Unstimmigkeiten beseitigt

Bis spätestens Ende des Jahres 2014 soll das XXXLutz-Möbelhaus am Haslacher Berg fertiggebaut sein. Das habe ein Vertreter des Unternehmens gegenüber OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) mündlich und schriftlich geäußert, wie der Rathauschef am Dienstag im Bauausschuss berichtete. Dass sich tatsächlich bald etwas am Haslacher Berg tut, darauf weist der aktuelle Bericht zum Vorhaben hin. In Sachen Fassade und Höhenentwicklung des Gebäudes hat XXXLutz die bei der letzten Behandlung des Themas geforderten Änderungen weitgehend umgesetzt, sodass sich Stadträte und Bauverwaltung am Dienstag mit dem aktuellen Stand zufrieden zeigten.

Im Zuge der Vorabstimmungen mit XXXLutz verblieben zuletzt drei Themen, die vor der erneuten Überarbeitung des Bebauungsplanentwurfs bereits im April dem Bauausschuss vorgestellt wurden: Stellplätze, Fassade und Gebäudehöhen. Nachdem das Unternehmen Vergleichszahlen vorgelegt hatte, herrschte im Bezug auf die Stellplätze (es entstehen insgesamt 639 in Tiefgarage und oberirdisch) bereits in der April-Sitzung Einigung. Noch nicht einverstanden waren Bauverwaltung und Stadträte damals jedoch mit der Fassaden-Gestaltung und den Gebäudehöhen (der KREISBOTE berichtete). Nach dieser Sitzung gab es Antje Schlüter, Leiterin des Stadtplanungsamts, zufolge erneut ein Abstimmungsgespräch mit einem entscheidungsberechtigtem Mitinhaber der Investoren. Die Bauverwaltung konnte dabei die vom Bauausschuss formulierten Ziele weitgehend umsetzen. „In der Frage der absoluten Höhenentwicklung der Baukörper wurde eine Reduzierung der Gesamthöhe erreicht, es ging ein gutes Stück nach unten“, erläuterte Antje Schlüter. Die geplante Erdgeschosshöhe entspreche im Eingangsbereich nunmehr dem Niveau der Bahnhofstraße, Richtung Süden liege das Erdgeschoss etwa 60 Zentimeter über, im Norden circa 50 Zentimeter unter dem Straßenniveau. Dafür wurden jedoch konstruktive Zugeständnisse bei den Geschosshöhen vereinbart, wodurch allerdings keine zusätzlichen Sichtbeeinträchtigungen für die Anwohner entstehen, wie Schlüter betonte. Die geplante Lochblech-Fassade ist auf Grundlage der Anregungen aus dem Bauausschuss und der Verwaltung überarbeitet worden. So konnte eine größere Tiefenwirkung durch einen Abstand zwischen Metallschale und Wand erreicht werden. Zur Betonung der räumlichen Tiefe ist eine Hinterleuchtung des Zwischenraums von unten vorgesehen. Investor XXXLutz habe zudem zugesichert, dass hinter den großen Glasflächen keine Werbeanlagen vorgesehen sind, so die Amtsleiterin. „Die vorgestellte Fassade wurde somit akzeptiert, da sie mit ihrem Erscheinungsbild dem städtebaulichen Anspruch an der südlichen Stadteinfahrt entsprechen kann.“ Nachdem die drei Themen – Stellplätze, Fassade und Gebäudehöhe – geklärt waren, mussten Einzelbeschlüsse zu Themen gefasst werden, die bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit im März und April 2011 aufgekommen sind. Unter anderem ist nun endgültig festgezurrt, dass das Randsortiment auf 3020 Quadratmeter begrenzt wird. Für das Sortiment „Leuchten“ gibt es keine Flächenbegrenzung mehr. Ein weiterer Punkt ist die geplante Gemeinschaftsgarage im rückwärtigen Bereich. XXXLutz wollte diese aus den Festsetzungen des Bebauungsplans gestrichen haben, da keinerlei Interesse der Nachbarn und des Bauträgers an der Errichtung bestünde. Da die Garagenanlage jedoch zwingend erforderlich ist, um den Stellplatzbedarf der benachbarten Grundstücke sicherstellen zu können, beschlossen die Stadträte die Festsetzungen im Bebauungsplan zu belassen. Ob die Garage tatsächlich gebaut wird, hängt laut Baureferentin Monika Beltinger davon ab, ob von Seiten der Anwohner genug Interesse besteht. Geregelt wurde im Ausschuss außerdem die Dachbegrünung, die Materialien für den Vorplatzbereich und die maximale Größe für Solarthermie- und Photovoltaikanlagen auf dem Dach (maximal 30 Quadratmeter, damit keine Sichtbeeinträchtigungen für die Nachbarn entstehen). Insgesamt war der Bauausschuss mit dem jetzigen Planungsstand zufrieden und billigte die Änderung des Bebauungsplans einstimmig. „Bei der Fassade wurden unsere gewünschten Änderungen voll umgesetzt und auch die geplante Höhe ist jetzt wieder eine deutliche Verbesserung für die Hinteranlieger. Da lässt sich ordentlich drauf aufbauen“, so OB Netzer. Karl Sperl (CSU) fand es sehr erfreulich, dass der Investor weiterhin Interesse am Bau des Möbelhauses habe. „Die ganze Bevölkerung wartet, dass es endlich kommt.“ Siegfried Oberdörfer zeigte sich froh darüber, dass Bauausschuss und Bauverwaltung in Sachen Höhe und Fassadengestaltung hart geblieben ist. „Jetzt ist eine für ein Möbelhaus annehmbare Lösung entstanden.“ Die öffentliche Auslegung erfolgt laut Schlüter im September und ist auch im Internet einsehbar.

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