Ein Modell, das Schule macht

IHK vergibt Wilhelm-Hübsch-Preis an drei Schulpartnerschaften 

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Die IHK Schwaben zeichnete die besten Schulpartnerschaften im Bereich der Regionalversammlung Kempten/Oberallgäu aus: (v.l.) Robert Frank, Vizepräsident der IHK; Jan Würstle, Bilge Tüsein, Sebastian Wendt, Simge Tüsein, Hubert Hemmerle (Personalreferent Liebherr-Verzahntechnik GmbH); Markus Wenninger (Schulleiter Hildegardis-Gymnasium), Christina Schacht (stellvertretende Schulleiterin Mittelschule Oberstdorf), Oliver Grgevcic (stellvertretender Personalleiter Wilhelm Geiger GmbH & Co. KG), Ursula Althaus (stellvertretende Schulleiterin Mädchenrealschule Maria Stern), Hermann Strunz (Ausbildungsleiter Robert Bosch GmbH), Jana Mehnert, Markus Brehm (Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu), Lorena Linhart, Ramona Bentele, Verena Gaigl. Die Jugendlichen sind Schüler bzw. Auszubildende.

Kempten/Landkreis – Zum Erfolgsmodell entwickelt haben sich die von der IHK Schwaben initiierten Schulpartnerschaften. Die drei besten Kooperationen Schule-Unternehmen in der Region wurden kürzlich von Markus Brehm, für die IHK Vorsitzender der Regionalversammlung Kempten/Oberallgäu, ausgezeichnet. An der Preisverleihung in den Räumen des AÜW in Kempten nahmen auch der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz und Kemptens OB Thomas Kiechle teil.

„Wir wollen die Unternehmen und Schulen zusammenbringen, um gegenseitig voneinander zu lernen, um gegenseitig auch voneinander zu profitieren und sich gegenseitig besser kennenzulernen“, verdeutlichte Brehm, der dabei das Interesse der Kammer hervorhob, mit diesem Konzept Ausbildungsbetriebe bei der Nachwuchssicherung zu unterstützen. 

Seit 2013 steht die IHK Schwaben für ein solches Zusammenspiel zwischen Schule und Wirtschaft Pate. Schwabenweit wurden 260 Partnerverträge unterzeichnet, darunter im Allgäu 110, wobei das Oberallgäu daran mit 33 Kooperationen beteiligt ist. Es sei wichtig, dass solche Partnerschaften „nicht nur auf dem Papier stehen, sondern gemeinsam gelebt werden“, betonte Brehm in seiner Rede. Schulpartnerschaften stünden im Kontext zum IHK-Motto ‚Lehre macht Karriere‘, dessen Fokus auf die duale Ausbildung gerichtet sei.

Kemptens Rathauschef zog in seinem Grußwort einen Vergleich von früher – wo Kinder es seiner Ansicht nach in dieser Hinsicht leichter hatten und häufig den Beruf erlernten, den ihr Vater schon ausübte – zu heute – wo sich die Berufswahl, mit hunderten von Möglichkeiten um ein Vielfaches schwieriger gestalte. Anforderungen veränderten sich laufend, rasante Entwicklungen, wie Strukturwandel und Digitalisierung, brächten eine zusätzliche Dynamik in die Thematik. 

Er freue sich, so Kiechle, dass es auch in der Illerstadt etliche Wechselbeziehungen Schule-Unternehmen gebe, die bestens funktionieren. „Aus den Partnerschaften entstehen tolle Impulse“, so Kiechle, der sich außerdem erhofft, dass die Abbrüche von Lehrverhältnissen aufgrund der Möglichkeit, sich frühzeitig zu orientieren, zurückgehen.

Das Preisgeld für die Auszeichnungen entstammt einem Fonds, der von Unternehmen für berufliche Bildung in Memoriam Wilhelm Hübsch gegründet wurde. Aus Anlass des 175-jährigen Jubiläums der IHK fließen aus diesem Topf an die Regionalversammlungsbezirke Mittel, mit denen Schulpartnerschaften prämiert werden können, die besonders engagiert handeln. In der Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu wurden drei herausragende Schulpartnerschaften, die auf Basis von Kriterien wie Innovation, Dauer, Dynamik, Berufsorientierung, Zielgruppenansprache, Transparenz von einer Jury ermittelt wurden, geehrt.

Urkunde und Preisgelder für die Besten

Der erste Preis ging an die Schulpartnerschaft Mittelschule Oberstdorf-Wilhelm Geiger GmbH & Co. KG, Oberstdorf. Zwischen den Institutionen existiert bereits seit 40 Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit. Im April 2015 wurde diese offiziell in eine Schulpartnerschaft umgewandelt. Neben den Schülern sind auch die Eltern in das Projekt mit eingebunden. Geiger organisiert unter anderem gemeinsam mit dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft einen Benimmkurs, um die soziale Kompetenz der Heranwachsenden zu schärfen. Außerdem vergibt das Unternehmen jährlich einen Förderpreis an die besten Absolventen der Schule. Lohn des Engagements: eine Urkunde und eine Prämie von 5000 Euro.

Zweitplatzierte wurde die Schulpartnerschaft Hildegardis-Gymnasium Kempten-Liebherr Verzahntechnik GmbH. Das Gymnasium pflegt seit Oktober 2015 eine Kooperation mit der Firma Liebherr, die ebenfalls in Kempten ansässig ist. Eine lose Verbindung zwischen den beiden bestand jedoch schon früher. „Die sehr agile Partnerschaft“, wie Brehm es ausdrückte, spiele sich vor allem im technischen Bereich ab. Besonders der breite Ansatz der Projekte habe die Jury überzeugt. Für das Unternehmen, so ein Liebherr-Vertreter, habe sich die Partnerschaft bereits gelohnt, ein Schüler absolvierte ein Verbundstudium. Der Preis ist mit 3500 Euro dotiert.

Die Robert Bosch GmbH, Blaichach/Immenstadt war der Wunschpartner der Mädchenrealschule Maria Stern, Immenstadt, da beide bereits vorher im Bereich der beruflichen Orientierung gut zusammengearbeitet haben. 2017 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt, verschiedene Projekte sind zwischenzeitlich durchgeführt worden und es wird ein reger gegenseitiger Austausch gepflegt. Die Schule führte den jährlich einmal stattfindenden „Girlsday“ ein, bei dem Mädchen sich in Berufen ausprobieren können, die nicht als klassisch weiblich gelten. Bosch ist hier mit im Boot. Die Dritten im Bunde erhalten ein Preisgeld von 2500 Euro.

Hildegard Ulsperger

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