Anleitung zum Glück

Vortrag "Kann man Glück lernen?" von Dr. phil. Fritz Schubert

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Selbstwirksam sein dürfen und Dinge allein schaffen, das macht Kinder langfristig glücklich.

Durach – Mit der Frage „Kann man Glück lernen?“ beschäftigte sich der Vortrag von Dr. phil. Fritz Schubert in Durach. Kinder und Jugendliche sollen in einer Umgebung von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen und mit Hilfe von Eltern und Pädagogen ihre Stärken entdecken. Doch wie können wir sie dabei unterstützen?

Wie lernen Kinder, eigene Ziele zu formulieren und finden Sinn und einen Platz in der Gesellschaft ? Auf diese Fragen sucht der Pädagoge und Volkswissenschaftler Schubert seit vielen Jahren Antworten. Dabei spricht er beim glücklich sein weder über viel Besitz noch Reichtum, vielmehr geht es um die Lebens-Zufriedenheit. Dazu gehöre vor allem ein gutes seelisches, körperliches und geistiges Wohlbefinden.

Für das seien zunächst die Eltern verantwortlich. Die ­World Health Organisation sieht auch Instiutionen wie Schulen in der Pflicht. So hat der Oberstudienrat auch kurzerhand das „Schulfach Glück“ eingeführt, das schon in einigen Schulen erfolgreich gelehrt wird.

Glück lernen in der Schule

Denn Glück, so Schubert, sei keinesfalls ein Zufallsprodukt, sondern lernbar. Leider sei Schule bei einem Teil der Schüler oft mit Stress und Angst behaftet. „Eine selbstgemäße Entfaltung statt gefaltet zu werden“ ist laut Schubert besonders wichtig, um Kinder auf Ihrem Weg zum Glück zu unterstützen.

Anhand verschiedener Modelle aus der Psychologie und Psychoanalyse machte er im Vortrag deutlich, worauf es ankommt, um glücklich zu leben: Selbstbestimmt sein, persönlich wachsen können und dabei auch mal „kompetent zu scheitern“. Auch die Reflexion der getroffenen Entscheidungen sei ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum zufriedenen sein. Es sei deshalb der falsche Weg, Kinder vor allen Gefahren bewahren zu wollen, oder ihnen eigene Lebensentwürfe aufzudrücken.

Kindern zu lehren, eine „eigene Haltung“ zu entwickeln, auch wenn diese mal unbequem ist, und aneckt, sei ebenfalls von Bedeutung. Eltern sollen Kindern Freiräume für Entwicklungen bieten, Selbstbestimmung und Entscheidungsfindung zulassen und Kinder mit wertschätzender Kommunikation auf ihrem Lebensweg begleiten.

In der Fragerunde im Anschluss wurden Lebens-Tipps verteilt, die nicht nur für Kinder wertvoll sind: Freiheit, Sicherheit und Geborgenheit sind die drei wichtigsten Faktoren zum Glücklichsein. Und dazu doch noch ein wichtiges Glücks-Rezept: „Man muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein.“

Interesse geweckt? Informationen zum Thema gibt es im Buch „Glück kann man lernen“ (Fritz Schubert, Ullstein Verlag) oder auf der Webseite www.fritz-schubert-institut.de.

Steffi Koller

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