Verkehrssicherheitswoche und Wanderausstellung an der Berufsschule I

"Fahranfänger sensibilisieren"

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OB Thomas Kiechle probierte den Astrokreisel, der einen Überschlag simulieren soll, gleich aus.

Kempten – „Mir wird schon nichts passieren.“ Diesen Satz kennt wahrscheinlich jeder. Doch es passieren täglich Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt oder sogar getötet werden. Statistiken zufolge haben gerade junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren ein dreimal höheres Risiko im Straßenverkehr zu verunglücken als andere Verkehrsteilnehmer. Um ihre Schülerinnen und Schüler für das Thema Verkehrssicherheit zu sensibilisieren, veranstaltet die Berufsschule I (BS I) Kempten noch bis kommenden Dienstag eine Verkehrssicherheitswoche. Zudem ist die Ausstellung „Schatten – Ich wollte doch leben!“ bis 20. Mai in der Schule aufgebaut.

In der vom ADAC Südbayern initiierten Wanderausstellung stehen sechs lebensgroße, geschwärzte Figuren im Mittelpunkt. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Die sechs Schicksale sind dabei nicht frei erfunden, sondern real. Die Idee zur Ausstellung stammt übrigens von der Designerin Marlene Schlund.

„Wir wollen mit der Ausstellung junge Fahranfänger sensibilisieren und für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität gewinnen“, betonte Alexander Kreipl, der Verkehrspolitische Sprecher des ADAC Südbayern, am Mittwochnachmittag bei der Auftaktveranstaltung der Verkehrssicherheitswoche an der BS I.

2014 ereigneten sich laut Kreipl allein in Bayern unter Beteiligung junger Fahranfänger zwischen 16 und 24 Jahren 14.628 Verkehrsunfälle, bei denen 21.226 Personen verletzt und 144 getötet wurden. Gründe für das erhöhte Risiko sind mangelnde Erfahrung, unzureichende Fahrzeugbeherrschung und jugendlicher Leichtsinn (Gefahren zu spät oder gar nicht erkennen). „Die Ausstellung soll Aufmerksamkeit wecken, denn unsere Azubis gehören zur risikoreichsten Gruppe“, sagte Schulleiter Hanns Deniffel. Die Wanderausstellung ist aber nur ein Teil der Verkehrssicherheitswoche an der BS I. Im Rahmen des Programms EVA (Ernstnehmende Verkehrssicherheitsarbeit) des Kultusministeriums lernen die jungen Fahranfänger verkehrssicheres Verhalten zu entwickeln. Wie Oberstudienrat Jürgen Schmidt, Organisator der Verkehrssicherheitswoche, erläuterte, gibt es außerdem verschiedenen Stationen wie den Astrokreisel oder den Gurtschlitten, die einen Überschlag bzw. einen Aufprall simulieren. Auch ein Reaktionstest, ein Erste-Hilfe-Kurs, eine Station zum „Toten Winkel“ oder eine „Promillebrille“ sind Teil der Aktionswoche. Insgesamt erhalten bis Dienstag circa 1000 Schüler in 38 Klassen rund 150 Stunden Verkehrsunterricht. Auch begleitetes Fahren steht auf dem Programm. Hier bekommt die Schule Unterstützung von rund 25 Fahrschullehrern mit ihren Autos.

„Das Thema ist es wert, dass man sich dafür eine Woche Zeit nimmt“, meinte OB Thomas Kiechle bei der Auftaktveranstaltung. Denn man habe nur ein Leben und nur eine Gesundheit. „Das ist das höchste Gut, das wir haben.“ Beim Verkehr sollte der Verstand im Vordergrund stehen.

Von Melanie Läufle

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