Vergnügliche Töne

Der Große Chor legte sich beim Faschingskonzert des Allgäu Gymnasiums im Kemptener Kornhaus mit Chorleiter Christian Dirsch ordentlich ins Zeug. Foto: Tröger

Ein Trommelfeuer heißer Sambarhythmen von Schülern des P(ercussion)-Seminars unter Leitung von Christian Dirsch hieß die Gäste am Donnerstagabend im proppenvollen Kornhaussaal willkommen. Auch wenn das Faschingskonzert des Allgäu-Gymnasiums (AG) mit einigen Abschieden verbunden war, tat das der Stimmung keinen Abbruch: Für Ernst Bestfleisch war es nach 37 Jahren Musiklehrer an der Schule das letzte Konzert unter seiner Federführung vor der Pensionierung, und durch den doppelten Abi-Jahrgang verliert das AG gleich 14 Musiker.

Ein zweistündiges Programm, voll gepackt mit abwechslungsreicher Musik, witzigen Showelementen und originellen Maskeraden, ließen alles andere als Langeweile aufkommen. Das recht avantgardistisch angehauchte Klanggemälde der Streicherklasse 5f entstand mit dem in Maleroverall und mit Spachtel statt Dirigentenstab ausgerüsteten Bestfleisch gleich „audiovisuell“. Für die zehn Schritte der Klangmalerei von „Abkratzen“, „Abschleifen“ über „Probeanstrich“ bis zum „Trocknen“ hatten die Instrumente ganz schön was auszuhalten, bevor sie in der verhältnismäßig harmonischen „Streicherserenade nach W.A. Mozart“ ausklangen. Schmissige Klänge hatte der Große Chor unter Leitung von Dirsch im Gepäck – mit Stücken von Eric Claptons „Tears in Heaven“ bis Aquarius aus dem Musical Hair. Eine Plattform erhielt der Leistungskurs Musik (K 13), die zum Amüsement des Publikums für einen witzig musikalischen Wettstreit in Form einer „Musikalischen Collage“ genutzt wurde. Musik zum „Mitgrooven“ gab es vom Jazzorchester, das Bestfleisch, ganz Bandleader in schillerndem Goldjackett und dunkler Sonnenbrille, voller Energie entfachte. „In The Mood“, „Birdland“ oder auch „Born To Be Wild“ wurden schwungvoll intoniert. Als besonderes „Schmankerl“ gesellten sich die „Silver Voices“, für die sich fünf ehemalige und ein noch aktiver Sportlehrer des AG zusammengetan hatten, drei Stücke lang dazu. Sie bewiesen, dass sich sportliches und musikalisches Talent nicht gegenseitig ausschließen. Ernteten sie schon mit „Wir kamen ans AG“, wofür das Landsknechtslied „Wir zogen in das Feld“ kurzerhand umgetextet worden war, tosenden Applaus, tobte das Publikum regelrecht nach ihrer Offenbarung „Wir sind die Männer in den besten Jahren, uns verfolgen die Frauen gleich in Scharen“. Auch das Publikum erhielt Gelegenheit mitzumischen. Einige waren der in der Einladung geschriebenen Aufforderung gefolgt, ein Instrument mitzubringen. Ungeschoren kamen auch die restlichen Abendgäste nicht davon – ihre Stimme hatten schließlich alle dabei. Nach der Pause hatte das Große Orchester, mit Sigrun Schreibmayer am Dirigentenpult, seinen eindrucksvollen Auftritt und eröffnete den zweiten Teil des Konzertes mit Stücken aus Katschaturians „Maskeraden-Suite“, mit Tabea Marquardt und Anna Wiedemann als Sologeigerinnen. Zum heiteren Abschluss mischten sich muntere Vogelstimmen zu der Polka francaise „Im Krapfenwaldl“ von Johann Strauß (Sohn), die der französische Austauschschüler Paul Zanoni auf diversen Pfeifen und Flöten erklingen ließ. Und ganz zum Schluss gab es im Kornhaus ein restlos begeistertes Publikum, das sich für den kurzweiligen Abend mit frenetischem Applaus, Pfiffen und Johlen bedankte.

Meistgelesen

Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Der älteste Kemptener feiert 105. Geburtstag
Der älteste Kemptener feiert 105. Geburtstag
Demokratie unter Beschuss
Demokratie unter Beschuss

Kommentare