Viele "Baustellen" zu bedienen

Workshop-Ergebnisse zeigen Defizite und Positives in der Seniorenarbeit

+
PantherMedia B25496493

Kempten – Altersarmut, Ehrenamt für Menschen mit Behinderung geleistet von Senioren, Demenz, Prävention/Lebensfreude/Bildungsangebote, ärztliche Versorgung, Menschen mit Behinderung –

das ist die Gewichtung, die bei einem Workshop vergangenen November als Schwerpunktthemen für den Seniorenpolitischen Beirat von dessen Mitgliedern genannt wurden.

Die gesamten Ergebnisse stellte die Koordinatorin des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes Cordula Amann letzte Woche in der Sitzung des Gremiums vor. Eine gewisse Beruhigung klang durch, dass die einzelnen Projekte, die nach Ansicht des Beirats angepackt werden sollen, solche sind, „die wir tatsächlich auch angegangen haben“, wie Quartierskonzepte für die Versorgung der Stadtteile; der Bereich Kurzzeitpflege, der laut Amann schwierig zu organisieren sei, „aber wir sind am Ball“; oder auch Demenz. Für einen kleinen Wirbel sorgte eine unglückliche Listung zweier Workshop-Ergebnisse, die für Missverständnisse sorgte: „Vorschläge in Stadtrat bringen“, gefolgt von „mehr umsetzen, weniger diskutieren“. Dadurch wurde aber ein Wissens-Defizit bezüglich der Rolle der Stadträte, wie sie die Geschäftsordnung vorsieht, offenbar, das so angesprochen und behoben werden konnte. 

„So geht das nicht“ wies Helmut Hitscherich (UB/ ÖDP) darauf hin, dass nicht die Stadträte, sondern „der Beirat einbringen muss“. Einen genaueren Umgang mit Begrifflichkeiten wünschte sich Erna-Kathrein Groll (Grüne), die die Rolle des Beirats darin sah: „Wir hören zu“, sprechen hier Dinge mit an, „die in der Stadt schon gespielt werden“ und bündeln Themen. „Wir sind nur beratend hier“ und bringen Empfehlungen bzw. Anträge dann in den Stadtrat. Dieter Zacherle (FW) merkte an, „wir müssen schon konkret wissen, was benötigt wird“ und sah die Funktion des Seniorenpolitischen Beirats ähnlich der des Behindertenbeirats – eben in der Beratung. Während Amann das Gefühl hatte, dass „in Vergessenheit geraten ist“, dass der Beirat auch Beschlüsse auf den Weg bringen soll, was in den drei Jahren, seit sie hier sei, „noch nie“ geschehen sei, meinte Bürgermeister Josef Mayr (CSU), „es funktioniert ja ganz gut“. Lothar Köster (SPD), Beauftragter des Stadtrats für Menschen mit Behinderung und Heime, wünschte sich wie Amann mehr Initiative des Beirats, seine Wünsche für den Ausschuss für soziale Fragen vorzubereiten. Christine Weixler, Leiterin des Amts für Ausbildungsförderung, Senioren- und Wohnungsfragen, erinnerte daran, dass das Gremium laut Geschäftsordnung sowohl beratende Funktion habe, als auch in bedeutenden Angelegenheiten Beschlüsse fassen könne, die allerdings dann noch dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden müssten. 

Weiteren Optimierungsbedarf zeigte das Workshop-Ergebnis unter anderem bei der Quartiersarbeit, unter anderem sei die Vernetzung des Mehrgenerationenhauses in Sankt Mang mit den alten Akteuren wie Kirchengemeinden und Vereinen nicht gut. Groll wies darauf hin, dass sich neben Hinterbach und Heiligkreuz auch der Stadtteil Leubas derzeit sehr verändere und es für ältere Menschen schwieriger dort werde. Ein Grund sei, dass „es kaum Busverbindungen gibt“. Bürgermeister Mayr wusste, als gutes Gegenbeispiel, von „sieben Fahrgemeinschaften in Lenzfried“, die regelmäßig gemeinsam zum Einkaufen fahren würden, „sogar nach Börwang ins Dorflädele“. Missglücktes Projekt Unterschiedliche Erfahrungen gab es in puncto Kombiwohnen von Jung und Alt. So berichtete Mayr von einem Wohnprojekt, bei dem zehn Studenten des Sozialen Bereiches in einem solchen aufgenommen werden sollten, mit der Vorstellung, dass sie den dort lebenden älteren Menschen unter die Arme greifen können. Tatsächlich seien es aber dann v.a. Maschinenbaustudenten gewesen, die sich nicht beteiligen wollten. 

„Der Schulterschluss ist nicht gelungen“. Anders als beim Integrierten Wohnen in der Brennergasse, an das Köster erinnerte. Dort funktioniere das Miteinander durch die Bewohnervertretung gut. 

Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Letzte Vorbereitungen für das große Faschings-Spektakel in Sulzberg
Letzte Vorbereitungen für das große Faschings-Spektakel in Sulzberg
Schach-Schwabenliga II Süd: Die Buchenberger Schachfreunde setzen Siegesserie fort
Schach-Schwabenliga II Süd: Die Buchenberger Schachfreunde setzen Siegesserie fort
Buchenberger Youngsters holen zwölf Medaillen bei später Mini-Tournee
Buchenberger Youngsters holen zwölf Medaillen bei später Mini-Tournee
Gigantischer Faschingsumzug lockt Tausende Zuschauer nach Sulzberg
Gigantischer Faschingsumzug lockt Tausende Zuschauer nach Sulzberg

Kommentare