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Die Exkursionsteilnehmer der Architekturforen Kempten-Oberallgäu und Memmingen-Unterallgäu im neuen EYE Filmmuseum in Amsterdam. Foto: Rupp

Die diesjährige Jahresexkursion der Architekturforen Kempten-Oberallgäu und Memmingen-Unterallgäu führte die Mitglieder jetzt nach Holland. Fünf ereignisreiche Tage verbrachte die Gruppe dort.

Nach dem Start im Allgäu führte die 830 Kilometer lange Busfahrt die Exkursionsteilnehmer nach Amsterdam mit einem Zwischenstop in Maastricht, wo unter anderem die Nachnutzung von zwei mittelalterlichen Kirchen, zum einen als Buchhandlung und zum anderen als Hotel, in Augenschein genommen wurde. Einen ersten Eindruck von Amsterdam lieferte die Fährfahrt zum Abendessen in der IJ Kantine, einem alten Hafengebäude der Nordstadt. Tags darauf folgte eine erste vollumfängliche Architekturführung, die eine professionelle Agentur übernahm. Die Führung begann mit den Stadterweiterungen der „Amsterdamer Schule“ aus den 20er Jahren (H. P. Berlage) und führte über die Bibliothek von Jo Coenen im neuen Stadtquartier Osterdok zu den östlichen Hafengebieten Java- und KNSM-Eiland, wo vor allem der „Piraeus“-Wohnblock von Hans Kollhoff einen bleibenden Eindruck hinterließ. Positiv auffallend waren generell meist räumlich komplexe Wohnungsbauten in gut durchmischten Stadtstrukturen bei überdurchschnittlicher Homogenität trotz gewisser Vielfalt – und zwar in alten wie in neuen Vierteln. An einen Rundgang durch die beiden Hafenhalbinseln Borneo und Sporenburg reihte sich ein gemeinsames Mittagessen im Lloyd-Hotel mit anschließender Führung, in dem Zimmer von einem bis zu fünf Sternen (sowie auch ein „Rockband-Zimmer“ mit einem Acht-Personen-Bett) gebucht werden können. Der Tagesausflug endete mit einer weiteren neuen Stadterweiterung im Ijsselmeer unter anderem mit einer Anlage schwimmender Häuser und dem Besuch des eben fertiggestellten EYE Filmmuseum von Delugan Meissl. Ein Spaziergang durch den in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommenen Grachtengürtel gefiel einigen so gut, dass sie ihn nochmals per Boot in Augenschein nahmen. Museumsbesuche Die andere Gruppenhälfte widmete sich dem Besuch des Rijks-Museums (mit Gemälden der alten niederländischen Meister Rembrandt, Vermeer usw.) und des van Gogh-Museums, ehe der Bus über Leiden und das grüne Herz der Niederlande mit seinen Poldern und Windmühlen die Nordsee-Küste bei Wassenaar erreichte. Nach einem Strandspaziergang mit Fußbad endete der Tag mit der Ankunft in Rotterdam und dem Abendessen in der „Fabbricia“, wo senegalesische Musiker für Entspannung sorgten. Am vierten Exkursionstag stand eine Architekturführung durch das im letzten Weltkrieg nahezu vollständig zerstörte Rotterdam auf dem Programm, die am großen Stadtmodell beginnend über die in den 50er Jahren entstandene erste Fußgängerzone Europas und den Schouwburgplein zum Niederländischen Architekturinstitut (NAI) bis zur Kunsthal von (OMA, Rem Koolhaas) führte. Dem Mittagessen im ehemaligen Hotel New York folgte ein Rundgang durch den Kop van Zuid, der mit der Überquerung der Erasmus-Brücke (UN Studio, Ben van Berkel) abschloss. Einen Höhepunkt des gesamten Besuchsprogramms bildete die Führung durch die ehemalige Van Nelle Tabakfabrik (Brinkman und van der Vlugt), einer Ikone der niederländischen Moderne aus dem Jahr 1931. Vor Beginn der Rückreise entschied sich die Gruppe noch zu einer Rundfahrt durch den Rotterdamer Hafen, einer der größten Anlagen weltweit.

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