnehin keiner in Vollzeit durch“ bestätigen Fachkräfte aus der Pflege diese Einschätzung. Die meisten Kollegen würden lieber in Teilzeitmodellen arbeiten.

Eine Ausbildung in Teilzeit fände Baier-Müller eine sinnvolle Ergänzung. Das fordern auch die Grünen, um den Zugang zur Ausbildung zu erleichtern. „Derzeit gibt es kaum Nachfrage, um solche Kurse zu starten“ winkt Sonja Löffler von den Berufsfachschulen ab. Wieso ist die gesellschaftliche Anerkennung des Berufs eigentlich so gering?, frage ich mich. Wir leben schließlich in einer alternden Gesellschaft. Mit dem alt und krank werden, möchte sich wohl keiner beschäftigen. 

Seltsamerweise sieht man auch kaum aufgebrachtes Pflegepersonal für bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren. „In der Pflege jammern wir auf hohem Niveau“, meint dazu Krankenschwester Ingeborg Petrich. Das liege sicher auch an dem Menschentypus, der in der Pflege arbeite. Die „Unermüdlichen“ hielten den Laden eben immer weiter am Laufen. Und wo sonst wild gestreikt und um höhere Tarife gerungen wird, fehle eine gemeinsame Stimme in der Pflegebranche.

„Man weiß erst, was da geleistet wird, wenn man mal einen Tag in einer Einrichtung verbringt“, erzählt Baier-Müller. „Ein verpflichtendes Jahr im sozialen Bereich täte unserer Gesellschaft gut“, ist sie überzeugt. „So würden viele einen ganz neuen Blick auf diesen verantwortungsvollen Beruf bekommen. Schließlich werden wir alle irgendwann alt.“

Auch die Regisseurin des Films „Mehr als satt und sauber“, Anabell Münstermann hat sich dazu Gedanken gemacht. „Ich bin berührt von dem, was ich erleben durfte, und habe großen Respekt vor der Arbeit der Altenpfleger, aber auch vor den Menschen, die ihr Alter, ihre Gebrechen und ihre Einsamkeit klaglos ertragen. Genau wie Pfleger Markus frage ich mich, warum sie so allein gelassen werden. Sie hätten ein anderes Leben in Würde verdient!“ Auch Lothar Köster, der Seniorenbeauftragte der Stadt Kempten, wünscht sich „mehr Wertschätzung für die Pflegeberufe“. Und „mehr Personal, damit immer genug Zeit bleibt für den Menschen“.

Barrierefrei wohnen

Das Haus ist nicht barrierefrei, die Umbaukosten hoch? Für die Prüfung einer Wohnraum-Förderung für behinderte Menschen haben wir versehentlich den falschen Ansprechpartner abgedruckt. Bitte wenden Sie sich dafür an die:

Stadt Kempten, Amt für Ausbildungsförderung, Senioren- und Wohnungsfragen, Wohnraumförderungen, 6.OG, Zimmer 603, Gerberstraße 2, 87435 Kempten (Allgäu), Ansprechparterin: Ellen Köhler, Tel: 0831/25 25 300, E-mail: wohnungswesen@kempten.de

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