Regional das »richtige Thema« 

Vielversprechende Aussichten für Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten 

Damit die männlichen Kälber in der Region bleiben können, hat die Ökomodellregion verschiedene Projekte gestartet.
+
Damit die männlichen Kälber in der Region bleiben können, hat die Öko-Modellregion verschiedene Projekte gestartet.

Oberallgäu/Kempten – Auf die Unterstützung von Oberbürgermeister Thomas Kiechle kann die Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten setzen, wenn es darum geht, ob das Bündnis weitere zwei Jahre von der Stadt Gelder erhält. Er werde dem Stadtrat vorschlagen, die Finanzierung fortzusetzen, erklärte Kiechle in der jüngsten Sitzung des Klimaschutzbeirats. 

Er sehe darin „das richtige Signal, die richtigen Themen in einer Zeit zu unterstützen, in der man wichtige Impulse setzen kann“. Konkret geht es um die Summe von 82.000 Euro, die Kempten in diesem Zeitraum zuschießen soll.

Zuletzt war das Schicksal der Öko-Modellregion im Sommer auf dem Prüfstand. Sowohl Stadt als auch Landkreis verwehrten damals eine Förderzusage für weitere drei Jahre. Stattdessen beschränkte man sich auf zunächst ein Jahr, anschließend wollte man die „Erfolgskriterien“ neu bewerten und über die restlichen zwei Jahre abstimmen. Die Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten hat sich zum Ziel gesetzt, die hiesigen Landwirte zu unterstützen und sie direkt mit Verbrauchern und Küchenchefs zu vernetzen. „Im letzten Jahr gab es viel mehr Ab-Hof- und Direktverkäufe“, sagte Projektmanagerin Cornelia Bögel, „da setzt die Öko-Modellregion an.“

Damit die bei der Milcherzeugung anfallenden Kälber nicht an weit entfernte Mäster – gar ins ferne Spanien – verkauft werden müssen, wurde das Projekt „Allgäuer Milch & Fleisch gehören zusammen“ ins Leben gerufen. Die Online-Plattform www.milch-und-fleisch.de, die auch einen ökologischen Nutzen von regionalem Weidefleisch erläutert und auch konventionelle Betriebe präsentiert, ist im März an den Start gegangen und vertrete bereits rund 100 Landwirte. Seither „steht unser Telefon nicht mehr still“, freute sich Bögel. Über den dazugehörigen „Allgäuer Hornochsen“ seien bereits 300 Kälber in der Region vermittelt worden. Gar 100 Prozent der Jungziegen der beteiligten Betriebe fänden durch das Projekt „Allgoiß“ eine regionale Nutzung in der Gastronomie. Die Projekte dienen „anderen Öko-Modellregionen als Vorbild. Wir werden angerufen und dazu befragt“, sagte Bögel. Beim zweiten Schwerpunkt Außer-Haus-Verpflegung mit Bio-Lebensmitteln gebe es ein großes Potential. Ein Pilotprojekt mit kommunalen Trägern von rund 130 Kantinen startet im Juni 2021.

Als weitere „Hausaufgabe“ sollten die Projektmanagerinnen nach ergänzenden Finanzierungsmöglichkeiten suchen: Kurz- und mittelfristig sollen sich auch die über die Plattformen präsentierten Landwirte an den Kosten beteiligen, erklärte Bögel. Auch werde überlegt, ob ein Unterstützer-Verein sinnvoll ist oder die Öko-Modellregion langfristig in eine andere Trägerschaft gebracht werden kann, etwa zusammen mit anderen Initiativen oder Unternehmen. Für die Einzelprojekte sehe sie Fördermöglichkeiten bei LEADER, INTERREG Österreich oder RIWERT. Weil die anvisierten Finanzierungen aus Bund und Land teils nicht kurzfristig nutzbar seien, sei die Förderung durch Stadt und Landkreis bis Ende 2023 essentiell, sagte Bögel.

Die Entscheidungen in den jeweiligen Gremien sollen im Mai fallen. Von Landrätin Indra Baier-Müller seien ebenfalls positive Signale gekommen

Susanne Lüderitz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Untersuchung zur Kemptener Stadtseilbahn geistert weiterhin durch die Gremien 
Die Untersuchung zur Kemptener Stadtseilbahn geistert weiterhin durch die Gremien 
Corona-Ticker Kempten: Weiterhin Quarantäne im Wilhelm-Löhe-Haus
Corona-Ticker Kempten: Weiterhin Quarantäne im Wilhelm-Löhe-Haus
Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten
Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten
Neue Impf- und Testzentren in Kempten
Neue Impf- und Testzentren in Kempten

Kommentare