Verträgliche Signale

Wo kann O2 in Lenzfried einen Handymast aufstellen, der die Bevölkerung möglichst wenig mit Strahlung belastet? Gemäß dem neuen Mobilfunkkonzept hat sich der Bauausschuss des Stadtrats vergangene Woche erstmals mit dieser Frage beschäftigt. Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München e.V. stellte dabei mögliche Standorte vor.

Sein UMTS-Netz wolle der Betreiber mit dem neuen Handymast ausbauen, so Ulrich-Raithel. Ob das nicht ein Luxus sei, wollte hingegen Stadtrat Helmut Hitscherich (UB/ödp) wissen. Die Mindestnetzabdeckung sei zwar erreicht, so der Immissionsexperte daraufhin, das verpflichte die Betreiber jedoch nicht, sich auch darauf zu beschränken. Der neue spanische Eigentümer von O2 habe sich eben entschlossen zu investieren. Wie Antje Schlüter, Leiterin des Stadtplanungsamtes, erklärte, sei O2 vergangenes Jahr an die Stadt herangetreten. Die habe dann wiederum das Umweltinstitut beauftragt, nach Standortalternativen im Bereich Lenzfried zu suchen. Die Maßgabe: ein guter Funkversorgungspegel bei möglichst niedrigen Immissionswerten. Drei mögliche Standorte habe das Umweltinstitut gefunden, berichtete Ulrich-Raithel. Einen habe O2 aus funktechnischen Gründen allerdings abgelehnt. Für die beiden anderen Alternativen prognostizierte das Umweltinstitut im schlimmsten Fall, das heißt im nächstgelegenen Gebäude bei höchster Funknetzauslastung, Belastungswerte von 1,8 beziehungsweise 0,4 Milliwatt pro Quadratmeter. Beide Standorte liegen außerhalb des bewohnten Stadtgebiets. Besonders die Alternative mit einer Belastung von 0,4 Milliwatt pro Quadratmeter, im Gutachten als U03 bezeichnet, sei „für eine Stadt wie Kempten ein sehr guter Wert“, erklärte Ulrich-Raithel. Ohnehin liegen beide weit unter den gesetzlich vorgegebenen Grenzwerten. Als Vergleichswert habe das Institut jeweils einen fiktiven Dachstandort errechnet, bei denen der Punkt mit den ungünstigsten Immissionswerten eine Belastung von zehn Milliwatt pro Quadratmetern aufweist. Die liegen jeweils deutlich näher an der Stadt. Gutachten steht im Netz Beide Standorte habe O2 als diskussionswürdig bezeichnet. Nun liegt das Gutachten öffentlich aus, um weitere Vorschläge zu sammeln. Auch im Internet können Interessierte es einsehen. Das Gutachten ist noch bis kommenden Mittwoch, 18. März, unter der Adresse www.kempten.de, mit Klick auf „Bürgerbüro“ und dann „Rathaus aktuell“ einsehbar, informierte das Büro des OB. Danach wird sich der Bauausschuss erneut mit dem Thema befassen. Dann liege es am Betreiber, mit den Eigentümern der Standort-Gebäude einen Vertrag abzuschließen. Im Falle des günstigen Standorts U03 wäre das das Kemptener Kommunalunternehmen (KKU). Denn der zehn Meter hohe Handymast würde sich dann auf deren Wasserhochbehälter befinden. Wie Schlüter auf Nachfrage des KREISBOTE erklärte, habe sie noch keine Rückmeldung von den Betreibern was weitere Suchkreise in Kempten-Eggen, Ellharten und am Krankenhaus angeht.

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare