"Verdient unsere Anerkennung"

Viele der anwesenden Angehörigen nahmen nach dem Zeremoniell die Gelegenheit war und fotografierten trotz Dauerregens ihre Angehörigen zusammen mit deren Kameraden des Gebirgssanitätsregiments 42 aus Kempten. Foto: Spielberg

Gut möglich, dass am Dienstagnachmittag vergangener Woche Kempten ein letztes Mal Heimstatt eines öffentlichen, feierlichen Gelöbnisses von Rekruten des Gebirgssanitätsregiments 42 war. Bereits im vergangenen Jahr erreichte den Bundeswehrstandort Kempten mit rund 780 Dienstleistenden die schlechte Kunde, dass der Standort im Zuge der Bundeswehrreform fast zur Gänze geschlossen wird.

Diesen Umstand griff OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) in seiner Rede zu den Rekruten des Gebirgssanitätsregiments 42 und der Kompanie vom Aufklärungsbataillon Füssen bei ihrer Gelöbnisfeier im Hofgarten der Residenz auf und äußerte sein Bedauern, dass Kemptens zweihundertjährige militärhistorische Geschichte sich ihrem Ende nähert. An die jungen Rekruten gewandt bedankte sich Netzer für deren Bereitschaft, für die freiheitliche Demokratie einzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Wer sich heute freiwillig zum Dienst an der Waffe meldet, muss damit rechnen an diversen Krisenherden der Welt in den Einsatz geschickt zu werden. „Sich diesem Risiko zu stellen und trotzdem Verantwortung übernehmen zu wollen, das verdient unser aller Anerkennung und Respekt”, so Netzer. Feierliches Versprechen Im Anschluss vollzog sich vor den geladenen Gästen aus der Landes- und Kommunalpolitik und den Kommandeuren der beiden Standorte Kempten und Füssen die eigentliche Zeremonie. Zum Gelöbnis traten jeweils vier Soldaten der beiden Allgäuer Kompanien aus den Reihen ihrer Kameraden hervor und schritten zu den aufgestellten Fahnen ihrer jeweiligen Kompanie, bei der sie dann stellvertretend für ihre Kameraden das feierliche Gelöbnis ablegten. „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen”, so der Wortlaut der Versprechens, deren Ziel es ist, einerseits die jungen Rekruten in der Truppe zu integrieren und sie zugleich an die von ihnen freiwillig angenommen Verpflichtungen zu ermahnen. Als Ehrenformation für die Rekruten des Gebirgssanitätsregiments 42 war dessen 5. Ausbildungskompanie abgestellt, während die Rekruten des Aufklärungsbataillon 230 aus Füssen von dessen 5. Ausbildungskompanie unter Hauptmann Küstner flankiert wurden. Angeführt wurde der gesamte Ehrenzug mit dem Musikkorps von Oberleutnant Garron. Dem Gelöbnis wohnten zudem viele Angehörige der Rekrutinnen und Rekruten bei. Nach dem eigentlichen Ritual postierten sich die Rekruten noch für die Presse und ihre Familienangehörigen für Aufnahmen der beiden Kompanien. Voraussichtlich war dies das letzte öffentliche Gelöbnis junger Rekruten in Kempten, die zu Beginn ihrer Wehrdienstzeit dieses als Zeichen der Verfassungstreue und Bekenntnis zum Schutz freiheitlich demokratischer Werte ablegen. Anders als in anderen deutschen Städten vollzogen sich in Kempten diese Rituale „geräuschlos”. Vertrauter Anblick „Kempten wird seine jungen Rekruten vermissen”, so OB Netzer, „die hier nicht nur gedient haben, sondern wie alle Dienstleistende des Sanitätszentrums immer auch Mitmenschen in der Stadt waren und Kemptens Ruf als exzellente Garnisonsstadt maßgeblich geprägt haben.” Diese Epoche gehe ihrem Ende entgegen und manch einer wird den Anblick junger Rekruten vermissen, die im Drillich und mit Marschgepäck sich von der Ari-Kaserne in Richtung Truppenübungsplatz über die Kaufbeurer Straße bewegten.

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