Viele Bedenken

Zu viele Traktoren und andere landwirtschaftliche Fahrzeuge, Krach und Gestank befürchten viele Anlieger, Nachbarn und umliegende Landwirte durch den Bau einer Biogasanlage in Heiligkreuz-Nord, Stötzlings 51 (siehe nebenstehender Bericht). In knapp eineinhalb Wochen hat eine Initiative von Nachbarn und Betroffenen bereits knapp 400 Unterschriften gegen den Bau der Biogasanlage gesammelt und sich mit ihren Bedenken an OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) gewandt.

Dass sie den Bau der Anlage nicht mehr verhindern können, sei nach dem Beschluss des Bauausschusses klar, war aus Kreisen der Initiative zu hören. Wünschenswert wäre jedoch, dass die Anlage im kleineren Rahmen gebaut würde, damit die Felder nicht noch knapper werden, als sie ohnehin schon sind. Auf Dauer brauche eine Biogasanlage immer mehr Flächen, da das Biogas vom Gras lebe und das dann „jung gemäht“ werde, erklärte ein Initiative-Mitglied. Hohe Belastung Ein weiterer Störfaktor für die Biogasanlagen-Gegner in Heiligkreuz ist der zusätzliche Verkehr. Rund zwei Drittel der Flächen für den Betrieb der Anlage sind im Süden von Heiligkreuz, die Anlage sei jedoch im Norden, bemängelten sie. Gegenüber dem KREISBOTEN erläuterte ein Mitglied der Initiative, dass die Verkehrsbelastung für das Dorf wesentlich höher wird. „Die Beteiligten der Biogasgemeinschaft, die ihre Felder südlich von Heiligkreuz haben, fahren ihre Gülle hin zur Anlage, dann fahren sie leer wieder zurück. Wenn das Gas dann entstanden ist, fahren sie wieder leer hin, holen ihre Gülle wieder ab und fahren beladen wieder zurück“, erklärte das Mitglied. Das seien vier Fahrten durch das Dorf für eine Ladung Gülle, gab es zu bedenken. Von Seiten der Initiative wird außerdem gefordert, dass die Betreiber der Anlage keinen Genmais zukaufen dürfen und dass verhindert wird, dass Mais im Allgäu angebaut wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass das geschehe, sei jedoch hoch. Des weiteren wird durch die Gülle der Boden und das Grundwasser belastet. Aufgrund angelieferter genmanipulierter Futterrohstoffe wird zudem eine Gefahr für Imker und Landwirte befürchtet. Wenn das Gras zudem immer früher gemäht wird, haben einem Initiative-Mitglied zufolge auch Bienen keine Gelegenheit mehr, Blumen zu bestäuben, da sie gar nicht mehr soweit wachsen dürfen. Damit stellt die Biogasanlage auch eine Gefahr für Bienen dar. Zudem sind die Tiere durch die Maisspritzmittel gefährdet. Um Solche Fälle zu verhindern, versucht die Initiative Auflagen für die Biogasgemeinschaft zu erkämpfen. Von Wärme profitieren Einen kleinen positiven Aspekt hinsichtlich der Biogasanlage sieht die Initiative in der Wärmeenergie, die die Anlage erzeugen soll. Der Kindergarten wird irgendwann von der Wärmerückkopplung profitieren. „Damit ist die Anlage wenigstens annähernd sinnvoll“, so ein Mitglied: „Ohne das wäre es nur schlimm.“ Grundsätzlich haben die Nachbarn und Betroffenen nichts gegen Biogasanlagen, betonten sie gegenüber dem KREISBOTEN. „Aber nicht im Allgäu, wo durch die Milchwirtschaft schon genügend Felder gebraucht werden“, lautete die Begründung. Die Be- wohner rund um Heiligkreuz wünschen sich, dass die Anlage im kleineren Rahmen gebaut wird und dass den Betreibern bestimmte Auflagen erteilt werden. Auf die sind die Betroffenen übrigens auch sauer. Niemandem hätten die vier Betreiber im Vorfeld Auskunft gegeben. Das sei ein unsoziales Verhalten, kritisierte ein Initiative-Mitglied.

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