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Verbraucherschützer Peter Hensinger spricht über 5G-Mobilfunk

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Peter Hensinger von der Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk aus Stuttgart sprach vor rund 120 Zuhörern im Gasthof Adler in Sulzberg über die Gefahren durch das zukünftige Mobilfunknetz 5G.

Sulzberg – Die Volkswirtschaften der Welt brauchen von Zeit zu Zeit technische Erfindungen, um Wachstumsschübe zu erleben. Das zeigt sich an der Erfindung des Buchdrucks, der Dampfmaschine, der Elektrizität, der Eisenbahn und des Autos. Die Nutzung der technischen Errungenschaften hat jedes Mal zu Wirtschaftswachstum und Prosperität geführt. Der Menschheit steht solch eine weitere Revolution bevor.

In einer Gesellschaft der sogenannten Industrie 4.0, die mit dem „Internet der Dinge“ und dem autonomen Fahren einherzuziehen gedenkt, wird es möglich sein, immer mehr Dinge mit künstlicher Intelligenz auszustatten. Ziel ist, physische und virtuelle Gegenstände miteinander zu vernetzen und sie durch Informations- und Kommunikationtechniken zusammenarbeiten zu lassen. So soll jeder Nutzer eines Smartphones Teil dieser digitalen Welt werden. 

Für das Funktionieren des „Internets der Dinge“ und u.a. des Autonomen Fahrens braucht es ein starkes Mobilfunknetz, das alle Teilnehmer rund um die Uhr vernetzt. Das hat seine Tücken. Über die sprach am vergangenen Freitagabend im Gasthof Adler in Sulzberg Peter Hensinger von der Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk vor rund 120 Zuhörern. Die Bundesregierung wolle Kommunen, Straßen und Autobahnen mit 5G-Netzen und Tausenden WLAN-Hotspots lückenlos vernetzen. Das gewähre zwar die nötige digitale Infrastruktur für Industrie 4.0, gefährde aber durch zunehmende Strahlenbelastung und digitale Überwachung die menschliche Gesundheit, die Demokratie und das Klima. 5G steht für die fünfte Generation Mobilfunk. 

Der Bund wird in diesem Jahr für 5G-Anwendungen neue Frequenzen zwischen 3,5 und 3,7 Gigahertz versteigern. Diese höheren Frequenzen haben einen größeren Datendurchsatz, sind somit schneller, aber zugleich schwächer in der Reichweite und durchdringen z.B. Baumasse schlechter als die für Mobilfunksendeanlagen genutzten 800 MHz bis 2,6 GHz. Das mache es nötig, mehr Sendeanlagen zu installieren. Angedacht sei, Sendeanlagen u.a. engmaschig an Lichtmasten oder auf Verteilerkästen anzubringen. Dadurch aber verkürze sich der Abstand zu Menschen und Wohnungen und die Strahlenbelastung steige. Zudem sollen die neuen Antennenanlagen weitaus stärker zielgerichtete Funkverbindungen bündeln (Beamforming), was hohe Einstrahlleistungen verursachen könnte. 

Peter Hensinger verdeutlichte mit dem Aufruf wissenschaftlicher Studien der WHO (Weltgesundheitsorganisation), dass mit dem 5G-Netz Gesundheitsschäden vorprogrammiert seien: „Die Umwelt wird in einem Meer künstlicher, gesundheitsschädlicher, elektromagnetischer Wellen ertränkt werden.“ Unabhängige Studien würden beweisen, dass es zu Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Gefährdung der Fruchtbarkeit und einem erhöhten Krebsrisiko durch flächendeckenden Mobilfunk komme. 

Auch andere Risiken einer durchdigitalisierten Welt werden vom Verbraucherschützer kritisch beleuchtet. Durch die Anbindung des Menschen an das 5G-Netz sei es möglich, in Echtzeit von jedem zu erfahren, was er tut und wo er sich befindet. So könne ein lückenloses digitales Profil erstellt werden. Überwachungskameras mit Gesichtserkennung, Mikrofonen und Software zur Erkennung des Verhaltens würden schon heute unter dem Hinweis der Wahrung öffentlicher Sicherheit großräumig installiert. „Ein solcher Umbau der Kommunen macht Orte der Demokratie zu überwachten Zonen. Stück für Stück wird die Privatsphäre aufgehoben“, so Hensinger. 

Ein 5G-Netz verspreche darüber hinaus eine steigende Produktion von Smartphones, funkender Haushaltsgeräte und autonomer Autos. Dadurch explodiere nicht nur der Datenverkehr, sondern auch der Energie- und Ressourcenverbrauch. „Die „Smart World“ könnte sich zu einem wahren „Klimakiller“ entwickeln“, mahnt Hensinger. Daher animiert der Dozent aus Stuttgart seine Zuhörer, mit zivilem Protest den 5G-Ausbau zu stoppen. So soll der Dialog über das neue, alle Lebensbereiche durchdringende Mobilfunknetz in die Kommunen und in Vereine getragen und über die Risiken diskutiert werden. Zudem rät Hensinger seinen Zuhörern, u.a. die eigenen Wahlkreisabgeordneten und Gemeinderäte aufzufordern, zum steigenden Elektrosmog durch 5G Stellung zu beziehen.

Jörg Spielberg

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