Vielseitiges Schaffen in der Residenz

Sehenswert ist die Sonderausstellung des Künstlers Max Schmelch. Von den Werken aus Moor zeigte sich auch BBK-Vorsitzender Helmut Domnik (im Bild) fasziniert, der sein Amt zum Jahreswechsel offiziell an Karin Haslinger und Günter Stephan als gleichberechtigte Doppelspitze übergibt. Foto: Tröger

Eine bunte Mischung künstlerischer Arbeiten präsentiert der Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Schwaben-Süd in seiner aktuellen Jahresausstellung. Seit vergangenem Sonntag sind im Hofgartensaal der Kemptener Residenz 83 Werke von 67 BBK-Mitgliedern zu sehen. Mit einer Sonderausstellung im Foyer des Fürstensaales, würdigt der Verband darüber hinaus traditionell einen Künstler aus ihren Reihen.

In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Scheidegger Künstler Max Schmelcher, der Werke aus dem eher ungewöhnlichen Material Moor vorstellt. Schon das Material an sich ist ausgesprochen wirkungsvoll und verpasst dem gesamten Raum eine archaische Note. Einige seiner Bilder wirken wie Kalligraphien, die man entschlüsseln möchte. Faszinierend die aus Moor modellierten Köpfe, die sich wie Ahnengalerien aneinander reihen. Oder die drei schweren Bücher, die die gesamte Menschheitsgeschichte in sich zu verbergen scheinen. Ein bemerkenswertes Werk in der Hauptausstellung ist Stephan Rustiges „Gedächtnislücke“ aus CDs, Stahl und Beton. Ob man die auf einer Metallstange gestapelten, von einem Betonmantel umhüllten Datenträger, die eine klaffende Lücke auf dem Gestänge frei lassen, als ironischen Seitenhieb verstehen will, oder als bittere Realität – wie immer hat der Betrachter die Freiheit zu entscheiden. Originell ist Elisabeth Baders – Trägerin des Förderpreises der Rudolf-Zorn-Stiftung im Rahmen der diesjährigen Festwochen-Kunstausstellung – „Wiederbelebungsmaschine“ aus Papier und Draht. In extrem reduzierter Technik mit großer Wirkung zeigt Lisa Niedermayer „Eine winzige Ewigkeit“ in Acryl. Gegenständlichkeit und Abstraktion reichen sich bei Bertram Schillings beiden Landschaftsbildern in Öl und Acryl freundschaftlich die Hand. Mit einer eigenwilligen Plastik ist Judith Kappeler vertreten: In Form eines „Satansbraten – steckt nicht in jedem von uns ein kleines Teufelchen?“ grinst frech eine kleine, gehörnte Gestalt von der Wand herab. In sich sehr harmonisch sind dagegen die beiden filigran aus Eisen mit Schweißdraht kreierten Werke „Lichtrahmen II“ und „Federzeichen“ von Matthias Buchenberg. Die Ausstellung ist ein echter Querschnitt und dürfte mit verschiedensten Stilen, Techniken und Materialien so ziemlich für jede Betrachtervorliebe etwas bereithalten. Die Jahres- und Sonderausstellung des BBK sind noch bis Sonntag, 5. Dezember, zu sehen. Geöffnet ist der Hofgartensaal der Kemptener Residenz dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr.

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