Busse sollen raus

"Ja" zur Fußgängerzone

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Geht es nach dem Verkehrsausschuss, wird die nördliche Bahnhofstraße komplett zur Fußgängerzone. Auch Busse dürfen dann nicht mehr fahren.

Kempten – Die Rufe, die nördliche Bahnhofstraße komplett in eine Fußgängerzone umzuwandeln, sind in letzter Zeit immer lauter geworden (der Kreisbote berichtete mehrfach). Nun steht diesen Plänen zumindest aus verkehrlicher Sicht nichts mehr im Wege.

Der Verkehrsausschuss beschloss am Donnerstag einstimmig, das Teilstück als Fußgängerzone ohne Busverkehr auszuweisen. Einige Stadträte befürchten jedoch, dass durch die notwendigen Umbaumaßnahmen ein erheblicher finanzieller Aufwand auf die Stadt zukommt. Die konkreten Kosten können allerdings erst im Rahmen der Haushaltsberatungen im Herbst beziffert werden.

Mit Beginn der Umbauarbeiten am Zentralhaus wurde die nördliche Bahnhofstraße für den Verkehr gesperrt. In seiner Sitzung im Oktober 2012 beschloss der Verkehrsausschuss schließlich, die Straße vorläufig als Fußgängerzone zu belassen und nur für Linienbusse und Anliegerverkehr freizugeben. Die endgültige Entscheidung sollte erst getroffen werden, wenn die Ergebnisse aus dem Gesamtverkehrsplan (GVP) vorliegen. Die SPD-Fraktion hatte allerdings beantragt, die Busse vollständig aus der Bahnhofstraße Nord auszuschließen. „Weitere Ergebnisse aus den Beobachtungen vor Ort und Grundaussagen aus dem GVP lassen nun eine Bewertung der Verkehrssituation zu“, erläuterte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann am Donnerstag.

Grundlegende Probleme zwischen den Bussen und Fußgängern habe es seit November 2012 nicht gegeben. In Absprache mit der KVB (Kemptener Verkehrsbetriebe) sei der Busverkehr in diesem Bereich bereits stark reduziert worden. Lediglich fünf Buslinien befahren derzeit die Fußgängerzone. Die Haltestelle vor der Targobank ist allerdings stark frequentiert. „Eine Erhebung hat 1200 Stopps pro Monat ergeben, das ist ein Indiz dafür, dass die Haltestelle sehr attraktiv ist“, so Wiedemann.

Soll die nördliche Bahnhofstraße jedoch in komplett in einer Fußgängerzone umgewandelt werden, sind dem Tiefbauamtsleiter zufolge auf jeden Fall bauliche Maßnahmen notwendig. Diese betreffen zum einen die Straße selbst, die in ihrer jetzigen Form noch nicht wirklich als Fußgängerzone wahrgenommen wird. Denn trotz der optischen Einengungen durch Pflanztröge und der Beschilderung fahren immer wieder Fahrzeuge durch den Sperrbereich. Zum anderen müssten die Busse künftig über die Hirnbein- und Königstraße geleitet werden, wofür sowohl die Einmündung der Hirnbein- in die Königstraße (Spuraufweiterung) als auch die Kreuzung König-/Beethovenstraße (extra Busspur mit Einfluss auf die Ampel) umgebaut werden müssten. Auch zwei neue, ebenfalls attraktive, Bushaltestellen sollen entstehen: eine in der Bahnhofstraße bei der Apotheke (Taxistände müssen reduziert werden) und eine in der Hirnbeinstraße bei der Hypovereinsbank (fünf Längsparkplätze entfallen).

Keine Probleme

Dem Gutachter des GVP zufolge, wirft die Sperrung der nördlichen Bahnhofstraße keine größeren Probleme auf, erläuterte Wiedemann. Die Königstraße sei so leistungsfähig, dass sie den zusätzlichen Verkehr gut abwickeln könne. Die Linienbusse können den Abschnitt Hirnbeinstraße-Königstraße allerdings erst dann leistungsfähig nutzen, wenn die baulichen Maßnahmen umgesetzt sind. Dazu ist der Teilabbruch des Kopfbaues der ehemaligen Fasshalle auf dem Gelände des Allgäuer Brauhauses geplant. Der sei vom Investor für kommenden Winter geplant, sagte Wiedemann. Das bedeutet, dass die Planungen noch heuer fertiggestellt und die Maßnahmen in 2014 umgesetzt werden, sofern die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Darüber entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss im Rahmen der Haushaltsberatungen im Herbst. Doch die Kosten, die wohl nicht unerheblich sein werden, verursachen bei einigen Stadträten (siehe „Zum Thema“) bereits jetzt Bauch- schmerzen. In der Fußgängerzone selbst sind Wiedemann zufolge erst ab 2015 Umgestaltungsmaßnahmen denkbar. Dies betreffe insbesondere den Rückbau der bestehenden Bushaltestelle sowie bauliche Anpassungen am Beginn und am Ende der Zone.

Bis zur Realisierung der Umbaumaßnahmen bleibt die Situation in der nördlichen Bahnhofstraße so wie bisher.

Melanie Läufle

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