Vielfältiges Programm

Mit hörbarem und sichtbarem Humor strapazierten die „Choryphäen“ die Lachmuskeln ihrer Zuhörerschar. Fotos: Tröger

Neun Tage Festwoche – neun Tage Herausforderung für die Macher des begleitenden Kulturprogrammes. Beim viele Themen abdeckenden Tagesprogramm – sechs Tage davon lagen heuer in der Hand des Bayerischen Rundfunks – auf der Stadtparkbühne zählten die Tanzvorführungen vom Volkstanz bis orientalischem Bauchtanz mit zu den Spitzenreitern in der Zuschauergunst. Abends war an der Stadtparkbühne naturgemäß „Party“ angesagt.

Einigen der Feier- und „Abtanz“-Willigen war die Musikauswahl auf der Festwochen-„Wies’n“ im Schnitt etwas zu ruhig in diesem Jahr. Eher zum Zuhören geeignet – und auch lohnend – war die „Kim Bons Band“, die bereits zur Eröffnung der Kunstausstellung begeistert hatte. Zwischen Jazz, Pop und Rock pendelte die Formation „Rückenwind“ und bot wie die „Festwochen-Dinosaurier“ „Honky Tonk and friends“ den guten Groove auch zum Tanzen. Wer dem zünftigen Ambiente des Festgeländes weniger zugetan war, dem stand ein feines, abwechslungsreiches Kulturprogramm im Residenzhof offen. Nach dem Auftakt mit vorwiegend klassisch bestücktem Festkonzert des Blechbläserensembles „Abarizzo“ musste als einzige Veranstaltung „Frack und Lack trifft Glasmusik“ wetterbedingt ins Stadttheater verlegt werden. Im ersten Teil sechs ohrverwöhnend singende Herren in Tradition der Comedian Harmonists, mit Hang zu intelligenter Komik, dazu Klavierbegleitung: Die „Choryphäen“ aus Wangen. Das waren Kunst, Können und Schalk in Reinform. Mit „Liedgut auf Leergut“ erschloss als zweiter Bühnenakt das Berliner „GlasBlasSing Quintett“ eine etwas andere Art des Recyclings. Frei nach dem Motto „Keine Macht den Dosen“ fand von der Glasflasche bis zum Plastik-Trinkwasserspender so ziemlich alles aus der Leergut-Sparte Verwendung für die brillant in Comedy-Manier vorgetragenen Gassenhauer aus der klassischen bis populärmusikalischen Welt. Gute Alternative Mit dem Vorsatz „Let us entertain you...musicals, movies and more“ machten die Sängerinnen und Sänger um Gertrud Hiemer-Haslach ernst. Mit dem herausragenden Nachwuchstalent Kevin Prinz im Gesangsteam und Tänzern von KaRi-Dance hatten sie das Publikum von Anbeginn auf ihrer Seite. Mit gelegentlichen Regenschauern hatten Zuhörer – die flugs mit kostenlosen Plastik-Capes versorgt wurden – und Musiker des Gemeinschafts-konzertes des Musikvereins Sankt Mang und der Südtiroler Musikkapelle Innerpfitsch zu kämpfen. Sie boten dennoch eine wohlklingende Alternative zur „kracherten“ Blasmusik im Bierzelt. Zu guter Letzt kamen auch Freunde des zeitgenössischen Tanzes beim Abend „Elements of Dance“ auf ihre Kosten. Zwei „Appetithappen“ aus der neuesten Auftragschoreographie „Two’s a couple, three’s a crowd“ von Jochen Heckmann, die im Herbst die Theatersaison in Kempten sowie den Tanzherbst eröffnen wird, dazu je ein Ausschnitt aus dem letztjährigen „Match Point“ und „Die Wohnsinnigen“ aus dem Jahr 2008, entführten die Zuschauer in eine Festwochen-Parallelwelt. Besonders gut kam auch das humorvolle „Nature Moves“ an, getanzt von der Meisterklasse Zeitgenössischer Tanz des Schwäbischen Kunstsommers 2011 unter Leitung von Heckmann und Adriana Mortelliti.

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