"Voll professionalisiert"

Sommertour 2007 auf dem Gornergrat bei Zermatt vor dem Monte Rosa Massiv. Foto: privat

Nizza – Schweiz; Dolomiten – Friaul – Venetien; Osttirol – Slowenien – Kärnten; Mont Ventoux – Mont Blanc. Vier von bislang insgesamt 21 knackigen Gebirgs-Radtouren, die Udo Schoellhammer (Waltenhofen) und Franz Hackenberg (Unterthingau) in ebenso vielen Jahren absolviert haben. Zusammen mit Sigi Stürzl (Kaufbeuren) bilden sie den „eisernen Kern“ einer Radlergruppe, die sich jedes Jahr zur einwöchigen Sommertour in den Sattel schwingt. Unfallfrei seit 1991, lautet die Bilanz von Schoellhammer und Hackenberg nach 12 606 Kilometern und 256 764 Höhenmetern.

Was mit gelegentlichem Wochenendradeln der – inzwischen einstigen – Arbeitskollegen begann, ist zu einem logistischen Kraftakt für die Hobbyradler geworden. Mit Freunden nach und nach aufgestockt, zählen inzwischen rund 18 Köpfe zum begehrten Sommertouren-Kreis, bei allerdings unterschiedlich häufiger Teilnahme. Das Durchschnittsalter der Sommertour 2011, Salzburg – Ostallgäu: „Exakt 60,3 Jahre“, liest Hackenberg aus seinen sauber geführten Dokumentationen vor. Ohne Pause jeden Tag so zu fahren „ist da schon eine Herausforderung“. Früher seien sie natürlich mehr Kilometer und Höhenmeter geradelt als jetzt. „Man passt sich halt ein bisschen dem Alter an“, schmunzelt er. So werde inzwischen auch nicht mehr in Zelten übernachtet. Probleme bei der abendlichen Zimmersuche habe es unterwegs aber nur selten gegeben. „Unser Ältester ist 71 Jahre alt und wenn er nicht mehr kann, steht er am Pass oben und trinkt ein Bier“, schmunzelt Schoellhammer, mit auch schon immerhin 50 Lenzen das „Nesthäkchen“ der Truppe. Ob es damit zu tun habe, dass der Kaufbeurer Alois Mögele Braumeister war, wollte er nur als Vermutung stehen lassen. "Am Ende der Welt" Dass es bei den Rad-Touren vor allem um den Spaß geht, ist den beiden Bikern schon beim Erzählen anzumerken. So verwundert es kaum, dass die Gruppe auch nach anstrengenden Tagesetappen „abends immer noch zusammenhockt“. Die sportliche Anstrengung ist dabei das Eine, die Schönheit der Natur das Andere. „Man kommt an Punkte mit fantastischer Aussicht oder auch Pässe, wo kein Auto kommt und man denkt, man ist am Ende der Welt“, schwärmt Schoellhammer. Für Hackenberger ist vor allem die sich mit den Höhenunterschieden verändernde Vegetation der Bergwelt „faszinierend“. In vielen Bereichen seien sie inzwischen „voll professionalisiert“, erklärt der Chefplaner auch den logistischen Teil. Beispielsweise fahre abwechselnd ein Gruppenmitglied immer ein Stück das Begleitfahrzeug. Zuständig für die Getränkeversorgung unterwegs, sei das „richtig Stress“. Denn auch wenn darauf geachtet werde, dass „alle fit sind“, ziehe sich die Gruppe auseinander. Eingespieltes Team Gut sei das eingespielte Team ebenso im „improvisieren und kurzfristig Anpassen“, gestand er. So musste beispielsweise die diesjährige Tour bereits „ab dem zweiten Tag wetterbedingt abgewandelt werden“ – keine Ausnahme, wie er versicherte. „Die ersten Touren waren die schönsten“, sind sich die Radlfreunde einig. Da die Allgäuer Radfreunde die Alpen schon in allen Himmelsrichtungen teilweise mehrfach erradelt worden seien, „sind nicht mehr so viele Pässe übrig“, meinte Schoellhammer. Das Gebirge zu wechseln sei aber logistisch schwierig für die Allgäuer. Für 2012 steht jedenfalls Piemont – Ligurien mit Start in Turin auf dem Plan.

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