Vielseitiger Marathon

In dem Grusical-Musikvideo „Asche zu Asche“ umtanzen Skelette den Hoffnungsträger Phönix. Foto: Tröger

Einen abwechslungsreichen Theatermarathon, an dem sich 15 Schulen und Institutionen mit teilweise schulübergreifenden Projekten beteiligt hatten, gab es eine Woche lang im Theater in Kempten (TIK). „Fremdsein und Dazugehören“ war das Leitmotiv, das vom Kinderhort, Grund- und Förderschulen bis zu Realschulen und Gymnasien mit viel Herzblut in ganz unterschiedlicher, teilweise sehr professioneller Weise auf die Bühnen des TIK gebracht wurden.

Einen genussvollen und von Anfang bis Ende spannungsvollen Abend bescherte beispielsweise die Hilde Drama Group vom Kemptener Hildegardis-Gymnasium. Sie präsentierten mit „Othello-Recharged“ eine sehr gelungene, moderne Inszenierung des Shakespeare-Klassikers in astreinem Englisch. Die „Group“ stand den sonst auf der großen Bühne stehenden Ensembles kaum nach. „Chapeau“ den großartigen Darstellern, von denen Matthias Sorg als Iago verdientermaßen den meisten des insgesamt tosenden Beifalls im gut besuchten Theatersaal für sich verbuchen konnte. "Fremd ist uncool" „Fremdes macht mir Angst, macht mich nervös,...Fremd ist uncool, verrückt...“ – Aussagen, mit denen die Kemptener Agnes-Wyssach-Schule in ihrer Szenencollage „Fremd“, von und mit Schülern der Klassen fünf bis neun, ihr zahlreich erschienenes Publikum konfrontierte. Gesprochen wurde nicht viel. Gelegentlich eingestreute Schlagworte reichten völlig aus, die sonst Tanz- und pantomimischen Szenen zu untermauern. Das Stück punktete mit Einfallsreichtum und dem Feuereifer der Jungdarsteller, die am Ende feststellten: „Fremd zu sein, macht manchmal verdammt allein“. Mit dem Hip-Hop-Handpuppenspiel „Seit der ersten Klasse“ brachten das Jugendzentrum Thingers und der Stadtjugendring ein kurzes, aber eindrucksvolles Spiel auf die Bühne. Da einige der Darsteller für den live angedachten Rap ausfielen und die Musik deshalb vom Band kam, mussten die Puppenspieler die „Bühnenshow“ allein bestreiten – eine Herausforderung, die sie mit Bravour meisterten und dafür vom Publikum entsprechend belohnt wurden. Sie waren die „Vorhut“ für das Grusical-Musikvideo „Asche zu Asche“ der Q11 des Gymnasiums Immenstadt zur Musik des gleichnamigen Songs von Rainer von Vielen. Ein geniales Video, für das man sich eine insgesamt adäquat spannende Präsentation gewünscht hätte. Klasse waren dennoch beispielsweise die live getanzte Einlage mit Skeletten und dem Hoffnungsträger Phönix – Figuren aus dem Video – sowie die Präsenz der angesagten Band Rainer von Vielen, die gleich noch ein kleines Konzert hinten anhängte. Alles in allem zeigten die Schultheatertage eine Woche lang absolut sehenswerte Aufführungen, mit engagierten Akteuren, ideenreichen Bühnenbildern und Kostümen sowie im positiven Sinne ehrgeizigen Inszenierungen. Dickes Lob, wie für die stellvertretend genannten, haben sie alle verdient und man darf schon jetzt gespannt sein auf die 2. Schultheatertage.

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