Eine Institution geht von Bord

SeniorenWohnen Hoefelmayrpark verabschiedet Peter Ottlinger

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Peter Ottlinger leitete seit über 30 Jahren mit Bravour das Haus Hoefelmayrpark Kempten. Seine Nachfolgerin Verena Peuler freut sich, in seine Fußstapfen treten zu dürfen.

Kempten – Peter Ottlinger hört auf. Nach rund 30 Jahren verlässt der Einrichtungsleiter im SeniorenWohnen Hoefelmayrpark das Haus und geht in Rente.

In einer Feierstunde, zu der die Sozialservice-Gesellschaft des BRK GmbH, als Betreiberin des Seniorenparks, geladen hatte, verabschiedeten sich Vorgesetzte, Mitarbeiter, Bewohner-Vertreter und Weggefährten von dem gebürtigen Murnauer.

Unter den zahlreichen Gästen, die Geschäftsführer Christian Pietig begrüßte, befanden sich unter anderen Kemptens Bürgermeisterin Sibylle Knott, Repräsentanten der Kirchen sowie Kollegen benachbarter Häuser. Auch die Ehrenpräsidentin des BRK, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis ließ es sich nicht nehmen, Ottlinger persönlich auf Wiedersehen zu sagen.

Der gelernte Hotelkaufmann, der insgesamt 40 Jahre für das Bayerische Rote Kreuz und bei der Sozialservice-Gesellschaft beschäftigt war, leitete über 30 Jahre den Hoefelmayrpark. Während dieser Zeit hatte der nun 63-Jährige zahlreiche Herausforderungen zu meistern, die teilweise auch seinen Aufgabenbereich veränderten. In seine Ägide fiel zum Beispiel die Einführung der Pflegeversicherung, der Neubau des Wohnbereichs Demenz, der zusammen mit der Kernsanierung des Bereichs Betreutes Wohnen einherging – das alles bei laufendem Betrieb. Ottlinger trug zuletzt Verantwortung für rund 200 Bewohner und über 100 Mitarbeiter. Das Gespür fürs Zwischenmenschliche hat ihn dabei nie verlassen, diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch alle, teils sehr launigen Reden. Auch sein Durchhaltevermögen und die gute Portion Humor, die Ottlinger auszeichneten, kamen immer wieder zur Sprache.

Erfolg lasse sich nicht nur in Zahlen messen, so Christian Pieting. Ebenso wichtig sei es, dass sich die Bewohner im Hoefelmayrpark wohlfühlen, dass die Mitarbeiter zufrieden sind und dass im Haus Ehrenamtliche mitwirken. Das alles habe bei Peter Ottlinger „wunderbar geklappt“. Mit einem amüsanten Spiel („Jahrmarkt der Träume“), bei dem der Einrichtungsleiter seine Treffsicherheit unter Beweis stellen konnte, verabschiedeten sich die Mitarbeiter von ihrem beliebten Ex-Chef.

Marlies Socher (88) und Martha Storck (91), beide seit Jahren Hoefelmayrpark-Bewohnerinnen, waren bei der Abschiedsfeier dabei. Sie lauschten aufmerksam, was die Laudatoren, sagten und nickten jeweils zustimmend. „Das hat er verdient. Das Haus ist vorzüglich geführt“, betonten sie unisono.

„Sie haben mich sehr tief berührt“, wandte sich Ottlinger ergriffen an die Anwesenden, „ich möchte mich ganz herzlich für die Feier bedanken. Nach so langer Zeit der Tätigkeit für das BRK, da steckt auch Wehmut drin, ich werde Arbeit und Menschen vermissen“, so der Geehrte weiter. Was plant Peter Ottlinger für die Zeit danach? Dann will der Neurentner seine gewonnene Zeit für seine Hobbies – Fotografieren und Reisen – nutzen. Ganz bestimmt wird er auch dem „Hoefi“ einmal einen Besuch abstatten. Diese Einladung wurde bereits zigfach ausgesprochen.

Mittlerweile leitet Verena Peuler das SeniorenWohnen Hoefelmayrpark Kempten. Nach sieben Jahren im hohen Norden und weiteren fünf Sommern in München freut sich die ­Pfrontnerin, „endlich wieder Berge um sich zu haben“. Zwei Monate lang ließ sich die gelernte Krankenschwester von Peter Ottlinger einlernen. So konnte die 37-Jährige Schritt-für-Schritt in ihre neue Rolle hineinwachsen. „Die Fußstapfen sind groß“, weiß sie, „mein großes Ziel ist deshalb, das hohe Niveau aufrechtzuerhalten“, so die Pflegeexpertin, die zuletzt im Qualitätsmanagement tätig war. Auch weiterhin soll ein wertschätzendes Miteinander – sowohl zwischen Mitarbeitern als auch unter Bewohnern – im Mittelpunkt stehen. „Die Tür zum Leitungsbüro steht immer offen“, verspricht die Allgäuerin.

Hildegard Ulsperger

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