Unterhaltsamer Rückblick

40 Jahre ZAK sind ein Grund zum Feiern: Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Gebhard Kaiser (v.l.), die stellvertretenden Aufsichtsräte Dr. Ulrich Netzer und Elmar Stegmann, sowie ZAK-Geschäftsführer Karl-Heinz Lumer und Geschäftsleiter Christian Oberhaus, daneben der Moderator des Abends, Bernhard Lingg. Foto: Spielberg

„Über Abfall sollte man nicht abfällig reden”, so der Comedian Josef Bertl bei seinem Auftritt anlässlich der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen des ZAK, des kommunalen Zweckverbandes für Abfallwirtschaft in Kempten. Tatsächlich wurde dieser Grundsatz im Verlaufe der Jubiläumsveranstaltung am Freitagabend von jedem auf der Bühne befolgt. So konnten die Akteure der Abfallwirtschaft in Kempten viel Positives abgewinnen.

Das war allerdings nicht immer so. Die Widerstände in der Bevölkerung waren bereits zu Beginn groß, als Kempten im Jahre 1972 eine erste Müllverwertungsanlage erhielt. Von der Belastung von Mensch und Natur durch Giftstoffe bei der Müllverbrennung war damals überall die Rede. Kempten erschien seinerzeit in einem „Krebs-Atlas” als höchstgefährlicher Wohnort, wenn es um die Gefährdung der Gesundheit seiner Einwohner ging. Diese – wie viele andere Bedenken auch – erwiesen sich im Laufe der Zeit als unbegründet und wie im Falle des „Krebs-Atlas” sogar als unseriös. Kempten hat mit seinem Holzheizkraftwerk, das Abfallholz aus der Forstwirtschaft und dem Gewerbe erhält, und seinem Müllheizkraftwerk, das Abfälle aus Privathaushalten, den Wertstoffhöfen und der Industrie aus den Landkreisen Lindau, Oberallgäu, Ravensburg, Ostallgäu und Kempten bezieht, eine funktionierende Abfallentsorgung. Hatte man zu Beginn der 70er Jahre sieben offene Deponien, auf denen Planierraupen in Begleitung von Vogelschwärmen sich durch den Unrat pflügten und Kempten teilweise seinen Müll nach Frankreich transportierte, so ist es heute möglich, durch die Verbrennung des Mülls vor Ort Wärme und Strom zu erhalten. Mit dem Einspeisen in die lokalen Netze wird der Abfall nicht nur entsorgt, sondern zur Energieerzeugung verwertet. So werden im Müllheizkraftwerk durch einen Generator rund 7,2 Megawatt elektrische Energie generiert, mit der bis zu 16 000 Haushalte im Stadtgebiet mit Strom versorgt werden können. Zwei Megawatt werden zur Eigenversorgung der Anlage in Ursulasried benötigt. Im Müllheizkraftwerk erzeugter Energieüberschuss fließt in Form von Wärme ins Fernwärmenetz, das unter anderem die Hochschule und das Berufschulzentrum an kalten Tagen mit Wärme versorgt. Viele Informationen Diese Fakten galt es am vergangenen Freitagabend in Ursulasried zu würdigen und damit die Jubiläumsfeier bei so viel technischer Unterrichtung nicht schal daherkommt, ließ man sich seitens des ZAK zum Programmablauf des Abends einiges einfallen. Statt, wie es Moderator Bernhard Lingg in seiner Begrüßungsrede formulierte, den Gästen und ZAK-Mitarbeitern achtundzwanzig Reden zuzumuten, entschieden sich die Verantwortlichen zu zwei lockeren Gesprächsrunden. Die erste Gesprächsrunde beleuchtete die Entstehung und Historie des Müllheizkraftwerks. Dazu wurden die Verantwortlichen der damaligen Zeit auf die Bühne des Festzeltes gebeten: der damalige OB Kemptens, Dr. Josef Höß, die Verbandsräte Bruno Steinmetz, jahrelanger Leiter des Tiefbauamtes Kempten, und Dieter Zacherle, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler und der ehemalige Leiter des ZAK, Hermann Schmid. Diese erläuterten die oben benannten Schwierigkeiten bei der Errichtung eines modernen Müllheizkraftwerkes am Standort Kempten. In einer zweiten Runde wurden die derzeit Verantwortlichen auf die Bühne gebeten, allen voran Gebhard Kaiser (CSU), Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender des ZAK, und seine beiden Stellvertreter OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und der Lindauer Landrat Elmar Stegmann (CSU). Dazu kamen der Geschäftsleiter des ZAK, Christian Oberhaus, und ZAK-Geschäftsführer Karl-Heinz Lumer. Sie gaben Informationen zur aktuellen Lage der Abfallwirtschaft in Kempten und äußerten sich zur künftigen Entwicklung. Unterbrochen und eingerahmt wurden die beiden Gesprächsrunden durch Auftritte des Comedian Josef Bertl, dessen Darbietungen mit Applaus belegt wurden. Bevor es an diesem Abend dann für die rund 400 Gäste und Mitarbeiter der ZAK an das festliche Buffet ging, rundete Aufsichtsratsvorsitzender Kaiser in seiner abschließenden Rede über die historische Entwicklung und die zukünftigen Perspektiven des Zweckverbandes den Festakt zum 40-jährigen Jubiläum ab.

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