Versorgung ist sichergestellt

Die Frage taucht immer wieder auf: Was macht eigentlich die Biogasanlage im Industriegebiet am Achener Weg in den Wintermonaten, wenn das Gras abgeerntet und der Mais fertig eingebracht und gehäckselt ist? Die Anlage wird aber das ganze Jahr betrieben und die stündliche Leistung von rund 1870 KW muss trotzdem erzeugt werden. Wie Betriebsleiter Hansjörg Böck im Gespräch mit dem KREISBOTEN erklärte, gibt es jedoch auch in der kalten Jahreszeit keine Engpässe. Ungefähr 90 Lieferanten von Silage stellen die Versorgung im Winter sicher.

Nach der Ernte, die auch jetzt noch nicht voll abgeschlossen ist, wird das Rohmaterial in Silagen konserviert. So füttern auch die Landwirte ihr Vieh den ganzen Winter. Böck zufolge wird täglich angeliefert und in der Anlage selbst wird nur so viel Strom erzeugt, wie mit den Zündstrahlmotoren für die Aufheizung der Fermenter nötig ist, damit sich die Bakterien dort auch wohl fühlen. Das so erzeugte Gas wird über die Gasleitungen an die Betreiber der Anlagen zur Stromerzeugung und Wärmenutzung weiter geleitet. Im Stephanuswerk, bei den Kurkliniken in Neutrauchburg und auf dem Sennguthof in Isny-Vorstadt sind entsprechende Umwandelstationen eingerichtet. Der erzeugte Strom wird in das Netz eingespeist und die erzeugte Wärme direkt genutzt. 17 Megawatt pro Jahr Während in den Anfängen die sechs Gesellschafter der „Naturenergie Isny“ selbst Hand anlegten, sind inzwischen drei fest angestellte Mitarbeiter und vier Aushilfen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr mit der Produktion beschäftigt. Beimischungen von Maissilage und Grassilage sowie je eine Tonne Weizen pro Tag und rund 50 Kubikmeter Rindergülle sind ebenfalls Teil des Mischungsrezeptes. „Fast 17 Megawatt elektrische Energie werden so im Jahr erzeugt“, erläuterte Betriebsleiter Böck. Seinen Angaben zufolge entstehen nie Engpässe in der Versorgung. Die in den Anfängen auftretende Geruchsbelästigung ist auf ein Minimum gesenkt worden. Die Vorratsbehälter sind ebenfalls laufend nachgerüstet worden und auch jetzt wird gerade wieder ein Teil der Vorräte neu abgedeckt. Wenn man von Biogas redet, geht es hier um eine durchdachte und effiziente umweltverträgliche Variante der Strom- und Energieerzeugung, die bestimmt noch an anderen Orten nachgebaut wird. Erträge gestiegen Doch, warum bleibt der Mais so lange auf den Feldern stehen? „Das liegt vor allem daran, dass in diesem Jahr die Ernte um rund 30 Prozent über den Erträgen des Vorjahres liegt und die Erntekolonnen zwar fast durchgängig tätig sind, aber trotzdem nicht alles in kürzester Zeit abernten können“, schilderte Böck. Außerdem besage eine Faustregel, dass je trockener gedroschen werden kann, entsprechend weniger für die Trocknung von Körnermais aufgewendet werden muss. Der Körnermais wird als Viehfutter verwendet. In Sachen Bodenerosion und Auslaugung der Böden auf den Maisfeldern richten sich die Landwirte Böck zufolge durchaus nach der Fruchtfolge und sorgen dafür, dass ein nachhaltiger Ertrag gesichert ist. Immerhin wird rund 70 Prozent der eingebrachten Feststoffe als Humus und Nährstoff von der Anlage wieder abgesondert. Dieser Humus wird auf die abgeernteten Felder ausgebracht und das trägt mit zur Schaffung eines ökologischen Gleichgewichts bei. Die Erzeugung von Biogas ist also eine relativ sichere Sache und weder im Sommer noch im Winter ist dabei mit Engpässen zu rechnen.

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