Viele Fragen bleiben offen

Es war wenig erbaulich, was die politisch und kulturell Verantwortlichen 2006 zu hören bekamen: Unzeitgemäße Präsentationen und schlechte Vermarktung warfen Gutachter der Kemptener Museenlandschaft vor. Vier Jahre später soll nun ein neues Museumskonzept frischen Wind in die Kemptener Geschichte bringen. Am kommenden Montag, 8. März, ab 16 Uhr wird das Papier im Schul- und Kulturausschuss vorgestellt werden. Der Weg dahin war aber offenbar ein sehr steiniger.

Über ein Jahr lang hat ein Arbeitskreis, zusammengesetzt aus Fachleuten, Politikern und Vertretern der Schulen, an dem Papier gefeilt, das die Kemptener Museenlandschaft wieder zukunftsfähig machen soll. Am kommenden Montag werden die Ergebnisse nun dem Schul- und Kulturausschuss vorgestellt, kündigte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) vergangene Woche gegenüber dem KREISBOTE an. Was das Konzept beinhaltet, wollte der Rathauschef jedoch nicht verraten. Entscheidungen stünden zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keine an, versicherte er. „Wir stellen zunächst einmal die Ergebnisse vor, dann geht die Diskussion los.“ Daran sollen Vereine wie beispielsweise die fkm oder der Heimatverein beteiligt werden. „Ich hoffe, dass wir dann im Laufe des Sommers zu einem Beschluss kommen“, so Netzer weiter. Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber hielt sich hinsichtlich des Papiers auf Nachfrage ebenfalls bedeckt. Ziel des Arbeitskreises sei gewesen, eine zukunftsorientierte Museenlandschaft zu entwickeln. „Museen sollten der kulturellen Verantwortung dienen und das materielle Erbe einer Stadt bewahren und pflegen“, so Weber weiter. „Die Besonderheiten der Stadt müssen herausgestellt und im Museumskonzept präsentiert werden“, betonte der Kulturamtsleiter. Noch ist vieles unklar Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Dem Vernehmen nach verliefen die Beratungen zäh, ehe man sich auf einen Kompromiss einigen konnte. Grund dafür sollen die unterschiedlichen Präferenzen der Beteiligten gewesen sein. Wohl auch deshalb wurde die Vorstellung des Papiers immer wieder verschoben. Obwohl einiges noch ungewiss zu sein scheint, deutet manches aber doch darauf hin, die Touristinfo ins Erdgeschoss des Zumsteinhauses zu verlagern. Im zweiten und dritten Stock des Zumsteinhauses soll ein Teil der Geschichte der Stadt Kempten präsentiert werden. Im Gegenzug werden offenbar auf Wunsch von OB Netzer und der Mehrheit der Arbeitsgruppe Teile des Alpin-Museums und des Zumsteinhauses mit dem Allgäu-Teil und der Geschichte der Doppelstadt ins Kornhaus umziehen, wo die jüngere Geschichte der Illerstadt thematisiert werden soll. Angeblich haben sich im Arbeitskreis vertretene Fachleute vom Haus der Bayerischen Geschichte aber gegen diese Pläne ausgesprochen. Sie bevorzugen in dieser Hinsicht den Marsstall. Dr. Rainhard Riepertinger vom Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg wollte sich dazu auf Anfrage allerdings nicht äußern. Gegen den Marsstall wiederum spricht aus Sicht der Kemptener aber offenbar, dass er zu versteckt und vor allem für Ortsfremde nur schwer auffindbar sei. Weitestgehend einig scheint sich der Arbeitskreis aber hinsichtlich des APC-Parks zu sein, in dem die Epoche der Römer an der Iller aufgearbeitet werden soll. Allerdings ist die Rede von rund 2,5 Millionen Euro Kosten für Umbau und Erschließung des Geländes. Teuer käme die Stadtkasse auch die Sanierung des Beginenhauses – die offensichtlich von Teilen der CSU-Fraktion angestrebt wird – zu stehen. Hier ist die Rede von rund einer Million Euro, die in das 650 Jahre alte Gebäude gesteckt werden müsste.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
Humanitäre Ziele statt Weltherrschaft
Humanitäre Ziele statt Weltherrschaft
EEG ein "teurer Irrweg!"
EEG ein "teurer Irrweg!"

Kommentare