Viele Sahnestücke

Auch wenn es diesmal kein Jubiläum zu feiern gibt, an bekannten und nicht so bekannten Sahnestückchen aus der Jazzwelt mangelt es bei der 26. Ausgabe des Kemptener Jazzfrühlings sicher nicht. Vom 24. April bis 2. Mai geben sich „350 Musiker aus 21 Ländern auf 40 Bühnen“ die Klinke in die Hand, wie Hansjürg Hensler, Vorsitzender des Kleinkunstvereins „Klecks“, dem KREISBOTE in der vergangenen Woche preis gab.

Die „70 ausnahmslos ehrenamtlichen Helfer“ des Arbeitskreises werden am Ende für den reibungslosen Ablauf von über 100 Konzerten gesorgt haben. Neu sei, dass das Plakatmotiv diesmal nicht von einem namhaften Allgäuer Künstler stamme. Im Leistungskurs Kunst des Carl-von-Linde-Gymansiums seien „15 super Bilder“ für das Plakat entstanden, von denen das grafisch am besten verwendbare schließlich ausgewählt worden sei, erzählt Hensler. Parallel zum Jazzfrühling würden aber alle Werke in einer Ausstellung gezeigt und auch verkauft, kündigte der Jazzfrühling-Organisator an. Brilliante Musiker Soll er Favoriten unter den Musikern nennen, tut er sich allerdings schwer. Die Vorfreude ist ihm ins Gesicht geschrieben, egal auf welchen Programmpunkt man zu sprechen kommt. John McLaughlin sei zwar seit Bestehen des Jazzfrühlings „mit Abstand der teuerste“, aber „in den letzten zehn Jahren hat er sicher nicht mehr in so einer kleinen Halle wie dem Kornhaus gespielt“, zeigte er sich erfreut. Ebenso werde mit dem hier noch nicht so bekannten „amerikanischen Vollblutjazzer“ James Carter, der erst beim Salzburger Jazz-Herbst brilliert habe, ein Spitzenmusiker auf der Kornhausbühne stehen. Eine kleine Besonderheit sei auch der Auftritt des Schauspielers Friedrich von Thun mit dem „Max Neissendorf Trio“, die sich „Die Legende vom Ozeanpianisten“ des italienischen Schriftstellers Alessandro Baricco vorgenommen hätten. Die Bluesgala mit „Ludwig Seuss & Band“ biete heuer „Cajun and Zydeco“, letzterer einer der absoluten Ursprünge des Jazz bei dem man „den Mississippi und die Lousiana Sümpfe so richtig heraus hört“. Ferner werde Jazz mit asiatischen Einflüssen zu hören sein, wenn „Nguyen Lê & Saiyuki“ sowie der Perkussionist Trilok Gurtu – der 2007 bereits an der Seite von Jan Gabarek begeisterte – mit Band unter dem Motto „Jazz far East“ loslegen. Damit werde einer „aktuellen Strömung“ Rechnung getragen, denn auch im Jazz gebe es immer Trends, erklärte Hensler, der Gospel mehr oder weniger „out“ sieht und auch um Latin-Jazz sei es mit Abklingen des Hype um „Buena Vista Social Club“ „ruhiger geworden“. "Unglaubliche Fülle" Als „zwei tragende Säulen“ des Jazzfrühlings bezeichnete er die Konzerte im TheaterOben mit Europäischer Avantgarde und die um ein Konzert aufgestockten „Jazzperlen“ im AÜW mit weitgehend unbekannten Sachen. „Es gibt eine unglaubliche Fülle an Musik, die unbekannt und damit unverkäuflich ist“, warb er für die ausgezeichnete Nische, die hier vom AÜW abgedeckt und auch gesponsert werde. Natürlich gebe es auch wieder die Sparte „Allgäu-Jazz“ – „wir haben immer wert darauf gelegt, dass die Allgäuer Musiker voll integriert sind“, betonte Hensler. Eine Jazzmesse in der Lorenzbasilika und Jazz aus Kemptens Partnerstädten, diesmal aus Bad Dürkheim, gebe es deswegen heuer zu hören. Und zu guter Letzt hoffte der Klecks-Vorsitzende auf einen schönen Abschluss im Klecks, „wo uns die Leute letztes Jahr überrannt haben“.

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