Vielfältiges Meinungsbild

Der gebürtige Kemptener Peter Pfeiffer (3.v.l.) erklärt seine Vorstellungen von der künftigen Gestaltung des Hildegardplatzes. Baureferentin Monika Beltinger (rechts) und CSU-Stadtrat Thomas Kiechle (links hinten) hören interessiert zu. Matz

Als ob die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung geahnt hätten, was auf sie zukommt, hatten sie das Gespräch mit den Bürgern zur Umgestaltung des Hildegardplatzes „Markt der Meinungen“ genannt. Und so bunt und vielfältig wie ein echter Markt waren die vielen Ideen tatsächlich, die zahlreiche Bürger am Mittwochvormittag am Stand der Bauverwaltung auf dem Hildegardplatz äußerten. Das Spektrum reichte von kleinen, praktischen Verbesserungsvorschlägen im Detail bis hin zu einer (fast) kompletten Überplanung des bisherigen Konzepts.

„Die Leute finden es gut, dass sie zu uns kommen können“, meinte Baureferentin Monika Beltinger irgendwann zwischen zwei Gesprächen mit interessierten Kemptener Bürgern. „Die Bandbreite der Ideen ist sehr groß.“ In der Tat herrschte bereits gegen 11 Uhr Andrang am Stand der Bauverwaltung, wo Bürger an großen Pläne mit Hilfe von kleinen Modellen, bunten Stiften und Kärtchen ihre Vorstellungen zeigen oder schriftlich festhalten konnten. Dabei offenbarte sich eine enorme Vielfalt der Vorschläge. Peter Pfeiffer, gebürtiger Kemptener, mittlerweile wohnhaft in Waltenhofen, schlug beispielsweise vor, von einer Einbahnstraßenregelung Abstand zu nehmen. Stattdessen sollten sämtliche Parkplätze entlang der Straße gebaut und der Platz autofrei gehalten werden. Im Gegenzug schlug er einen Grünbereich an der Westseite des Platzes und einen Brunnen in der Mitte vor. Der allwöchentliche Wochenmarkt könnte dann etwas näher an die Residenz verschoben werden. „Wir brauchen Parkplätze, wollen aber auch einen freien Platz“, so Pfeiffer. "Wasser könnte ein belebendes Element sein" Ein anderer Standbesucher brachte wiederum das Thema Schlangenbach zur Sprache, der seiner Meinung nach in irgendeiner Form in das Gesamtkonzept integriert werden sollte. „Das Wasser könnte ein belebendes Element sein“, sagte er im Gespräch mit OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Baureferentin Beltinger. Beispielsweise könnte der Bach an die Oberfläche geholt werden und entlang der Basilika verlaufen. „Und in irgendeiner Weise könnte ein verbindendes Element zum Residenzplatz eingebracht werden“, schlug er vor. Andere, vor allem weibliche Standbesucher, hatten dagegen ganz praktische Vorschläge. So regte Silke Bauer an, den Belag so zu wählen, dass er sowohl von Behinderten als auch von Damen mit Stöckelschuhen problemlos passiert werden könne. Einen Belag wie auf dem Rathausplatz oder dem St.-Mangplatz lehnte sie strikt ab. Außerdem vertrat sie die Meinung, dass aus gestalterischen Gründen nicht mehr als 50 Parkplätze ausgewiesen werden und in der Mitte des Platzes ein zentraler Punkt – beispielsweise Bäume und ein paar Bänke – eingerichtet werden sollten. Ralf Oberbauer, Mitinitiator des Bürgerbegehrens gegen die Hildegardplatz-Tiefgarage, wiederholte dagegen seinen Vorschlag der Einbahnstraßenführung, des Pflanzens einer Baumallee und einer flexiblen Nutzung des Platzes. So könne er sich beispielsweise im Winter eine mobile Eisfläche wie am Münchner Stachus vorstellen. „Wichtig ist für mich die flexible Nutzung“, betonte er. Wie bereits berichtet, haben die Bürger noch mehrfach Gelegenheit mit OB Netzer und der Bauverwaltung in den Dialog zu treten: So ist der „Markt der Meinungen“ am heutigen Samstag, 15. Oktober, von 8 bis 14 Uhr, am morgigen Sonntag, 16. Oktober, von 9.30 bis 12 Uhr und am kommenden Freitag, 21. Oktober, von 15 bis 18 Uhr am Hildegardplatz vor Ort.

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