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Verein Kinderbrücke Allgäu unterstützt Projekte mit 350.000 Euro

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Von: Dominik Baum

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Daniel Martin (Diakonie Allgäu), Markus Wille (Tafelläden
Kempten), Simone Burk-Seitz (Vereinsvorsitzende Kinderbrücke
Allgäu), Annette Zuck-Rzymann und Alexandra Mekiska (Johanniter Regionalverband Bayerisch Schwaben) und Anja Maurus vom
Landratsamt Oberallgäu.
v.li.: Daniel Martin (Diakonie Allgäu), Markus Wille (Tafelläden Kempten), Simone Burk-Seitz (Vereinsvorsitzende Kinderbrücke Allgäu), Annette Zuck-Rzymann und Alexandra Mekiska (Johanniter Regionalverband Bayerisch Schwaben) und Anja Maurus vom Landratsamt Oberallgäu. © Baum

Kempten – Die Kinderbrücke Allgäu e.V. will in Not geratene Kinder und deren Familien helfen.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2001 konnte die Organisation rund 2.000 Projekte mit insgesamt 3,7 Millionen Euro unterstützen. Allein im vergangenen Geschäftsjahr (Oktober 2021 bis September 2022) flossen 350.000 Euro an verschiedene Projekte in der Region, wie Vereinsvorsitzende Simone Burk-Seitz bei einem Pressegespräch am vergangenen Freitagvormittag bekanntgab. Beim Termin in den Räumlichkeiten der Egger Otoplastik + Labortechnik GmbH waren auch Vertreter von Kemptener und Oberallgäuer Projekten anwesend, die im vergangenen Jahr von der Kinderbücke Allgäu gefördert worden sind. „Mal ist ein kleiner Betrag für eine Klassenfahrt oder eine neue Matratze für das Kinderbett nötig, manchmal aber auch ein größerer Betrag für Projekte, die ganze Gruppen von Kindern erreichen. Neben der Einzelfallhilfe unterstützt die Kinderbrücke Vereine und Organisationen, die im Allgäu Kinderhilfe leisten.

Darüber hinaus werden Präventivprojekte finanziert“, beschreibt Simone Burk-Seitz, Vereinsvorsitzende der Kinderbrücke Allgäu e.V., wofür die Spendengelder verwendet werden und betont: „Jeder Cent fließt in die Projekte. Es werden keinerlei Verwaltungskosten aus Spendengeldern finanziert“. Welche Projekte letztlich finanziert werden, darüber entscheide ein zehnköpfiges Komitee. Beim Pressegespräch wurden exemplarisch fünf Projekte aus Kempten und dem Oberallgäu vorgestellt, die finanzielle Zuwendungen von der Kinderbrücke erhalten. Eines davon ist das Präventionsprojekt Kiwi der Diakonie Allgäu, das sich für die Entwicklung von Kindern in schwierigen familiären Situationen einsetzt, beispielsweise bei einer psychischen Erkrankung der Eltern.

Die Kinderbrücke Allgäu: Ohne sie würde es das Projekt nicht geben

„Das Projekt würde es ohne die Kinderbrücke nicht geben“, sagte Daniel Martin von der flexiblen Jugendhilfe der Diakonie Allgäu. Der Sozialpädagoge berichtete von einem Schwimmkurs, der 2021 für zehn Kinder unbürokratisch finanziert werden konnte. „Immer weniger Kinder können schwimmen. Corona hat diese Situation noch einmal verschärft.“ Auch die Allgäuer Tafelläden arbeiten mit der Kinderbrücke Allgäu zusammen. Der Verein finanziert seit zehn Jahren Kinderpflegesets, die bei den Tafeln erhältlich sind. „Wenn das Geld für Essen nicht reicht, wird es bei Pflegeprodukten, zum Beispiel einer neuen Zahnbürste, schwierig“, meinte Markus Wille, Ansprechpartner der Tafelläden des Bayerischen Roten Kreuzes in Kempten. 2022 seien 1.865 Pakete an 15 Tafelläden ausgeliefert worden, so Burk-Seitz.

Anja Maurus ist im Bildungsbüro des Landratsamts Oberallgäu tätig und hatte bereits bei ihrem vorherigen Arbeitgeber in einem anderen Landkreis Berührungspunkte zur Kinderbrücke, wie sie erzählte. Gemeinsam mit dem Landratsamt Oberallgäu hat die Kinderbrücke nun im Oktober 2022 das Projekt „Bildung und Teilhabe“ ins Leben gerufen. Dieses stockt die staatlichen Bildungspaket-Leistungen in Höhe von 15 Euro monatlich für außerschulische Aktivitäten um bis zu 50 Euro auf. Dadurch habe bereits sieben Kindern die Teilnahme an Reitstunden, Musikunterricht und Kindersport ermöglicht werden können, sagte Burk-Seitz. Der Landkreis profitierte außerdem über ein Nachhilfe-Projekt an Oberallgäuer Grundschulen von der Kinderbrücke. „Durch Corona sind unterschiedlich große Defizite entstanden.

Diese Lernlücken sollen erfolgreich geschlossen werden“, erklärte Maurus das Ziel des Projekts. Im Oberallgäu waren sieben Grundschulen daran beteiligt. Darüber hinaus habe die Kinderbrücke mit den Bildungsbüros in Kaufbeuren und dem Ostallgäu sowie dem Kinderschutzbund Lindenberg weitere Nachhilfeangebote an anderen Grundschulen in der Region ermöglichen können, ergänzte Burk-Seitz. Abschließend stellten Annette Zuck-Rzymann und Alexandra Mekiska vom Johanniter Regionalverband Bayerisch Schwaben ihr Projekt LaVista vor. Dieses stärkt die Vater-Kind-Beziehung zwischen Kindern und ihren inhaftierten Vätern. „Die regulären Besuchszeiten sind nicht immer kindgerecht“, sagte Zuck-Rzymann, die Leiterin des Projekts. Nach einer längeren coronabedingten Pause gebe es inzwischen in der Justizvollzugsanstalt in Kempten wieder eine Vater-Kind-Gruppe, in der gespielt, gebastelt und geredet werden könne. Die Kinderbrücke Allgäu unterstützt das Projekt seit 2014 finanziell. „Bis heute sind 45.000 Euro in dieses Projekt geflossen“, sagte die Vereinsvorsitzende. Weitere Informationen zur Kinderbrücke Allgäu sowie Kontakt- und Spendenmöglichkeiten sind auf der Webseite unter www.kinderbruecke-allgaeu. de zu finden. 

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