Alles im Griff

Verbandsversammlung des ZRF Allgäu im Kemptener Rathaus

Krankenwagen im Einsatz
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Als Aufgabenträger vergibt, koordiniert und prüft der ZRF Allgäu eingehende Notfalleinsätze an Rettungsdienste und Feuerwehren in den Gebietskörperschaften Ober- und Ostallgäu, Kempten, Kaufbeuren und LIndau. Nun traf sich der Zweckverband im Kemptener Rathaus zur Verbandsversammlung.

Kempten – Vergangene Woche versammelte sich unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Thomas Kiechle der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Allgäu im großen Sitzungsaal des Rathauses. Neben OB Kiechle waren u.a. auch Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und Landrätin Indra Baier-Müller aus Sonthofen präsent. Unter anderem standen die Tätigkeitsberichte von ÄLRD (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst), der ILS (Integrierte Leitstelle)und TTB (Taktisch Technische Betriebsstelle) auf der Tagesordnung.

Leiter des ÄLRD stellt sich vor

Zu Beginn stellte der ÄLRD Dr. med. Heiko Hübner seinen Tätigkeitsbericht vor, respektive verdeutlichte der Mediziner den rund 30 Anwesenden sein Tätigkeitsfeld. Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst ist ein im Rettungsdienst tätiger Arzt, der auf regionaler Ebene die medizinische Kontrolle über den Rettungsdienst wahrnimmt und für die Effektivität und Effizienz der präklinischen notfallmedizinischen Patientenversorgungund Betreuung verantwortlich ist. Er ist für das medizinische Qualitätsmanagement sowie die Gesamtkonzeption der Patientenversorgung und -betreuung im Rettungsdienst verantwortlich. Aktuell in der Corona-Pandemie wurde Hübner von seiner klinischen Tätigkeit als Anästhesist freigestellt und ist verantwortlich für die intensive Abstimmung mit allen relevanten Gremien sowie für die Umsetzung der Allgemeinverfügungen im Bereich Rettungsdienst, Interhospitaltransfer und Klinikkoordination. Zudem unterstützt Hübner den Ärztlichen Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz.

Zahlen 2019

Im Anschluss wurden die Zahlen der Integrierten Leitstelle Allgäu bekannt gegeben. Die ILS Allgäu umfasst die fünf Gebietskörperschaften Kaufbeuren, Kempten, Lindau, Oberallgäu und Ostallgäu. Zum 3350 Quadratkilometer großen Zuständigkeitsbereich gehören 470.000 Einwohner mit zuzüglich ca. 3,6 Millionen Urlaubern pro Jahr. Die ILS Allgäu ist Aufgabenträger im Bereich Vergabe, Koordination und Nachfolgeprüfung von Rettungs- und Feuerwehreinsätzen. Heuer erreichten die Leitstelle 229.205 Anrufe, was keine signifikante Veränderung zu den Vorjahren zeigt. Die Gesamtzahl der Feuerwehreinsätze betrug im Jahr 2019 exakt 4502, entsprechend einem Plus von 323 Einsätzen. Damit wurde der jährlich steigende Trend seit 2015 fortgesetzt. 58,8 Prozent der Einsätze sind Technische Hilfen, 36,7 Prozent Einsatzfahrten zu Bränden und 5,1 Prozent sonstige Einsätze. Von den gesamten Einsätzen entfielen 26,9 Prozent auf das Oberallgäu, Ostallgäu 24,1 Prozent, Landkreis Lindau 20,1 Prozent, Stadt Kempten 19,6 Prozent und Stadt Kaufbeuren 19,6 Prozent. In 2019 kam es zu 97.815 Einsätzen der Rettungsdienste im Zuständigkeitsbereich der ILS Allgäu. Diese Rettungsdiensteinsätze umfassen Notfalleinsätze, Krankentransporte, Patiententransporte mit Arzt sowie sonstige Einsätze. Für die Aus- und Fortbildung von Rettungskräften investierte die ILS rund 4050 Stunden. Zukünftige Projekte der ILS sind die Umstellung auf IP-Notrufe, eine Zertifizierung zur IT-Sicherheit und ein Relaunch der bestehenden Homepage. Darüberhinaus wird im vierten Quartal die komplette Hardware ausgetauscht und ein neues Einsatzleitsystem vorbereitet.

Keine Überraschungen

Im Anschluss wurde den Abstimmungsberechtigten der Versammlung ein mehrere Punkte umfassendes Bedarfsgutachten TRUST III zum Beschluss vorgelegt, was diese einstimmig annahmen. Dabei ging es u.a. um die Einleitung eines Auswahlverfahrens für einen neu zu errichtenden RTW-Stellplatz an der B12 in Höhe Kraftisried, die Verlegung der Rettungswache Pfronten sowie die Umsetzung der Vorhalteerhöhungen an den Rettungswachen Lindau und Kempten durch eine Anpassung der bestehenden Verträge mit den Verantwortlichen vor Ort. Zusätzlich wurde beschlossen, dass zukünftig die Einladungen zu Versammlungen des Zweckverbandes auch elektronisch erfolgen sollen. Der Rechenschaftsbericht 2019 brachte folgende Zahlen zu Tage: Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben (in Klammern jeweils die Zahlen für 2020): rund 1,3 Millionen Euro (knapp 1,4 Millionen Euro), Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben: 355.363 Euro (56.000 Euro); Allgemeine Rücklage: 722.768 Euro. Der Rechenschaftsbericht wurde vom Gremium zur Kenntnis genommen. Für den Haushaltsplan 2021 sind folgende Zahlen eingeplant: Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben: 1,6 Millionen Euro (2020: 1.567.800 Euro), Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben: 291.200 Euro (2020: 332.800 Euro).

Jörg Spielberg

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