Vorsorge für Bürger

Vertreter der Kemptener Mobilfunk-Bürgerinitiative, ein Vorstandsmitglied der Ärzte- und Wissenschaftlervereinigung „Kompetenzinitiative e.V.“ sowie Mitglieder der Verbraucherschutzorganisation „Diagnose Funk“ luden die Mitglieder des Bauausschusses vor kurzem zum Gedankenaustausch ein. Es sollten Möglichkeiten ausgelotet werden, die Strahlungsbelastung in der Stadt zu reduzieren. Das gemeinsame Anliegen war die gesundheitliche Vorsorge der Bevölkerung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.

Dr. Martin Kern rief den Stadtratsbeschluss vom November 2008 in Erinnerung: „Ziel der Stadt Kempten ist, die Immissionen des Mobilfunks für die Bürger der Stadt, unabhängig von Grenzwerten, vorbeugend zu reduzieren. Dem besonderen Schutz von Kindern ist vorrangig Rechnung zu tragen …“. Kinder und Jugendliche seien nicht nur durch Sendemasten, sondern speziell durch die Nutzung von Handys und kabellosen Spielkonsolen einer wachsenden Belastung durch gepulste Mikrowellenstrahlung ausgesetzt. Die WHO warnt, diese Strahlung sei möglicherweise krebserregend. Viele unabhängige Studien und Forschungsergebnisse weisen auf Gefahren hin: Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, neurologische Störungen, bis hin zur Krebsgefahr. Der massive Anstieg entsprechender Erkrankungen, insbesondere von Stresserkrankungen (Burn-out) und depressive Störungen, so Dr. Kern in seinen weiteren Ausführungen, unterstreichen die Warnungen vor Gesundheitsgefahren des mobilen Funks. Die Möglichkeiten der Kommune, die in Verhandlung mit den Netzbetreibern eine konsequente Reduzierung der Funkstrahlung mit sich brächten, wurden von Dipl. Ing. Krumsiek dargelegt. Kinder und Jugendliche werden am intensivsten von den Mobilfunk- betreibern umworben. Sie seien der gesundheitsgefährden- den Strahlung am wehrlosesten ausgesetzt. Daher hatte der Stadtrat im November 2008 auf notwendige Maßnahmen zum Schutz der Kinder hingewiesen. Durch geeignete An-gebote, auf gesundheitliche Gefahren aufmerksam zu machen, könnte zum Beispiel durch den Stadtjugendring geschehen. Noch nicht umgesetzt Die Förderung einer gesundheitlichen Aufklärung von Eltern, Schule und Kindern, auch durch die Stadt, sei zwar bereits durch den Stadtratsbeschluss festgeschrieben, bislang jedoch nicht konsequent umgesetzt worden. Dem Ziel einer Strahlenminimierung in Kempten sei, gerade auch im Hinblick auf den erwartenden Ausbau von LTE und Behördenfunk (TETRA/BOS), höchste Priorität einzuräumen. Mit den vier anwesenden Ausschussmitgliedern, Elisabeth Slavicek (Grüne/FL), Thomas Kiechle und Richard Hiepp (beide CSU) sowie Siegfried Oberdörfer (SPD) bestand Konsens, dass sich diese dafür einsetzen, die Themen Mobilfunk und Strahlenminimierung auf die Agenden des Bauausschusses zu bringen.

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