26 unterschiedlichste Werke

„Paso Doble“ hat Sonja Hüning (links) dieses Bild getauft. Im Hintergrund die Installation „No shelling and sniping beyond this point“ von Crash Vorich. Foto: Tröger

„Artgerecht“ ist die aktuelle Gruppenausstellung von neun Mitgliedern des „artig e.V.“. Es ist zugleich die erste Ausstellung im neu bezogenen Vereinsdomizil in der ehemaligen reichsstädtischen „Münze”, Schützenstraße 7. Auf der gut über 100 Quadratmeter großen Fläche des Erdgeschosses bilden die alten, sichtbaren Balkenkonstruktionen des Gebäudes, das Mauerwerk und die verwinkelte Raumaufteilung einen heimelig-gediegenen Rahmen, der auch den bisweilen schrillen Werken gut bekommt.

Neun „artige“ Künstler aus Kempten und Umgebung präsentieren hier derzeit 26 Werke unterschiedlichster Machart und Materialien. Beim Betreten des Raumes sticht einem unweigerlich das in leuchtende, fotorealistische Gemälde einer achtsam aufschauenden Katze ins Auge. „Das Geräusch“ hat Susanne Praetorius ihr großformatiges Bild getauft. Ein Wiedersehen gibt es unter anderem auch mit ihrem – im Rahmen der letzten Allgäuer Festwoche mit dem Publikumspreis prämierten – Bild „Wir sind dagegen“. Feurige Rottöne, Lichteffekte und dynamische Strichführung kennzeichnen dagegen Sonja Hünings „Paso Doble“. In Offsetfarbe und Acrylpigmenten lässt Hüning darin einen Torero und einen Stier mit explosiver Energie und Eleganz aufeinandertreffen. Gegenüber wurden die Nüstern von „Alma“, das „Gesicht von Blüemli“, „Vroni“ – die mit ihrer langen Kuhzunge in einem ihrer Nasenlöcher steckt – und eine vierte unbenannte Kuh-Genossin, die mit der Frage „Wo ist er?“ von einem Hügel blickt, von Klaus Kiechle als Fotodigitaldruck verewigt. Zu Maria Kiechles Stapelinstallation „Gabentisch“ gesellen sich auch die Plakate „Gabentisch I, II & III“, zur Nutzung als Geschenkpapier gedacht. Die Motive dazu lieferten ihr diverse Blicke mit der Kamera unter eben diesen weihnachtlichen Gabentisch. Gewohnt provokant fordert Crash Vorich, unter anderem mit seiner Installation „No shelling and sniping beyond this point“, zur Auseinandersetzung auf. Gezeigt werden außerdem Malereien von Gwen Boos und Mercedes Rodriguez de Vetter, Lichtkunst von Boris Bösker, Grafik von Helmuth Kittel und Fotografik von Stephan A. Schmidt. Geöffnet ist die Ausstellung „artgerecht“ im Kunstreich „artig“ noch bis zum 8. Mai in der Schützenstraße 7. Die Öffnungszeiten sind: Dienstags von 16 bis 21 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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