Erste Schritte werden eingeleitet

Isny – Inzwischen dürfte es sich herumgesprochen haben, dass auch in Isny die Asylbewerber eingetroffen sind. Zwar sind noch nicht alle Plätze belegt, aber das ist gewiss nur eine Frage der Zeit.

Der Landkreis ist in der Pflicht und hat im Stephanuswerk ein leerstehendes Gebäude als „Gemeinschafts- unterkunft für Asylbewerber“ angemietet. In der Vergangenheit war der Landkreis Ravensburg etwas zurückhaltend in der Aufnahme von Asylbewerbern, aber mit der neuen Welle von Flüchtlingen aus Krisengebieten und Wirtschaftsflüchtlingen aus Ländern, in denen sie kaum eine Chance zum Überleben hatten, wird auch bei uns entsprechend Bedarf an Versorgung und Unterkünften angemeldet. Die Lage in Isny gestaltet sich nicht besonders problematisch. Vorwiegend Familien mit Kindern sind eingetroffen und haben ein ordentliches Heim vor- gefunden. Maja Stucka ist als Sozialbetreuerin vom Ravensburger Kriseninterventionsdienst für die Betreuung der Asylbewerber zuständig und spricht auch die Sprache der meisten Flüchtlinge. 

Ordnungsamt koordiniert 

In Isny ist der Leiter des Ordnungsamtes, Philipp Schneider, für die Koordination der Dinge zuständig, die von Isny dafür zu regeln sind. Er war es auch, der jetzt zu einem ersten Treffen eines noch zu bildenden Helferkreises eingeladen hatte. Rund 20 Isnyer Bürger hatten sich im großen Sitzungssaal des Rathauses eingefunden und bekamen gleich einmal zwei Dinge geboten: Die Vorstellung von Maja Stucka mit der Aufgliederung ihrer Aufgaben und einen Bericht des seit 1999 in Leutkirch bestehenden Helferkreises über die dortigen Erfahrungen mit den Asylbewerbern und der nicht immer befriedigenden Zusammenarbeit mit dem Landkreis. 50 Asylbewerber sind mittlerweile im Stephanuswerk angekommen und haben ihre Räume bezogen. Vom Stephanuswerk ist ein Hausmeister täglich zwei Stunden dort und sorgt für einen reibungslosen Ablauf bei der Nutzung. In der Sitzung des Helferkreises wurde erst einmal ein Konzept entworfen, um den Einsatz von Helfern zu organisieren. Alles muss sorgfältig geprüft und vorbereitet sein, wenn sich Anfang 2013 der Helferkreis endgültig etablieren soll. Stucka stellte einige Dinge ins rechte Lot: Wie lange die Roma-Familien in Isny sein werden ist recht ungewiss, da die Ausweisung recht schnell erfolgen kann. Bei den Flüchtlingen aus Nigeria und Syrien sieht es etwas anders aus. Die werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Anerkennung bekommen und im Land bleiben können. Insgesamt hat der Landkreis das Sagen und ist für die Versorgung zuständig. Die Stadt Isny will allerdings kooperativ bleiben und mit dafür sorgen, dass die schulische Versorgung der Kinder in die Wege geleitet wird. Kinder von Asylbewerbern müssen in den ersten sechs Monaten ihres Aufenthaltes in Deutschland noch keine Schule besuchen, zur besseren Versorgung ist eine baldige Einschulung allerdings nach Meinung der Experten zu empfehlen. Die noch nicht schulpflichtigen Kinder sollten in einem Kindergarten aufgenommen und die Erwachsenen über ihre Pflichten und Rechte beraten werden. Innerhalb von Baden-Württemberg dürfen sie sich bewegen und trotz der Nähe zur bayerischen Landesgrenze muss ihnen klar gemacht werden, dass sie sich dort ohne Genehmigung nicht aufhalten dürfen. Weihnachtsfeier geplant 

Stucka und die Stadtverwaltung organisieren nun erst einmal für den 20. Dezember von 14 bis 17 Uhr eine Weihnachtsfeier für die Asylbewerber. Interessierte Isnyer sind dazu eingeladen. Der Treffpunkt ist bei Stephanuswerk am alten Eingang, dem „Gästeempfang.“ Die Feier bietet Gelegenheit, die Asylbewerber bes- ser kennen zu lernen und sich eventuell zur Mitarbeit im Helferkreis zu entschließen. Genug zu tun wird mit Sicherheit sein und je mehr sich melden, desto besser verteilt sich die Arbeit. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es bei der Stadtverwaltung im Ordnungsamt unter der Telefonnummer 07562/98 41 64. Manfred Schubert

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