Unter Dach und Fach

Schulklassen, Sportvereine und junge Familien soll es ansprechen, das neue Jugendgästehaus, das ab dem kommenden Frühjahr auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades entstehen soll. Der Jugend- und Familiengästehäuser (JUFA) aus Österreich, die das Haus betrieben wird, schwebt ein pädagogisches Konzept vor, das auch die römische Vergangenheit Kemptens miteinbezieht. Sie wird das Gebäude vom Bauherrn, dem Kemptener Kommunalunternehmen (KKU) pachten. Den entsprchenden Vertrag haben KKU-Geschäftsführer Thomas Siedersberger und JUFA-Chef Gerhard Wendl am Freitag unterzeichnet.

„Wir wollen einen Gästesektor ansprechen, den wir bisher nicht ansprechen konnten“, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) am Freitag bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus. Durch den Wegfall der Jugendherberge 2003 sei ein Loch entstanden, das das neue Gästehaus schließen soll. Zu den Unterzeichnern des Vertrages gehörte das Stadtoberhaupt jedoch nicht. „Wir unterschreiben heute einen Pachtvertrag“, erklärte Siedersberger. Das Kommunalunternehmen, dem das Grundstück gehört, wird das Haus nahe des Cambomare für rund sechs Millionen Euro bauen und anschließend an die JUFA verpachten. So soll das Vermögen in städtischer Hand bleiben, erklärte Siedersberger. Rund 700000 Euro für Mobilar und Einrichtung wird die JUFA ausgeben, wie Wendl und der für die deutschen JUFA-Häuser zuständige Gernot Reitmeier erklärten. Baubeginn soll im kommenden Frühjahr sein, so Wendl, stehen soll das Haus dann gut ein Jahr später. Einen entsprechenden Bebauungsplan für das Gelände hat der Bauausschuss in der Woche davor einstimmig auf den Weg gebracht. Pädagogisches Konzept Ziel der JUFA sei es, die Einrichtung Jugendherberge in eine zeitgemäße Form zu bringen. Jedes Haus habe seinen eigenen Themenschwerpunkt. „Keines unserer Häuser – und es gibt 40 davon – ist gleich“, so Geschäftsführer Gerhard Wendl. „Die älteste Stadt Deutschlands“ soll das Motto des Kemptener Jugendgästehauses lauten, ergänzte Reitmeier. Eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt schwebe ihm vor, ebenso mit dem nahen TVK, denn auch Sport und Bewegung soll das neue Haus vermitteln. Pädagogische Betreuer vor Ort sollen die Schulklassen und Sportvereine, die in dem Haus nächtigen, entsprechend betreuen. „Nicht eine klassische Klassenfahrt, sondern ein betreutes, pädagogisches Schulerlebnis“, soll beim Jugendgästehaus in Kempten möglich sein. Über 30000 Übernachtungen Befürchtungen, das Jugendgästehaus könnte als Billig-Hotel den heimischen Hotels Konkurrenz machen, versuchten die Verantwortlichen zu zerstreuen. So seien 134 der 186 Betten des Hauses in Vier oder- Fünfbettzimmern untergebracht, nur elf Doppelzimmer seien vorgesehen. Laut Wendl hätten in Nördlingen, wo das bislang einzige deutsche JUFA-Haus steht, die Hotels eher profitiert als Schaden genommen. Denn die Übernachtungen seien nach Eröffnung des Hauses in der ganzen Stadt nach oben gegangen. 30000 bis 34000 Übernachtungen jährlich strebt die JUFA in Kempten mittelfristig an.

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