Information für die Bürger

Volle Säle an allen fünf Abenden bei den Dietmannsrieder Bürgerversammlungen

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Hier werden bald ein Bürogebäude der Raiffeisenbank mit Feneberg-Markt sowie eine Tankstelle und entstehen. Viel diskutiert wurde in der Versammlung der Kreisverkehr (im Vordergrund). Einem Redner war darauf zu viel Kies, eine Bürgerin lobte die schöne Blühbepflanzung, eine weitere sah sich hin- und hergerissen zwischen der Freude über die Blumen und dem Bedauern für die Bienen, „die erst dorthin gelockt und dann überfahren werden“.

Dietmannsried – In Dietmannsried ist es Tradition, zum Jahresende in allen fünf Ortsteilen eine eigene Bürgerversammlung abzuhalten.

An allen fünf Abenden waren die Säle voll. Das große Finale fand in der Dietmannsrieder Festhalle statt. Hunderte Bürger nutzten die Gelegenheit, sich von Bürgermeister Werner Endres in kompakter Form darüber informieren zu lassen, was die Gemeinde im letzten Jahr umgetrieben hat und was für die nahe Zukunft geplant ist. Am Anfang stand das Zahlenmaterial. Die Gesamtgemeinde hat 8719 Einwohner (+ 88) und 802 Firmen und Betriebe, die 2809 Arbeitsplätze bieten. In Sachen Steuerkraft liegt sie unter den 28 Gemeinden des Landkreises auf Platz 12 (Spitzenreiter ist Sulzberg). Die Schuldenlast konnte heuer um eine Million auf rund 6,6 Millionen Euro abgebaut werden. Zurzeit verfügt die Marktgemeinde über Grundstückseigentum im Gesamtwert von sechs Millionen Euro, darunter 6000 Quadratmeter (qm) Gewerbeflächen, 41.000 qm landwirtschaftliche Flächen und 12.000 qm Wohnbauflächen. Im zurückliegenden Jahr habe man wieder für alle Generationen etwas getan, so Endres. 

Für alle Generationen etwas
Als Schlagworte seien die Eröffnung des Generationentreffpunktes, die Sanierung von Sportanlagen und Freibad, Gemeinderundfahrten, Marriage Week, Maßnahmen zur Barrierefreiheit, Ferienbetreuung für Kindergarten- und Schulkinder oder auch der Seniorenmittagstisch genannt. Letzterer dient dazu, die sozialen Kontakte der Senioren aus allen Ortsteilen untereinander zu pflegen und erfreut sich großer Beliebtheit. „Letztes Mal in Probstried waren 160 Teilnehmer dabei.“ Künftig komme man dem Wunsch nach, die Veranstaltung nicht um 14 Uhr enden zu lassen, sondern auf Kaffee und Kuchen auszudehnen. In Sachen Kindertagesstätten sei Dietmannsried eine der wenigen Gemeinden, die keine Notgruppen eröffnen mussten. „Wir konnten im September alle Anfragen bedienen.“ Gute Nachrichten gab es für Eltern von Kleinkindern: Für das kommende Jahr werden die Kitagebühren nicht erhöht. „Kinder ab drei Jahren sind bei uns sowieso gebührenfrei. Wir bitten die Eltern trotzdem, bedarfsgerecht zu buchen“, appellierte Endres. 

Wohnungsbauprojekte in Planung
Weit fortgeschritten sei die Umsetzung der aktuellen Wohngebiete. „Wir haben es geschafft, in jedem Ortsteil etwas anzubieten“, referierte Endres. Angesichts 250 Bauplatzbewerbungen könne man die Nachfrage dennoch nicht befriedigen. Auch Mietwohnungen seien stark nachgefragt, weshalb man den gemeindlichen Geschosswohnungsbau fortführen wolle. Der Marktgemeinderat berate derzeit über ein Projekt in Dietmannsried und eines in Probstried. 


Umweltthemen in der Gemeinde
Seine rhetorische Frage: „Bewegen Themen wie Fridays for future, CO2, Klimaneutralität auch unsere Gemeinde?“ beantwortete Endres sogleich selbst mit einigen Beispielen: Der Gesamtstromverbrauch liege bei 25,7 Millionen Kilowattstunden 85 Prozent davon, nämlich 21,8 Millionen Kilowattstunden, würden regenerativ erzeugt (Photovoltaik: 17,8 Million Kilowattstunden, Wind 3,8 Millionen Kilowattstunden, Biomasse 0,2 Millionen Kilowattstunden , Wasserkraft 0,01 Kilowattstunden). „Gespräche für weitere Möglichkeiten der regenerativen Energieerzeugung laufen.“ Im Hinblick auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sei Dietmannsried seiner Zeit voraus gewesen, betonte der Rathauschef. Bereits seit 2015 habe man auf vielen öffentlichen Flächen Blühflächen angelegt. Damals habe man im Gemeinderat auch intensiv über naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen diskutiert. „Wir wollen den Landwirten aber keine wertvollen landwirtschaftlichen Nutzflächen wegnehmen.“ Daher habe man seinerzeit 7,5 Hektar Fläche beim Illerparadies erworben und dort ökologische Ausgleichsflächen weiterentwickelt. „Wir haben 660.000 Ökopunkte.“

Mobilitätskonzepte
In Sachen Mobilität prüfe Dietmannsried zusammen mit dem Landkreis und anderen Gemeinden, ob das Carsharing-Konzept von AllgaEUmobil etabliert werden könne und solle. Überdies liefen Gespräche bezüglich einer besseren Linienvernetzung des ÖPNV. Im Zuge dessen stellte Endres ab 2020 die sukzessive Ausstattung von relevanten Bushaltestellen mit elektronischen Fahrplänen in Aussicht. „Das wird dann leichter verständlich und man sieht in Echtzeit, wann der Bus kommt.“ Der von der Bürgerstiftung einmal wöchentlich angebotene kostenlose Bürgerbus in der Gemeinde werde indes nur noch bis 18. Dezember fahren. „Das Angebot wird manchmal sehr gut, manchmal sehr schlecht genutzt.“ Sollte das viel diskutierte 100-Euro-Ticket verwirklicht werden, rechne man übrigens mit einer zusätzlichen Kreisumlage von mindestens einem Prozent, also 100.000 Euro Kosten für die Gemeinde.

Radweg Heising kommt … irgendwann
Etwas Bewegung scheint in die Planungen des seit vielen Jahren herbeigesehnten Radweges zwischen Dietmannsried und Heising gekommen. Eine erste Gesprächsrunde mit den Grundstückseigentümern habe stattgefunden und die Trasse sei festgelegt. Nun müsse man noch mit der Deutschen Bahn sprechen, „aber da ist es schwierig, den passenden Ansprechpartner zu erwischen, der dann auch später nicht plötzlich wieder verschwunden ist“. Der Landkreis als verantwortliche Instanz für den Ausbau der Kreisstraße samt Radweg habe bereits einen Zuschussantrag gestellt. „Jetzt müssen wir abwarten. Danach gehen wir wieder zu den Grundstückseigentümern. Die Grundlage ist jetzt jedenfalls gelegt.“

Neue Tankstelle, Feneberg zieht um

Bei der weiteren Bebauung im Gewerbepark Süd, also neben DM und LaCasa herrscht schon mehr Klarheit. Dort wird die Firma Keslar eine 24-Stunden-Tankstelle mit Kartenzahlung ansiedeln. Bei den Planungen habe man „auch das Thema Wasserstoff angeschaut“, mit dem Ergebnis, dass es dafür noch zu früh sei. Nach Gesprächen mit der Pächterin der ortsansässigen Tankstelle habe man entschieden, auf einen Shop zu verzichten. In der Nachbarschaft wird die Raiffeisenbank im Allgäuer Land ein Bürogebäude erstellen, in dessen Erdgeschoss der Feneberg-Markt einziehen wird. Als Nachfolgemieter im jetzigen Feneberg-Geschäft wünsche man sich ein Segment, das es im Ort noch nicht gibt, „vielleicht etwas Baumarktähnliches. Wir haben schon ganz gute Gespräche geführt“, so Endres. 

Sabine Stodal

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