Verunsicherung entgegenwirken

Andreas Winkler. Foto: Archiv

Fast jeder kennt das: Das Telefon klingelt und am anderen Ende der Leitung will ein Unbekannter einen für ein Gewinnspiel begeistern oder irgendwelche Verträge aufschwatzen. Das gleiche Problem gibt es im Internet: Es werden kostenlose Angebote angepriesen. Um sie jedoch zu bekommen ist eine Anmeldung nötig, bei der durch ein kleines Häckchen, das gesetzt werden muss, oft ein Abonnement oder andere kostenpflichtige Leistungen ab- geschlossen wird. Mit diesen und anderen Themen beschäftigt sich der Kemptener Verbraucherschützer Andreas Winkler täglich in der hiesigen Beratungsstelle der Verbraucherzentrale.

Im Jahr 2010 suchten 6240 Verbraucher bei Winkler Rat oder Hilfe. „Das Jahr 2010 war gekennzeichnet von Anfragen zur Abzocke per Internet und Telefon“, erläuterte der Verbraucherschützer vergangene Woche bei einem Pressegespräch. Trotz des bereits 2009 in Kraft getretenen Gesetzes zur Bekämpfung unlauterer Telefonwerbung hat die Belästigung der Verbraucher kaum nachgelassen. Winkler zufolge fordern die Verbraucherzentralen daher, dass Verträge schriftlich bestätigt werden müssen und die Sanktionen gegen unseriöse Unternehmen konsequenter angewandt werden. Die Flut an Beschwerden zum Thema Internetabzocke verstärkt die Forderung nach einer Bestätigungslösung noch zusätzlich. „Die Masche bleibt immer die gleiche“, erklärte Winkler. Vermeintlich kostenlose Angebote werden durch versteckte Preishinweise zu kostenpflichtigen Abonnements. Um Telefon-Abzocken zu vermeiden, empfiehlt Winkler einfach den Hörer aufzulegen. Ein weiteres Dauerthema im vergangenen Jahr war für Winkler der Ärger mit Telekommunikationsanbietern. Meist ging es um Schwierigkeiten bei einem Anbieterwechsel sowie um fehlerhafte oder fehlende Leistungen. Fragen zur Rechnungshöhe kamen ebenfalls häufig zur Sprache. „Viele Verbraucher hatten große Probleme, angesichts der schwierigen Kommunikation mit Call-Centern und einer dreisten Hinhaltetaktik, ihre Rechte eigenständig durchzusetzen“, so Winkler. Die Verbraucherzentrale kümmert sich aber nicht nur um Telefon- und Internetabzocken, sondern bietet in Kempten schon seit 37 Jahren persönliche und telefonische Beratungen an. Umfangreiche Beratungsgespräche, für die pauschal 15 Euro verlangt werden, fanden zu den Themen Recht, Versicherung, Umwelt, Produkt, Energie und Altersvorsorge statt. Bei den Versicherungen stand dabei die Absicherung existentieller Risiken wie Haftpflicht und Berufsunfähigkeit im Mittelpunkt. „Mit unseren Beratungsangeboten wirken wir der zunehmenden Verunsicherung und Überforderung der Verbraucher entgegen“, fasste er zusammen.

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