Viele Verbesserungsvorschläge

CSU-Kreisrat Thomas Wurmbäck. Foto: Läufle

Auf der Suche nach Defiziten im Bildungssystem und möglichen Handlungsfeldern waren im vergangenen halben Jahr fünf CSU-Kreisräte im Oberallgäu. Thomas Wurmbäck, Claudia Gschwind, Simon Gehring, Dr. Christian Schwarz und Kreisvorsitzender Joachim Konrad bildeten den Arbeitskreis (AK) Schule und nahmen fünf Themenbereiche genau unter die Lupe. Die Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge präsentierten sie jetzt Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer (CSU).

Der AK machte es sich seinem Sprecher Thomas Wurmbäck zufolge zum Auftrag, die Ist-Situation der momentanen Schullandschaft zu beleuchten. In allen fünf Themenbereichen stießen die Kreisräte dabei auf Gegebenheiten, die aus ihrer Sicht noch verbesserungswürdig sind. Ausbildung, Auswahl und persönliche Qualifikation: Der AK fordert eine Einführung eines Eignungstests als Zugangsvoraussetzung für das Lehramtsstudium. Zudem soll die Anzahl der zuzulassenden Lehramtsstudenten auf den tatsächlichen Bedarf begrenzt werden. In Grundschulen sollen künftig mehr Männer unterrichten. Schulsystem: Das Ansehen der Mittelschule bei Eltern und Arbeitgebern sollte weiter gestärkt werden. Um ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen, hofft der AK auf die zügige Umsetzung der flexiblen Grundschule. Sprache fördern Die gebundene Ganztagsschule soll für alle Schultypen flächendeckend eingeführt werden, da es laut Wurmbäck die einzige Möglichkeit ist, gleiche Bildungschancen für alle Kinder zu erreichen. Außerdem sollte der Übertritt an Realschulen und Gymnasien nicht weiter vereinfacht werden. Hier möchte der AK dem Votum des Lehrers wieder Vorrang gegenüber dem Elternwillen geben. Verhaltensauffällige Schüler, Schüler mit Migrationshintergrund: Da mangelnde Sprachkenntnisse die Hauptsache für schulischen Misserfolg sind, fordert der CSU-AK, dass Sprachdefizite bereits im Kindergarten behoben werden. „Kindergartenkinder sollten einmal pro Woche in Deutsch gefördert werden. Der Landkreis Oberallgäu könnte hier als Modellregion agieren“, meinte Wurmbäck. Außerdem müssten Schulsozialarbeiter für verhaltensauffällige Schüler zwingende Anlaufstelle sein, keine freiwillige. Die durch die Inklusion geforderte uneingeschränkte Teilnahme von behinderten Kindern im Unterricht einer Regelklasse geht Wurmbäck zufolge an den notwendigen Bedürfnissen behinderter und nichtbehinderter Kinder vorbei. Wohnortnahe Schule: „Der Schulsprengel gehört aufgehoben“, schilderte Wurmbäck eine weitere Forderung des AK. Eine gesunde Konkurrenz unter den Grundschulen und Mittelschulen sollte ermöglicht werden. Berufsausbildung, Hochschule: Der Standort Kempten als Sitz von Hochschule und Technikerschule ist weiter zu stärken. Junge Menschen mit Defiziten in der Ausbildungsreife sollten in enger Verzahnung zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule geführt werden, so die Meinung des AK. „Es ist sehr beachtlich, dass sich der AK so intensiv mit dem Thema Schule und Bildung auseinander gesetzt hat“, lobte Thomas Kreuzer nach Wurmbäcks Ausführungen und versprach die Anregungen mitzunehmen. Einige Verbesserungs- vorschläge konnte der Kemptener jedoch nicht einfach so hinnehmen. „Wir können nicht einfach die Studienplätze für angehende Lehrer begrenzen. Jeder kann theoretisch wählen, was er will“, meinte der Kultusstaatssekretär. "Vorsichtig sein" Hinsichtlich der Ganztagsschulen meinte er, dass die offenen nicht aufgegeben werden können. „Die offene Ganztagsschule kann mehrere Klassen umfassen, das ist gerade im ländlichen Bereich von Vorteil“, sagte er, gab jedoch zu, dass die gebundenen Ganztagsschulen durchaus effektiver seien. Stellvertretender Landrat Anton Klotz (CSU) meinte, dass die Nachfrage nach Ganztagsschulen weiter steigen wird. „Wir sollten das sich sukzessive entwickeln lassen.“ Gleicher Meinung waren Kreuzer und Klotz bei der vom AK geforderten Aufhebung des Schulsprengels. „Da muss man vorsichtig sein. Kleine Schulstandorte zu halten, könnte dadurch problematisch werden“, so der Staatssekretär.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
Schüsse im Wald führen zu Großeinsatz der Polizei
Schüsse im Wald führen zu Großeinsatz der Polizei
EEG ein "teurer Irrweg!"
EEG ein "teurer Irrweg!"

Kommentare