Container müssen weg

Bedingungen für die Zustimmung

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Mit der Containerlösung im Innenhof des Gebäudes der geplanten Gemeinschaftsunterkunft in der Maler-Lochbihler-Straße ist der Bauausschuss nicht einverstanden.

Kempten – Die von der Regierung von Schwaben geplante künftige Nutzung des Gebäudes Maler-Lochbihler-Straße 14 als Gemeinschaftsunterkunft für 120 Asylbewerber (der Kreisbote berichtete) hat der Bauausschuss am Dienstag an bestimmte Bedingungen geknüpft. 

So müssen zum einen alle Sanitäranlagen im Gebäude untergebracht werden und zum anderen Kochmöglichkeiten für die Bewohner geschaffen werden.

Wie Benedikt Mayer, Jugend-, Schul- und Sozialreferent der Stadt, erläuterte, rechnet Schwaben derzeit mit rund 180 neuen Flüchtlingen pro Woche. Da die Asylbewerber prozentual auf Städte und Landkreise verteilt werden, muss auch Kempten seine Kapazitäten stetig erweitern.

Nun möchte die Regierung von Schwaben im ehemaligen Staatlichen Bauamt in der Maler-Lochbihler-Straße, das vor einigen Wochen bereits kurzzeitig als Notunterkunft genutzt wurde, eine Gemein- schaftsunterkunft für 120 Asylbewerber einrichten. Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, muss die Stadt Kempten ihr gemeindliches Einvernehmen erteilen.

Eine solche „Einrichtung für soziale Zwecke“ ist laut Bauordnungsamtsleiterin Dr. Franziska Renner im Wohngebiet zulässig. Geplant sei von Seiten der Regierung die Nutzung von Untergeschoss, Erdgeschoss sowie erstem und zweitem Obergeschoss. Untergebracht wer- den sollen 120 Asylbewerber, in Notsituationen kurzzeitig eventuell auch mehr. Während in den Obergeschossen der Einbau von Dusch- und WC-Anlagen geplant ist, sollen die künftigen Bewohner des Erdgeschosses, wie schon in der Notunterkunft, in Containern im Hof duschen.

Doch damit war der Bauausschuss so nicht einverstanden. „Wenn das Gebäude auf längere Sicht genutzt werden soll, verstehe ich nicht, dass weiterhin die Container genutzt werden sollen“, meinte CSU-Fraktionsvorsitzender Erwin Hagenmaier. Integrationsbeauftragter Siegfried Oberdörfer (SPD) forderte ebenfalls, dass Duschen und WCs nicht nur in den Obergeschossen, sondern auch im Erdgeschoss eingebaut werden und zudem, dass für die Asylbewerber Kochmöglichkeiten geschaffen werden. „Sollen die Menschen während ihres im Schnitt achtmonatigen Aufenthalts, der aber auch bis zu vier Jahre dauern kann, nur über Catering versorgt werden?“ fragte er und stellte klar: „Wenn schon eine Gemeinschaftsunterkunft eingerichtet wird, dann richtig.“

Applaus von den Zuhörern

Dem schloss sich Hagenmaier nochmals an und betonte, er könne nur zustimmen, wenn innerhalb des Gebäudes genügend sanitäre Anlagen und Gemeinschaftsräume, in denen gekocht werden kann, hergestellt werden. Für seine Aussage: „Entweder man macht es gscheid, oder man lässt es bleiben“, erntete er Applaus von den rund 15 anwesenden Zuhörern.

Der Ausschuss beschloss daraufhin einstimmig, dass die Zustimmung zur geplanten Gemeinschaftsunterkunft nur unter der Voraussetzung erteilt wird, dass die sanitären Anlagen allesamt im Gebäude untergebracht und auch Koch- möglichkeiten geschaffen werden. Containern werde nicht zugestimmt. Zudem wurde festgelegt, dass die Unterkunft nur bis zu einer Belegungs- zahl von 120 gebietsverträglich ist.

Melanie Läufle

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