Entspannter Gesprächsaustausch

Feiern und der PartyPass

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Die städtischen Vertreter stellten sich zum Ausklang noch in losen Gesprächsrunden den Anliegen der Schülervertreter, wie hier Jugendamtsleiter Thomas Reuß (rechts) und Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amtes für Jugendarbeit, mit Vertretern der Staatlichen Realschule.

Kempten – Beim zwanglosen Gesprächsaustausch zwischen Klassen- und Schülersprechern der Kemptener Schulen und städtischen Vertretern am Montagnachmittag waren es einmal mehr die Abschlussfeiern, die die Jugendlichen vor allem bewegten.

Aber erst einmal rührte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) die Werbetrommel: Er stellte den „PartyPass“ vor, mit dem Minderjährigen unter 18 Jahren der Zugang zu Festen erleichtert werden soll.

Anstatt des Personalausweises wird der „PartyPass” abgegeben und nach der Veranstaltung wieder abgeholt – natürlich nach vorheriger Kontrolle der korrekten Daten. Wie der Leiter des Amtes für Jugendarbeit, Thomas Baier-Regnery, anmerkte, „kann der Partypass im Internet downgeloaded werden“. Es handle sich zudem um einen „größeren Zusammenschluss“, so dass der „PartyPass” quasi in „allen Allgäuer Metropolen“ gelte – allerdings derzeit noch ohne Garantie, dass er schon überall bekannt sei.

Für die Abschlussfeiern bot Baier-Regnery auch für dieses Jahr wieder Unterstützung und Beratung an. In Punkto Alkoholkonsum „unterscheiden wir vom Alter her, wann eine gewisse Bedenklichkeit oder Gefährlichkeit besteht“, machte er auch die Verantwortung seitens der Stadt klar. 

Mit einem ganz anderen Abschlussfeier-Problem warteten dagegen die Vertreter der Staatlichen Realschule auf: Ihnen fehlen noch die passenden Räumlichkeiten für die rund 600 Leute. „Wir versuchen etwas zu finden“, versprach Baier-Regnery. Platznot wurde auch seitens der Städtischen Realschule beklagt, an der „sonst alles top“ sei. Schulreferent Benedikt Mayer sah das Problem weniger im Mangel an Räumen als vielmehr in den Zugängen. Eine – allerdings eher langfristige – Lösung stellte er mit einer künftigen Nutzung von oft frei bleibenden Räumen der Schule an der Hofmühle in Aussicht. Zunächst müsse man aber die Entwicklung der Schülerzahlen an den beiden Schulen beobachten. „Wenn die Sanierungen abgeschlossen sind, dann läuft’s“, war sich Netzer sicher.

Als „katastrophal, ineffizient und teuer“ bezeichnete Landesschülersprecher und Schülersprecher der Berufsschule III, Fabian Geyer, den öffentlichen Nahverkehr in Kempten und Umgebung, was Netzer so nicht stehen lassen wollte. „Wir haben einen funktionierenden ÖPNV“ von etwa sechs Uhr morgens bis circa 20 Uhr am Abend. „Es ist eine Vergeudung von Steuergeldern, wenn um 22 Uhr gerademal drei Leute drin sind“, erteilte er einer Ausweitung des Fahrplanes, mit Verweis auf das alternativ immer beliebter werdende Anruf-Sammeltaxi, eine deutliche Absage.

Verein wird gegründet

Dass an den Schulen der „Mannschaftssport vernachlässigt“ wird, mahnte Tim Berchtold von der Staatlichen Realschule an. Obwohl „Bezirksauswahlsieger im Basketball“, könnten sie keine freien Trainingsstunden in den Sporthallen absolvieren. Laut dem Schulreferent sei es „nicht das Problem, dass in den großen Hallen keine Kapazitäten wären“, sondern „meistens die Versicherung“. Gute Nachrichten hatte hier der Landesschülersprecher, denn derzeit sei man deshalb dabei einen schulübergreifenden Verein zu gründen, der diese Hallen dann mieten könne.

Begleitet vom Wunsch des Kemptener Stadtjugendring-Vorsitzenden Stefan Keppeler, sich kurz vor Abschluss der Jugendstudie „Junge Deutsche“ noch daran zu beteiligen, wurde der Austausch auch dem offiziellen Teil in losen Gesprächsrunden angeregt weitergeführt. Unter anderem wollten Schülervertreter der Staatlichen Realschule von Baier-Regnery und Jugendamtsleiter Thomas Reuß wissen, ob es bei Partys im „Ferggies“ oder „Parktheater“ reiche, wenn ein Erwachsener als Veranstalter auftrete. Volljährig allein reiche nicht, klärte Amtsleiter Baier-Regnery auf, sondern die Person „muss sich der Verantwortung auch bewusst sein“.   Christine Tröger

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