Vernetzen und zusammenstehen

Unter dem Dach der Bezirksarbeitsgemeinschaft sind nun alle Lebenshilfen in Schwaben vereint: Im Vorfeld der jüngsten Bezirkskonferenz vergangene Woche in Kempten unterzeichneten dazu noch fünf Einrichtungen den Gesellschaftervertrag. Dies waren die „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung südlicher Landkreis Oberallgäu“, die Donau-Ries Werkstätten und Wohnheime, die Werkstätten Lindenberg und die Nordschwäbischen-Werkstätten. „Das ist auch ein Signal für den Bezirk“, meinte Joachim Wawersich, Vorsitzender der „Lebenshilfe südlicher Landkreis Oberallgäu“.

Daneben hatte die Tagung eine umfangreiche Tagesordnung, die sich mit Aktuellem aus der Frühförderung, den Schulen/Heilpädagogischen Tagesstätten, dem Arbeitsbereich, dem Wohnen und den Offenen Hilfen auseinandersetzte. Alle Einrichtungen zusammen sind zudem in die neuen Anforderungen des Themas „Inclusion“ involviert. Dr. Jürgen Auer, Landesgeschäftsführer, nannte die UN-Konvention eine der „großen Herausforderungen für die Lebenshilfe“. „In den 50 Jahren der Lebenshilfe Deutschland waren ständig Veränderungen erforderlich.“ Provokativ stellte Auer in Verbindung mit der „Inclusion“ die Frage: „Warum öffnen wir unsere Schulen nicht für nichtbehinderte Kinder?“ Eine Chance, sich aktiv in den Prozess der „Inclusion“ einzubringen, sah Auer für Menschen mit Behinderung in der Teilnahme am gleichnamigen Weltkongress „Inclusion“ im Juni in Berlin. Ein Dauerbrenner bei den regelmäßigen Bezirkskonferenzen ist die sich unterschiedlich entwickelnde Tariflandschaft innerhalb der Wohlfahrtsverbände. Diese führe zu differenten Entgelten, so Bezirkssprecher Alwin Hönicke (Kempten). Engere Kooperation Er und Auer forderten: „Wir müssen uns vernetzen und zusammenstehen.“ Nur so könne man Tendenzen entgegenwirken wie sie in anderen Bezirken angedacht werden. Dort wird bereits über die Herabsetzung der Fachkraftquoten, den Einsatz von günstigeren Laienhelfern und die Vergrößerung von Gruppen in Tagesstätten in Tagesstätten und Wohnheimen nachgedacht. „Besondere Sorge bereitet immer noch die Finanzierung der Frühförderung. Hier muss rechtzeitig nachverhandelt werden. Hönicke und Auer prangerten an: „Der ministerielle Zuständigkeitswechsel vom Sozial- ins Gesundheitsministerium hat nicht die erwünschte Unterstützung gebracht – und das, obwohl die Erfolgsquote und Prävention dieser Einrichtung außer Frage steht.“ Lothar Meyer, Leiter der Kinderhilfe Kempten ergänzte dazu: „Selbst den Eltern wird immer mehr Verwaltungsaufwand zugemutet.“ Bei den Wahlen wurde Bezirkssprecher Alwin Hönicke (Kempten) einstimmig in seinem Amt bestätigt. Zu seinen Stellvertretern wählte die Versammlung Frank Reisinger (Lindenberg) und Dieter Stein (Augsburg). Bestätigt und teilweise neu formiert haben sich die Unterausschüsse der Bezirksarbeitsgemeinschaft: Frühförderung: Andreas Frimmel (Senden), Schule/Tagesstätte: Ilse Hoffmann (Aichach), Arbeit: Wolfgang Beuchel (Memmingen), Wohnen: Jürgen Schulz (Kempten), Offene Hilfen, Antonie Mayer (Dillingen).

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