Variante A bekommt den Zuschlag

Die Entscheidung ist gefallen: Der Hildegardplatz wird umgebaut. Mit den Bauarbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Foto: Archiv

Einstimmig hat der Stadtrat am Donnerstagabend für einen Umbau des Hildegardplatzes nach den Vorgaben der „Variante A” gestimmt. Damit setzten die Stadträte in einer betont harmonischen Debatte den Schlusspunkt unter eine über zehn Jahre währende kontroverse Diskussion. „Ein außergewöhnlich erfreulicher Tag”, kommentierte Grünen-Sprecher Thomas Hartmann die Entscheidung wohl stellvertretend für viele der Anwesenden. Dank des rechtzeitig erfolgten Votum des Gremiums kann noch in diesem Jahr mit den Arbeiten am Platz begonnen werden, wie Baureferentin Monika Beltinger ankündigte.

Die Zeit drängt: „Wir müssen auf alle Fälle dieses Jahr beginnen”, betonte Beltinger. Ansonsten werde es schwer bis unmöglich, den ambitionierten Zeitplan umzusetzen. Der durch die Entscheidung vom Donnerstagabend jetzt umsetzbare Ablaufplan sieht vor, nun zunächst die Ausführungsplanung und den Bauablaufplan festzulegen, erläuterte Beltinger. Angaben zu den Baukosten wollte die Leiterin der Bauverwaltung auch auf Nachfrage jedoch nicht machen. „Wir haben noch nicht die Planungstiefe”, sagte sie. Allerdings will das Baureferat zusammen mit der Regierung von Schwaben in Augsburg eine Erweiterung des Sanierungsgebiets Gerberstraße/In der Brandstatt vorbereiten. „Damit könnte auch der Hildegardplatz im Rahmen des Programms ‘Aktive Stadt- und Ortsteilzentren’ gefördert werden”, berichtete sie. In der Debatte zeigten sich die Stadträte erleichtert darüber, nach über zehn Jahren endlich zu einer endgültigen Entscheidung gekommen zu sein – und äußerten gleich die ein oder anderen Gestaltungswünsche. So sagte Alexander Hold von den Freien Wählern (FW): „Es hat sich als richtig erwiesen, das Thema nach dem Bürgerentscheid kurz sacken zu lassen.” Die Diskussion nach 100 Tagen wieder aufzugreifen, sei richtig gewesen. „Auch wenn mancher beleidigt war, dass wir wieder die Initiative ergriffen haben”, sagte er. Hold schlug außerdem vor, die symmetrische Sitzanordnung aus „Variante B” zu übernehmen und bat zu überprüfen, ob nicht auch ein „mobiles” und im Winter einlagerbares Kioskgebäude möglich sei. Stadträtin Ingrid Vornberger (SPD) sorgte sich dagegen um die Breite der Parkplätze, da moderne Autos immer breiter werden würden. Mit 2,30 bis 2,50 Meter entsprächen die geplanten Parkplätze aber „der gängigen Komfortbreite”, wie Baureferentin Beltinger betonte. Dr. Philipp Jedelhauser mahnte hingegen an, den geplanten Brunnen auch tatsächlich zu nutzen. „Der sollte tatsächlich in Gebrauch sein”, sagte er. „Ein wichtiges Thema”, bestätigte auch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Eine gestalterische Erinnerung an die „Schwabenkinder” des 18. Jahrhunderts würde dagegen Grünen-Stadtrat Theo Dodel-Hefele gerne am Platz sehen – möglicherweise am Brunnen. Laut OB Netzer sei aber ohnehin geplant, verschiedene Bezugspunkte zur Stadt gestalterisch am Platz zu verarbeiten. Grünen-Chef Thomas Hartmann betonte indes, wie wichtig der Bürgerentscheid im vergangenen Jahr für die aktuelle Entwicklung gewesen sei. „Voraussetzung dafür war die Entscheidung, keine Tiefgarage zu bauen”, sagte er. „Nun sei man in „einem gemeinsamen Geist zum Abschluss gekommen”. Lothar Köster von der SPD sprach sich für eine barrierefreie Gestaltung des Platzes aus und regte in diesem Zusammenhang unterschiedliche Sitzhöhen ähnlich wie auf dem St.-Mangplatz an. Sein Fraktionschef Ludwig Frick schlug dagegen vor, künftig bei allen größeren Projekten die Bürger aktiver zu beteiligen. Erwin Hagenmaier, Vorsitzender der CSU-Fraktion, lobte die Entscheidung, sich noch einmal mit den Bürgern zusammen zu setzen („Markt der Meinungen”). „Das war eine gute Lösung”, sagte er. Schließlich „hat uns der Bürger gezeigt, dass er mit unserem einheitlichen Beschluss von damals nicht einverstanden war.” Nun sei er „guter Dinge”, dass sich der Platz entwickle – zumal es für den Betrieb des Kiosks bereits einige Bewerber gebe. Daher auch Hagenmaiers Forderung nach mehr Toiletten am Platz. Helmut Hitscherich (UB/ödp) und Stephan Prause (CSU) lobten unterdessen die Bürgerbeteiligung und sprachen sich dafür aus, sich etwas einfallen zu lassen um den Platz auch im Winter mit Leben zu füllen – möglicherweise durch eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen. Hitscherich gab außerdem zu bedenken, die Detailplanung nicht nur dem Bauausschuss, sondern gleich dem Stadtrat zu überlassen. Das sehe die Geschäftsordnung aber nicht vor, widersprach OB Netzer. CSU-Stadtrat Harald Platz mahnte außerdem ein durchdachtes Konzept für den geplanten Kiosk an – sonst sei dieser von vornherein zum Scheitern verurteilt. „Zur Not sollten wir lieber drauf verzichten”, sagte er.

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