Der Vetter von Dingsda

Hans-Christian Hauser überrascht mit seinen Inszenierungen

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Lustig, mitreißend und erfolgreich präsentiert: die Szenenbilder vor der Minimalkulisse immer überzeugend.

Isny – Eine Operette von Eduard Künneke auf der Bühne im Isnyer Kurhaus ist eigentlich eine rechte Herausforderung, zumal Hans-Christian Hauser diesen „Vorläufer“ zum Opernfestival nur einmal aufführen will. Schade, denn andere Zuhörer hätten sich sicher auch gefreut, die Hausersche Inszenierung auch erleben zu dürfen. Da können sich die Isnyer wieder einmal glücklich schätzen, diese Aufführung sehen zu dürfen.

Hauser hat wieder einmal tief in die musikalische Trickkiste gegriffen, das Instrumentenensemble so schmal wie möglich und die Mitwirkenden kurz gehalten, indem er auf aufwändige Szenen verzichtete, aber den Sängern alle Möglichkeiten einräumte, ihre Stimmen als absolut tragende Elemente in die Aufführung einzubringen. 

Julia de Weert (Verena Barth, Sopran) konnte überzeugend den „strahlenden Mond“ besingen, bekam dann von ihrer Freundin Hannchen sängerische und schauspielerische Unterstützung und brachte überzeugend auf die Bühne, wie sehr sie die ständige Gängelei von Tante und Onkel satt hat. 

Die anschließende Verwechslungskomödie konnte nur gelingen, weil „Tantchen und Onkel“ ihren Neffen auch schon jahrelang nicht mehr gesehen hatten und wie Roderich – der Vetter aus Dingsda-Batavia – auch schon seit Jahren aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Dann taucht ein Mann als Landstreicher auf, mit dem sich die jungen Damen gleich einen Scherz erlauben wollen, und der dann in der Abenddämmerung mit seinem „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ (Stefan Hör, Tenor) einen Ohrwurm vorträgt. 

Egon von Wildenhagen (Mathieu Laniel, Tenor), als etwas unglücklicher Bote von Blumen und Briefen aus Batavia, kam bei Julia und Hannchen nicht zum erwünschten Erfolg, deckte am Ende noch die ganze Verwechslung auf. 

Was solls: Julia bekam schließlich ihren falschen Roderich, Hannchen den wirklichen Vetter aus Dingsda und alle zusammen den ihnen nun wirklich zustehenden Applaus. 

Hans-Christian Hauser verbindet in dem Stück Perfektion mit der Möglichkeit der Reduzierung und hat damit wieder einmal gezeigt: Das Wesentliche muss immer erhalten bleiben, damit das Publikum jede Szene und jedes Lied genießen kann.

Manfred Schubert

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