Volle Rückendeckung

Aufstellen zum Jubiläumsfoto: Die Mitglieder der Kemptener Sicherheitswacht mit Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel (6.v.l.) und OB Dr. Ulrich Netzer (4.v.r.). Foto: Kampfrath

In ihren dunkelblauen T-Shirts und Jacken sorgen sie für den Schutz der Kemptener Bürger: die Männer und Frauen der Sicherheitswacht. Vor allem bei der Bekämpfung von Straßenkriminalität und Vandalismus setzen die bayerischen Kommunen auf diesen ehrenamtlichen Dienst. Kempten hat seit August 1997 eine Sicherheitswacht. Jetzt feierten Vertreter der Stadt mit den Angehörigen in der Schrannenhalle das 15-jährige Bestehen.

Bei dem Jubiläum trugen die zwölf Mitglieder der Kemptener Sicherheitswacht ihre Dienstkleidung. Im März 1997 habe der damalige bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein auf Antrag des Kemptener Stadtrats der Einrichtung einer Sicherheitswacht zugestimmt, berichtete OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). „Unsere Stadt, unsere Gesellschaft braucht Menschen, die sich für andere und für ihr Umfeld verantwortlich fühlen.“ Damals habe es bayernweit skeptische Stimmen gegeben. Doch in Kempten habe sich bald gezeigt, dass die Sicherheitswacht sehr erfolgreiche Arbeit leiste. „Mit Ihrer Präsenz erhöhen Sie das Sicherheitsgefühl und die objektive Sicherheit der Bevölkerung“, so Netzer. Die Sicherheitswacht schlage eine Brücke zwischen den Bürgern und der Polizei. Das Stadtoberhaupt wünschte den Jubilaren Freude bei ihrer Arbeit und viel Erfolg. Netzer überreichte allen Mitgliedern der Sicherheitswacht das Büchlein „Kemptener Treppen erzählen“. Die Sicherheitswacht steht unter der Leitung der Polizeiinspektion Kempten. „Wir sind bloß deshalb so gut bei der Kriminalitätsbekämpfung, weil wir die volle Rückendeckung der Stadt haben“, sagte Hans-Jürgen Memel, Leiter des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/ West. Im Juni 2010 habe der Ministerrat beschlossen, bayernweit eine Vergrößerung der Sicherheitswacht anzustreben. „Seitdem haben wir das Ziel der Personalverdoppelung erreicht.“ Der Polizeipräsident erinnerte an den 2005 verstorbenen Ottmar Settele, der viel für den Zusammenhalt und die Integration der Sicherheitswacht getan habe. „Er war ein Mann der ersten Sunde“, so Memel. Die ehrenamtlichen Helfer würden oft zu Bränden von Altkleider- und Altpapiercontainern gerufen, um die Täter festzunehmen. „Ihr alle bringt tolle Leistungen und agiert toll in der Stadt.“ Memel lobte auch die Arbeit des Ersten Polizeihauptkommissars Karl-Heinz Schader, Ansprechpartner der Sicherheitswacht. Der Polizeichef übergab Urkunden an Werner Waldmann und Horst Rang, die seit Anbeginn bei der Kemptener Sicherheitswacht dabei sind. Alle Mitglieder erhielten eine so genannte Polizeitasse. Anwärter für die Sicherheitswacht müssen eine 40-stündige Ausbildung durchlaufen. Im Dienst rücken die Angehörigen immer zu zweit aus. Die Polizei stellt ihnen ein Zivilfahrzeug zur Verfügung. Warum engagieren sich Menschen bei der Sicherheitswacht? „Es hat etwas mit dem Hinsehen und Nichtwegsehen zu tun“, erklärt Karl Ludwig, der seit über sechs Jahren dabei ist. Er habe erstaunlicherweise noch nie Angst gehabt. „Manchmal eskalieren Situationen. Aber mir ist noch nie etwas passiert“, so Ludwig. Sie seien fast jedes Wochenende im Einsatz, erzählt Horst Rang. „Es gibt immer wieder brenzlige Situationen. Zum Beispiel wurden wir einmal im fahrenden Auto mit Steinen beworfen.“

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