Verstehen im Vordergrund

Am Rande der Stadt, in dem alten Gebäude der Jugendherberge, ist seit 2006 die Josia Schule untergebracht. In dieser Privatschule für Adventistische Erziehung ist eigentlich alles recht überschaubar. Die Schülerzahl liegt bei sechzehn, drei Lehrer unterrichten dort und werden von zwei Eltern in den Pausen und bei besonderen Ereignissen unterstützt. Diese geringe Zahl ist gleichzeitig Garant für gute Kontakte zwischen Lehrern und Schülern, erleichtert die Elternarbeit und lässt Raum für spontane Gestaltungen von Seiten der Schüler oder Lehrer.

Mathias Brucker ist dort als kommissarischer Schulleiter tätig, hat die Ausbildung zum Schreinermeister gemacht und hat acht Semester am theologischen Seminar Schloss Bogenhofen studiert. Während seiner Studienzeit hat er im Internatsbereich als stellvertretender Heimleiter gearbeitet. Mit zum Team gehören Ulrike Pelczar (Gymnasiallehrerin) und Ruth Bieling, die kürzlich die zwei Lehramtsprüfung hinter sich gebracht hat. Die Schule wird als Privatschule geführt und die Adventistische Kirche ist Schulträger. Als Privatschule ist sie vom Oberschulamt anerkannt und in der Zukunft möchte Mathias Brucker die Schülerzahlen im überschaubaren Maße erhöhen. Die Josia Schule ist eine Bekenntnisschule. Wer damit allerdings nur wenig anfangen kann, der sollte sich am Sonntag, 15. Februar, am Tag der offenen Tür ein genaueres Bild machen. Von 10 bis 17 Uhr ist der Besuch dann möglich. Beginnend mit einem Fachvortrag, gemeinsamen Besichtigungen und weiteren Aktivitäten ist dann ein Einblick in die pädagogische Arbeit das Ziel. Die Klassen sind zusammengefasst. In den Klassen 1 bis 4 sind sechs Schüler, in den Klassen 5 und 6 vier Schüler und in den Klassen 7 und 8 ebenfalls sechs Schüler. Morgens, nach der Morgenfeier im Gemeindesaal, beginnt der Unterricht in den Klassen, an drei Tagen der Woche mit einer dreißigminütigen „Walkrunde“, an der die Lehrer und Schüler und manchmal auch Eltern teilnehmen. Deutsch Mathematik, Fremdsprachen und Teilnahme an Projekten der Schule bilden den Rahmen. Alle Fächer und Fächerverbünde werden regulär nach den Vorgaben des aktuellen Lehrplans unterrichtet. Ein christliches Menschenbild ist die Grundlage für das Handeln an der Schule. Von dem Menschenbild werden die pädagogischen Handelungskompetenzen abgeleitet und im Curriculum Schwerpunkte gesetzt. Gerade deswegen gehören Naturwissenschaft und Volkswirtschaft genauso zu den vermittelten Stoffen wie Medien und allgemein gebräuchliche Kommunikationsmittel. Der Religionsunterricht ist ebenfalls Teil des Schulprogramms. Hier hat Mathias Brucker einen seiner Schwerpunkte. „Mir geht es darum, dass wir verstehen. Verstehen ist eine äußerst komplexe Sache“, erklärt er. „Die Zusammenhänge aus theologischer Sicht zu vermitteln ist eine meiner Aufgaben. Das hindert mich nicht an Projekten in ganz anderer Richtung“, so Brucker weiter. „Wenn sich Schüler der oberen Klassen zum Beispiel ein Wirtschaftsthema nach ihrer Wahl vornehmen, dann erarbeiten sie mit Büchern aus der Stadtbücherei die Grundlagen und setzen das Ganze in eine Power-Point-Präsentation um, die sie den anderen Schülern vortragen.“ Praxis im Fokus Seit einiger Zeit ist im Außenbereich einiges geschehen. Von einer Gärtnerei wurde ein Gewächshaus angemietet, in dem die Schüler ihre eigenen Pflanzen ziehen und auch alle anderen anstehenden Arbeiten erledigen. Auch im Werkstattbereich ist praktische Tätigkeit im Mittelpunkt. Die Schüler kommen alle aus dem Raum Isny und der Kontakt mit dem Elternhaus ist dem Schulteam eine wichtiges Anliegen. Weitere Informationen zur Josia Schule gibt es unter der Telefonnummer 07562/97658105 oder im Internet unter www.josia-schule.de.

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