Vielfältiges Angebote für Senioren

Unter dem Beifall von rund 100 Besuchern überreichte Diakon Günther Kulmus (v.l.) an die Referenten des Abends, Josef Schmelcher, Kathrin Schlechter und Lothar Köster, ein gutes Tröpfchen Foto: laz

Alter wird gerne mit Siechtum und Gebrechen in Verbindung gebracht. Jüngere verschwenden keinen Gedanken daran, etwas Ältere sind lange Zeit Weltmeister im Verdrängen. Aber irgendwann stellt sich die Frage, wie wird das mit mir im Alter? Wie werde ich dann leben und wohnen? Genau damit befasste sich nun eine Informationsveranstaltung im Franziskus-Pfarrheim.

Diakon Günther Kulmus, Moderator des Abends, fasste nach zwei Stunden Reden und Diskutieren mit rund 100 Interessenten zusammen: „Wir haben ein vielfältiges Angebot für Menschen, die ganz oder teilweise ihr Selbständigkeit verlieren.“ „Auch in Kempten wollen alte Menschen so lange wie nur möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben“, betonte Lothar Köster (SPD), Seniorenbeauftragter des Stadtrats. So liege das durchschnittliche Eintrittsalter in eine Pflegeeinrichtung bei 85 Jahren. Erreicht werde dies durch die häusliche Pflege – entweder durch Angehörige oder über einen Wohlfahrtsverband, sagte Josef Schmelcher, Pflegedienstleiter der Caritas. Wenn fremde Hilfe gebraucht werde, sollten Betroffene ein Gespräch mit einem Wohlfahrtsverband vereinbaren. Dabei werde der Bedarf ermittelt. Der könne, so Schmelcher, von zweimal duschen pro Woche bis zum mehrfachen täglichen Einsatz von Krankenschwestern reichen. Die Grundpflege (wie Waschen, Ankleiden) oder zusätzlich die ärztlich verordnete Behandlungspflege (etwa Injektionen, Verbände anlegen, Blutzucker messen) könnten vielfach oder mindestens teilweise mit der Krankenkasse – und nach Feststellung einer Pflegestufe – auch über die Pflegekasse abgerechnet werden. Auch weitere Betreuungsleistungen wie die Haushaltshilfe oder die Einrichtung eines Pflegenotrufes müssten laut Schmelcher nicht unbedingt alleine bezahlt werden. Bereits vor Eintritt eines Pflegefalles könne viel für das Verbleiben in der eigenen Wohnung getan werden, sagte Kathrin Schlechter von Sozialbau. So achte ihr Unternehmen bei Neubauten und Altbau-Sanierungen auf die Barrierefreiheit der Wohnungen. Auch könnten meist bezuschusste Umbauten im Bad weiterhelfen, ebenso spezielle Haltegriffe und Handläufe beispielsweise im WC oder im Treppenbereich. „Meist sind maßvolle Umbaumaßnahmen günstiger als die Heimkosten“, erklärte sie. Die Stadt Kempten ebenfalls einiges für Senioren und Behinderte, betonte Köster. Ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept befinde sich in der Ausarbeitung. „Und die gegenwärtig in Kempten angebotenen Betreuungs- und Pflegeplätze werden für die nächsten Jahrzehnte reichen“, ist Seniorenbeauftragter Köster überzeugt.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
"Kuh" wirbt für die Allgäuer Festwoche
"Kuh" wirbt für die Allgäuer Festwoche
Rauschgift: Wohnungsdurchsuchungen in Kempten und Waltenhofen
Rauschgift: Wohnungsdurchsuchungen in Kempten und Waltenhofen

Kommentare