Vielfältige Hilfestellungen

Der Bunte Kreis Allgäu feiert heuer seinen zehnten Geburtstag. Gegründet wurde der Verein und das Nachsorgezentrum im Klinikum Kempten. Der Bunte Kreis betreut Allgäu weit Kinder, die viel zu früh zur Welt kommen und schwer oder chronisch erkranken. Eltern steht der Verein bei der Bewältigung von Krisensituationen zur Seite. Bisher wurden über 1000 Familien unterstützt. Vergangene Woche hielten die Verwantwortlichen Rück- und Ausblick.

Der Schwerpunkt der Arbeit setzt ein, wenn die Kinder das Krankenhaus verlassen. Dann besuchen zum Beispiel Kinderkrankenschwestern die Kinder zu Hause und unterstützen die Eltern bei der Pflege der kleinen Patienten. Bei der oft schwierigen Ernährungsumstellung, die bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Zöliakie unerlässlich ist, steht eine Ernährungsberaterin zur Seite. Des Weiteren können die betroffenen Familien die Beratung durch Sozialpädagoginnen, einer Psychologin oder einer Seelsorgerin in Anspruch nehmen. Denn wenn Kinder krank sind, sei das „Familiengefüge“ in Gefahr, erläutert Inge Waidelich, 1. Vorsitzende. Die Sozialpädagoginnen geben Unterstützung bei Antragsstellungen, rechtlichen Fragen, helfen bei der Findung von Selbsthilfegruppen und den richtigen Anlaufstellen. „Die Betreuung der kranken Kinder in ihrem häuslichen Umfeld nach dem Modell des Bunten Kreises erleichtert den Familien die Akzeptanz der Krankheit. Die Beziehung zwischen Eltern und Kind ist entspannter und enger“, so Dr. Herbert Müller vom Klinikum. Darüber hinaus würden Krankenhausaufenthalte weniger werden. Entstanden ist der Verein aus einer Kooperation zwischen dem Bunten Kreis, den es bereits in Augsburg gab, und der evangelischen Sozialstation in Kempten. Mit Unterstützung der Kinderklinik in Kempten konnten seit 1995 die ersten Kinder nach ihrem Krankenhausaufenthalt von Kinderkrankenschwestern zu Hause betreut werden. Aus der 1998 gegründeten „Kontaktstelle Bunter Kreis Allgäu“, die zum Augsburger Bunten Kreis gehörte, wurde 2000 der selbständige Verein Bunter Kreis Allgäu. Vorstandsmitglied Gertie Müller-Hoorens wies darauf hin, dass der Verein auf Spenden angewiesen sei, da nur etwa ein Drittel der Leistungen von den Kassen übernommen würden. Vollständig aus Spenden finanziert wird der Sozialfonds, mit dem der Kreis Familien hilft, die durch die Erkrankung ihres Kindes in eine finanzielle Notlage geraten sind. Inge Waidelich betont, dass keine Familie abgewiesen würde, nur weil eine Krankenkasse die Leistungen nicht zahle.

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