Gewerbegebiet könnte an die A7 angebunden werden

Neue Autobahnanschlussstelle?

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Überblick über die mögliche neue Dreiviertelanschlussstelle an die A7.

Kempten – Einstimmig abgelehnt hat der Bauausschuss am Dienstag den Neubau eines Abholmarktes für Haustechnik mit Büro und Ausstellung in der Heisinger Straße.

Allerdings wurde die Bauvoranfrage nicht abgelehnt, weil das Vorhaben den Festsetzungen des Bebauungsplans im Gewerbegebiet widerspricht, sondern weil über das betroffene Grundstück die Trasse für eine mögliche weitere Anschlussstelle der A7 führt. Im rückwärtigen Teil des derzeit freien Grundstücks in der Heisinger Straße (neben Habisreutinger) soll ein 60 mal 28 Meter großes teils eingeschossiges, teils zweigeschossiges Gebäude für den Fachgroßhandel entstehen. Im vorderen Bereich des Grundstückes sind Parkplätze vorgesehen. „Die Bauvoranfrage entspricht grundsätzlich den Festsetzungen des Bebauungsplans in diesem Bereich“, sagte Bauordnungsamtsleiterin Dr. Franziska Renner im Bauausschuss. 

Allerdings empfahl sie den Stadträten trotzdem, den Plänen so kein grünes Licht zu geben. Grund: Das Grundstück könnte für eine weitere Anschlussstelle für die A7 genutzt werden. Die Autobahnanschlussstelle (AS) Kempten-Leubas ist viel befahren und kann zu den Stoßzeiten den Verkehr gerade so abwickeln. Laut einem Verkehrsgutachten ist sie aber nicht befriedigend, wie Renner den Stadträten mitteilte. Um die AS Leubas künftig zu entlasten werden daher im gleichen Gutachten drei mögliche Alternativen für eine weitere AS aufgezeigt. „Die beste Alternative führt genau über dieses Grundstück“, machte Renner die Problematik klar. Bei der neuen AS würde es sich laut Renner um eine sogenannte Dreiviertelanschlussstelle handeln. Heißt: Es kann nicht in alle Richtungen auf bzw. abgefahren werden. 

Veränderungssperre 

Um die Fläche planungsrechtlich sichern zu können, schlug sie dem Bauausschuss daher vor, eine Veränderungssperre für die mögliche AS Ursulasried/Heisinger Straße zu erlassen. Sie wies jedoch auch darauf hin, dass nur der Teil des Grundstücks betroffen ist, auf dem die Trasse der Straße verlaufen würde. „Das restliche Baugrundstück kann weiterhin bebaut werden.“ „Ich bin im Zwiespalt. Ich bin nicht überzeugt, ob wir die zusätzliche Anschlussstelle brauchen bzw. ob sie tatsächlich realisiert wird“, meinte CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier und wollte daher wissen, ob die Verkehrserhebungen schon konkrete Ergebnisse vorweisen, dass durch die neue AS die AS Leubas entlastet werden würde. „Es wurden Untersuchungen für die zweite Anschlussstelle gemacht und die würde eine Entlastung bringen“, erläuterte Baureferentin Monika Beltinger. Ihrer Meinung nach ist die Planungserfordernis aber durch die mögliche Verbesserung der Verkehrssituation gegeben. Das Ergebnis sei aber noch offen. Jedoch sei die Anbindung „unseres Gewerbegebiets an die Autobahn“ ein wichtiges Zukunftsthema. 

„Die Planungserfordernis liegt vor“, pflichtete ihr OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bei. Für ihn stelle sich die Frage, wie stark der Eigentümer beeinträchtigt wird. „Wenn der Antragssteller sein jetziges Bauvorhaben dreht, kann es trotzdem noch realisiert werden“, meinte der Rathauschef. Deshalb sei die Veränderungssperre zunächst einmal zumutbar. Am Ende entschied sich das Gremium einstimmig dafür, die Bauvoranfrage abzulehnen und die Bauverwaltung zu beauftragen, alle nötigen Schritte für den Erlass der Veränderungssperre einzuleiten.

Melanie Läufle

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