Voller Elan gegen den Müll

Schülerinnen und Schüler sammeln freitags Müll

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Auch nach Schulschluss gibt es für die Friday-for-Future-SchülerInnen viel zu tun. 

Kempten – „Braucht jemand Mülltüten?“ Alle heben die Hand. Ein Rucksack geht auf, jeder nimmt sich eine Tüte; auch Handschuhe sind für jeden da. So bewaffnet zogen die neun Mädchen und ein Junge der Kemptener Friday-for-Future-Bewegung am Freitag zur Berufsschule, um dort dem Müll den Kampf anzusagen. „Letzte Woche waren wir dort schon und sind in drei Stunden nur fünf Meter weit gekommen, so viel haben wir gefunden.“

Nach der Schule trafen sich die SchülerInnen wieder an der ZUM, um Kempten ein bisschen sauberer zu machen. Befragt nach dem Urlaubsziel in den Osterferien, lautet die vorbildliche Antwort von allen „nirgends“. Eine Schülerin war auf Frankreich-Austausch im Nachbarland. 

Die Gruppe ist zügig unterwegs, trotzdem bleiben immer wieder einzelne stehen, um Kronkorken, Tüten, Glasflaschen oder Zigarettenstummel aufzuklauben. In jeder Tüte verschwindet ein anderes Material. Vor dem Künstler Café gehen kurzzeitig alle in die Knie. „Furchtbar!“, sagt eine ältere Dame, die zunächst nach Platz auf dem Gehsteig verlangt hatte, „jetzt müssen die jungen Leute schon für andere den Müll wegräumen!“ 

Die Gruppe setzt sich aus SchülerInnen verschiedener Schulen zusammen: Carl-von-Linde-Gymnasium, Hildegardis Gymnasium, Maria-Ward-Schule, Freie Schule Albris. Auch eine Abiturientin ist dabei. „Wir haben jetzt eine Woche Pause, bevor das Colloquium losgeht, da kann ich hier schon mitmachen“, sagt sie. 

An der Berufsschule angekommen, landen alle Schulränzen auf einem Haufen. Die Gruppe macht sich daran, einen Platz, an dem kürzlich noch Büsche standen, von Hinterlassenschaften zu befreien. Für den Freitag in eineinhalb Wochen, 24. Mai, ist wieder eine große Fridays-for-Future-Demonstration geplant. 

Für die anschließende Müllsammel-Aktion rechnen sie wieder mit mehr Teilnehmern als bei diesem Mal. Dann wollen die Schüler auch Workshops für alle Interessierten (auch Erwachsene) organisieren im nachhaltigen Konsum, Upcycling, im Dinge-selber-machen. Auch eine Kleidertauschparty und einen Argumentationskurs wollen die jungen Leute auf die Beine stellen.

Susanne Lüderitz

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