Festliche Reiter

Rochusritt in Röthenbach

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Auf diesem reich verzierten Gespann mit vier Pferden fuhr die Musikkapelle Röthenbach zusammen mit den Reitern auf dem Ritt zu Ehren des Hl. Rochus mit. Dahinter sieht man den langen Zug der nachfolgenden Reiterinnen und Reiter.

Röthenbach – Am vergangenen Sonntag fand der traditionelle Rochusritt der Reitergruppe Röthenbach in Röthenbach statt, der mit insgesamt 41 Reitern und sechs Gespannen begleitet wurde.

Obwohl das Wetter nicht gerade mit sonnigen Grüßen andere Reiter der umliegenden Dörfer einlud, war es besser als vorhergesagt und der wirkliche Platzregen kam erst, als der gemütliche Teil der Veranstaltung bereits ausklang.

Dennoch kamen einige festlich gekleidete Reiterinnen und Reiter von umliegenden Vereinen mit ihren geschmückten Gespannen, um gemeinsam für den etwa fünf Kilometer langen Umritt durch die kleinen Orte Oberschmitten und Kimpflen bis hinauf zum Pestfriedhof in Rentershofen bei Röthenbach aufzubrechen. Mit von der Partie war der herrlich geschnitzte und verzierte Hl. Rochus, der an der Spitze des Zuges mitgeführt wurde.

Rochus hatte sein Vermögen an Arme verschenkt und war ein Pilger nach Rom, der auf seiner Reise dorthin viele Pestkranke Menschen heilen konnte. Als er selbst an Pest erkrankte, konnte er sich kein Spital leisten, sondern zog in eine Hütte in den Wald, wo ihm täglich ein Hund Brot brachte und er später von einem Engel geheilt wurde. Dann widmete er sich wieder der Heilung von an der Pest erkrankten Menschen, bis man ihn fälschlicherweise als Spion verdächtigte und fünf Jahre lang im Gefängnis sitzen ließ. Später erkannte man ihn an seinem kreuzförmigen Mal auf der Brust. Er starb allerdings bereits im Alter von 30 Jahren.

Der Umritt soll an die Wunder dieses Heiligen erinnern, der unter anderem als Schutzheiliger der Pferde gilt. Einer Bauernregel nach sollte man auf das Gesicht des Heiligen achten, denn, „wenn Rochus trübe schaut, kommt die Raupe in das Kraut“. Nun kann man nur hoffen, dass sich diese Regel nicht auf das Wetter bezieht, das ja nun mal sehr wechselhaft war, weshalb der weltliche Teil der Veranstaltung nicht auf dem Ortsplatz in Röthenbach stattfinden konnte, sondern in der Turnhalle im dazugehörigen Rentershofen.

Der Gottesdienst wurde jedoch im Freien zelebriert, während die Pferde eindrucksvoll Spalier standen. Die Musikkappelle Röthenbach untermalte sowohl den Umritt als auch später die Feierlichkeiten. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

Michaela Skuban

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